Verschiedene Arten und Bootsklassen der Regatta und Tipps zur Vorbereitung

Das Regattasegeln beschreibt einen Wettkampfsport, bei dem es darum geht, eine bestimmte Strecke mit zwei oder mehr Booten zur selben Zeit zu befahren. Die Rennen heißen je nach Anzahl der Boote Match Race oder Fleet Race. Es gibt verschiedene Arten der Regatta: den Dreieckskurs sowie den Up-and-Down-Kurs. Informieren Sie sich über die verschiedenen Arten und Bootsklassen der Regatta, und holen Sie sich Tipps zur Vorbereitung.

Sowohl die Streckenführung, als auch die Bootsklassen können sich beim Regattasegeln unterscheiden - wir geben Tipps, wie man sich auf eine Regatta vorbereitet

Arten der Regatta

Dreieckskurs

Das Olympische Dreieck ist der typische Dreieckskurs auf dem bereits seit vielen Jahren die meisten Regatten gefahren werden. Bei den olympischen Spielen jedoch wird das Olympische Dreieck nicht mehr ausgetragen.

Der aufwändige und komplizierte Kurs wird mit Hilfe von 3 Bojen markiert.

  • Die erste Boje ist die Lee Boje. Zwischen ihr und dem Startschiff verläuft die Startlinie, die wiederum senkrecht zur Windrichtung verlaufen muss.

  • Die zweite Boje ist die Luv Boje. Sie liegt direkt in der Windrichtung und voraus der Startlinie. Um die zweite Boje zu erreichen, müssen die Boote aufkreuzen.

  • Die dritte Boje ist die Raum Boje, und liegt quer zu den anderen Bojen.

Je nach den Gegebenheiten des Reviers und der zu startenden Bootsklasse kann der Abstand der Bojen zueinander variieren. Im Verlauf des Rennens müssen sie meist mehrfach umrundet werden.

Die Raum Boje kann dabei mitunter ausgelassen werden. Während des Rennverlaufs fährt das Startschiff von seiner Ausgangsposition in der Nähe der Luv Boje, und bildet so eine Zielmarkierung.

Up-and-Down-Kurs

Beim Up-and-Down-Kurs ist die Streckenführung dagegen vergleichsweise einfach. Sie wird für den America's Cup, für Katamarane und bei sehr vielen Jollen- und Kielbootklassen mit Spinnaker oder Gennaker eingesetzt.

  • Der Start erfolgt ebenfalls an einer Boje.
  • Danach fahren die Boote entgegen der Windrichtung bis zur Luv Boje.
  • Dann muss die Ablauftonne markiert werden.
  • Anschließend wird vor dem Wind zurück gefahren bis zur Startlinie.

Durch ein Bojentor, das so genannte Lee Tor, müssen die Schiffe zwar hindurch segeln, danach aben sie aber die Wahl, welche der beiden Tonnen sie umrunden möchten.

Auch der Up-and-Down-Kurs kann mehrfach gefahren werden. Start- und Ziellinie sind hier aus praktischen Erwägungen meist identisch. Im Unterschied zum Olympischen Dreieck kommt es beim Up-and-Down-Kurs nur sehr selten vor, dass ein Boot vom vorgeschriebenen Kurs so weit abweicht, dass es disqualifiziert werden muss.

Segelschiff fährt auf dem Meer, Besatzung in weiß, im Hintergrund Berge
Segelschiff fährt auf dem Meer, Besatzung in weiß, im Hintergrund Berge

Die unterschiedlichen Bootsklassen

Die Regatta ist nicht nur räumlich begrenzt und folgt einem genau festgeschriebenen Kurs, sondern unterliegt auch sonst einem komplexen Regelwerk. Da die unterschiedlichen Bootsklassen mit dem Wind gesteuert werden, und ihren Weg folglich nicht so einfach selbst bestimmen können wie ein Boot mit Fremdantrieb, ist der Kur der Regatta an den Windverhältnissen ausgelegt.

Je nach Bootsklasse variieren auch die Details der Regatta und des Wettkampfes. Es hängt aber immer auch von der Größe des Wettkampfes selbst ab, ob in der Regatta nur eine einzelne Bootsklasse vertreten ist, oder ob mehrere Bootsklassen miteinander oder in zeitlichem Abstand starten.

Startmöglichkeiten

Bei kleineren Regatten ist ein Massenstart verschiedener Bootsklassen durchaus denkbar, häufiger zu beobachten ist jedoch ein Start in Intervallen, die nach Bootsklassen eingeteilt sind. Das offizielle Regelwerk sieht jedoch vor, dass die einzelnen Bootsklassen separat gewertet sind, da sonst keine gerechte Bewertung erfolgen kann.

Einteilung

Die Einteilung in Bootsklassen steht bereits vor dem Beginn der Regatta fest. Bei Clubinternen Meisterschaften kann es mitunter auch Regelungen geben, bei denen einzelne Bootsgattungen mit unterschiedlichen Zeitgutschriften oder Boni bewertet werden, so dass ein Gesamtsieger unabhängig von der Bootsklasse heraus gefunden werden kann.

Olympische Spiele

Bei den Olympischen Spielen werden in der Regel Wettbewerbe in folgenden Bootsklassen ausgetragen:

  • Jolle Einhand Offen (Finn-Dinghy)
  • Jolle Einhand Männer (Laser)
  • Jolle Einhand Frauen (Laser Radial)
  • Jolle Zweihand Männer/Frauen (470er)
  • Jolle Zweihand Offen (49er, Skiff)
  • Kielboot Männer (Star)
  • Kielboot Frauen (Yngling)
  • Mehrrümpfer / Tornado (Zweirumpf-Jolle).

Auch das Windsurfen der Männer und Frauen zählt bei den Olympischen Spielen zum Regattasegeln.

Die richtige Vorbereitung auf eine Regatta

Das Regattasegeln ist eine der Wettkampfdisziplinen im Segelsport. Hier zeigen die Bootsführer und die Mannschaften im direkten Vergleich ihr Können und segeln gegeneinander um die Wette. Dabei sind verschiedene Austragungsformen bekannt.

  • Beim so genannten Match Race treten jeweils nur zwei Konkurrenten pro Lauf gegeneinander an.
  • Beim Fleet Race dagegen, dem Flottenrennen, sind mehrere Boote gleichzeitig auf dem Regattakurs und entscheiden das Rennen Kopf an Kopf.

Wie sich die Segler richtig auf eine Regatta vorbereiten, dazu hier einige Informationen. Alle Informationen zur Regatta und zu den Modalitäten des jeweiligen Rennens finden sich in der Ausschreibung. Diese sollte gut studieren, wer sich zu einer Regatta anmelden möchte. Die Ausschreibung

  • regelt die Startzeiten

und beschreibt

  • den zu fahrenden Kurs
  • die Ausstattung des Schiffs und
  • die Größe der Mannschaft.

Segelanweisung

Kurz vor Rennbeginn wird den teilnehmenden Mannschaften bei der Einschreibung eine Segelanweisung ausgehändigt. Sie regelt die Modalitäten des Rennens im Einzelnen und ist genau zu befolgen. Durch die Einhaltung der Segelanweisung gewährleisten die teilnehmenden Mannschaften einen fairen Rennverlauf unter vergleichbaren Bedingungen für alle Mannschaften.

Kondition und Ausrüstung

Der Bootsführer und die einzelnen Mannschaftsmitglieder können sich auf unterschiedliche Weise auf die Regatta vorbereiten. So kann man davon ausgehen, dass ein Regattasegler über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten für den Wettkampfsport verfügt, und sich diese nicht erst aneignen muss.

Wichtig ist es jedoch, dass der Sportler sich körperlich und auch geistig fit und in Form hält.

  • Eine gute Grundkondition ist beim Segeln unabdingbar und
  • wird durch ein sinnvolles Krafttraining positiv unterstützt.

Jedes Mannschaftsmitglied ist dafür verantwortlich, dass sich die von ihm benötigte Ausrüstung in einem einwandfreien und kompletten Zustand befindet.

Bootsüberprüfung

Auch der Gesamtzustand des Bootes muss vor der Regatta überprüft werden. Nicht selten sind Techniker und Wartungspersonal noch bis wenige Minuten vor dem Start an Bord, um für optimale Bedingungen zu sorgen.

Dazu gehört übrigens auch die Auswahl der geeigneten Segelform und Segelgröße. Diese hängen nicht nur vom Boot und vom Kurs ab, sondern im Wesentlichen auch von den Wetterverhältnissen.

Los geht's!

Sind die Aufgaben bei der Regatta erst einmal gut verteilt, alle Teilnehmer auf ihren Posten und das Boot in einem perfekten Zustand, dann kann das Rennen losgehen.

Quellen:

  • Jörn Bock: Die Welt des Segelns, Delius Klasing Vlg GmbH, 1999, ISBN 3768807258
  • Per Asmuß: Katamarane und Trimarane. Fahrtensegeln - Segelpraxis - Technik, Pietsch Verlag, 2003, ISBN 3613504332
  • Malte Philipp: Regattasegeln. Strategie und Taktik, Delius Klasing Verlag, 2006, ISBN 3768816028

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