8. Juni 2010
Nur allzu gerne vergisst man die Strapazen der eigenen Schulzeit und wird erst wieder daran erinnert, wenn die eigenen Kindern plötzlich selbst schon zur Schule gehen. Da auch das Lernen gelernt sein will, sollte man wissen, wie man seinem Nachwuchs das Auswendiglernen von Gedichten und Formeln erleichtern kann. Außerdem kann man manche Eselsbrücken auch selbst im Alltag ganz gut gebrauchen.
Es ist äußerst schwer, sich etwas einzuprägen, zu dem man eigentlich gar keinen persönlichen Bezug hat. Viel einfacher ist es dagegen, selbst komplizierteste Formeln zu lernen, wenn man sie im Job beispielsweise täglich benutzt. Das hängt vor allem mit der Funktionsweise des Gedächtnisses zusammen. Das Gehirn ist nicht etwa ein riesiger Aktenschrank, in den man einzelne Informationen wie Akten einschlichtet. Es ist vielmehr ein weitläufiges Netz, in dem alle Inhalte auf irgendeine Weise miteinander verknüpft sind. Ist eine Information mit besonders vielen anderen vernetzt, so hat man einen ganz besonders guten Zugriff darauf.
Soll man also beispielsweise die Elemente des Periodensystems lernen, so ist es nicht ratsam, sich die Begriffe einfach ohne Zusammenhang einzubläuen. Am effektivsten wäre es natürlich, sich mit den einzelnen Elementen intensiv zu beschäftigen und sie kennenzulernen, so dass man sie irgendwann so gut kennt wie die verschiedenen Obstsorten im Kühlschrank.
Für solch ein fundiertes Lernen ist aber manchmal einfach keine Zeit. Dann können Eselsbrücken dabei helfen, den Stoff in einen bereits bekannten Kontext zu bringen. Soll man mehrere Begriffe lernen, wie zum Beispiel die verschiedenen Wirbeltierklassen, so kann es beispielsweise helfen, aus den Anfangsbuchstaben der verschiedenen Klassen einen Satz zu bilden. Diesen Satz sagt man sich dann im Kopf auf, nimmt die einzelnen Buchstaben und kommt über diese Verbindung schnell zu der gefragten Klasse. Das funktioniert allerdings nur, wenn man die Begriffe bereits bekannt sind.
Eine weitere Möglichkeit, sich eine Eselsbrücke zu bauen, ist das Reimen. Durch die Verbindung mit einem ähnlich klingenden Wort liegt einem der Wortlaut des gesuchten Begriffes schon auf der Zunge und kann dadurch leichter im Gedächtnis gefunden werden.
Diese Methode funktioniert im Übrigen auch beim Lernen von Vokabeln besonders gut. Man sucht sich einfach ein deutsches Wort, das ähnlich wie die Vokabel klingt und schon hat man im Kopf eine hilfreiche Brücke geschlagen.
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