4. Februar 2010
Der Eiskunstlauf gilt als eine der schönsten und ästhetischsten Sportarten auf dem Eis überhaupt. Durch sein glamouröses Erscheinungsbild wird ihm eine sehr starke Außenwirkung zuteil. Nicht nur Kenner, sondern auch Laien lieben den vermeintlich luxuriösen Sport, und so erfreut sich der Eiskunstlauf immer noch wachsender Zuschauerzahlen. Er ist zu einem regelrechten Publikumssport geworden, und die Übertragungen im Fernsehen erzielen hohe Einschaltquoten. Doch es ist auch bekannt, dass der Eiskunstlauf den Athleten sehr viel abverlangt. Von klein auf werden Kinder hart und unerbittlich trainiert.
Die Bilder von kleinen, zarten Eisprinzessinnen mit konzentrierten und angestrengten Gesichtszügen kennen wir alle. Auch das Klischee der "Eislaufmutti", die ihr Kind bis zum Umfallen trainieren lässt, damit es die eigenen, nicht gelebten Träume erfüllt, ist zur Genüge bekannt. Natürlich gibt es diese Auswüchse, aber es gibt sie auch in jedem anderen Sport. Denn eine Tatsache ist, dass jeder Athlet, ganz gleich in welcher Sportart, meist schon im Vorschulalter trainieren muss, wenn er an die Weltspitze gelangen möchte.
Der Eiskunstlauf bildet hier also keinesfalls eine unrühmliche Ausnahme. Dennoch ist das Training unbestritten hart und schmerzvoll, denn der Sportler muss viele Fähigkeiten und Talente gleichzeitig mit in seinen Sport einbringen. Zum einen ist eine sehr gut ausgearbeitete Kondition und Konstitution erforderlich, damit die Anforderungen bewältigt werden können. Neben einem Ausdauer- und Krafttraining fällt außerhalb der Eisfläche dann noch ein hartes Balletttraining an, das die Körperspannung und die Anmut schult. So sind bereits viele Trainingseinheiten notwendig, bevor der Sportler sich überhaupt auf das Eis begibt. Biegsamkeit und Elastizität sind wichtig, die durch ständige Dehnübungen erarbeitet und erhalten werden muss.
Das Training auf dem Eis ist nicht nur hart und anstrengend, sondern auch mit einer hohen Verletzungsgefahr verbunden. Selbst Stürze, die glimpflich ausgehen, sind meist sehr schmerzhaft. Viele Eiskunstläufer trainieren deshalb mit einer guten Polsterung und mit Schonern für Handgelenke, Knie und Ellbogen. Stürze auf dem harten Eis gehören selbst für kleine Sportler zum Alltag und müssen hingenommen werden. Zudem untersteht der Eiskunstläufer meist der alleinigen Aufsicht eines Trainers und steht somit immer im Mittelpunkt des Interesses. Ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit ist also zusätzlich gefragt.
Es ist nicht einfach, alle diese Anforderungen zu erfüllen. Für viele Kinder kommt beim Eislaufen der Spaß zu kurz. Sie sind noch zu klein für unbedingte Disziplin, und lassen sich nicht in ein Trainingsschema pressen. So sind die Ausfallquoten hoch, und nur aus wenigen Eislaufkindern werden später Topathleten.
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