16. Dezember 2003
Auf der Suche nach dem Kick treibt es die abenteuerhungrigen Wintersportler auf einsame Gipfel. Für sie ist kein Berg zu steil, keine Klippe zu hoch und kein Sprung zu tief. Freeskiing, die Kombination aus Variantenfahren und Freestyle-Sprüngen, ist ebenso furchterregend wie faszinierend.
Freeskier fröhnen ihren Extrem-Sport abseits von normalen Pisten und planierten Hängen, immer die Herausforderung der unberührten Natur und unverspurten Steilhänge suchend. Für diesen Adrenalinrausch im weißen Powder nehmen sie meistens einen anstrengenden Aufstieg in Kauf. Nur selten besteht die Möglichkeit mit einer Gondel direkt auf den Gipfel zu gelangen. In einigen Skigebieten werden Helikopterflüge für Freeskier oder Gleitschirmflieger angeboten.
Am Gipfel angekommen entscheidet das Gelände vor Ort und das Können, wo und wie man abfährt. Schwünge an Steilhängen, Jumps über riesige Felsabbrüche, schnelle Turns in schmalen Schneerinnen und Downhill-Fahrten durch enge Scharten sind zu bewältigen und in den flacheren Bereichen fährt man symmetrische Schlangenlinien im weit auslaufenden Tiefschneehang.
Die Abfahrt durch unberührtes Gebiet bringt immer die Gefahr von Lawinenunfällen mit sich. Die Statistiken zeigen, dass 90 Prozent aller registrierten Lawinenunfälle von den Betroffenen selbst ausgelöst wurden. Es reicht nicht aus, dass man den Lawinenpiepser, die Schaufel und die Sonde dabei hat. Man sollte sich in den Bergen, mit dem Wetter und mit den Schneeverhältnissen auskennen. All dies kann man von einem erfahrenen Bergführer lernen. Hat man diese Möglichkeiten nicht, dann sollte man sich zur "eigenen Sicherheit" einer Bergschule oder einem Skitourenanbieter anschließen.
Bereits im Jahr 1991 fand der erste Wettkampf mit dem Rennen von Valdez in Alaska statt. Je schwieriger die gewählte Strecke für die Abfahrt, in einem steilen Hang der mit Felsen durchsetzt war, desto mehr Punkte gab es. Die Punktrichter schauten am Fuß des Hangs zu und bewerteten die Läufe der Freeskier nach der Streckenwahl, Flüssigkeit der Ausführung, den Sprüngen und dem Gesamteindruck.
Heute hat sich die Worldtour der "International Free Skier Association" etabliert. Die Rennen werden in zwei Kategorien eingeteilt. In der Kategorie "Big Mountain" müssen, wie bei dem ersten Wettkampf in Valdez, extrem steile Hänge gemeistert werden. Die Kategorie "Slope Style" teilt sich nochmal in drei Bereiche auf. Es wird durch eine Halfpipe gefahren, mit vier Fahrern gemeinsam ein Hindernisparcour bewältigt oder spektakuläre Sprünge über eine Schanze vorgeführt.
In den Alpen sind die besten Freeskiing-Reviere Verbier, Chamonix, Val d’Isère, Andermatt oder Arlberg.
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