13. August 2009
Von Viola Reinhardt
Apnoetauchen ist die älteste Art des Tauchens, bei der man offensichtlicher weise nur mit dem eigenen Sauerstoff taucht. Daher der Name Apnoe (Nichtatmung/Atemstillstand). Was früher einen Nutzen für die Evolution hatte, wurde heute für den besonderen Reiz des individuellen erkannt und wird immer mehr praktiziert.
Früher wurde das Apnoetauchen ausschließlich ausgeübt, um Nahrung aus dem Meer zu fischen. Nach Muscheln wurde getaucht oder bewaffnet mit Speeren Fische gejagt. Aber auch Perlen oder Schwämme wurden so an die Oberfläche befördert. Heutzutage gibt es kaum noch Perlen- oder Muscheltaucher, da dies, wie vieles andere auch, durch die Evolution immer weniger an Nutzen und Effizienz hat. Dennoch bleibt das Apnoetauchen nicht nur erhalten, dagegen gewinnt es sogar an Popularität, wenn auch mehr aus sportlicher Sicht.
Vom Freizeit- über den Leistungs- bis hin zum Extremsport ist es vertreten. Wobei der Freizeitbereich eher der Konditionierung für das allgemeine Tauchen oder die Unterwassererkundung gedacht ist. Beim Leistungs- und Extremsport hingegen, zählt nur der immer besser werdende Erfolg. Dabei wird unterschieden, in "Static", bei dem es gilt, in Bauchlage das Gesicht möglichst lange unter Wasser zu halten. "Dynamic" ist das Streckentauchen. "Variabel", "Constant" und "No Limit" hingegen das Tieftauchen.
Bei allen Arten stehen die Selbstwahrnehmung, die Grenzerfahrung und der besondere Reiz, immer größere Leistungen zu erbringen im Vordergrund. Klar, dass nicht nur Extremsportler von dieser Art des Tauchens begeistert sind. Bevor man sich in das Vergnügen stürzt, sollte man sich unbedingt zuerst mit den Risiken vertraut machen die ganz allgemein beim Tauchen bestehen, da diese nämlich tödlich enden könnten.
Die größte Gefahr ist der abnehmende Sauerstoffpartialdruck, der beim Erreichen einer bestimmten Grenze, zur Ohnmacht führt. Die nur allzu oft völlig überraschend auftritt. Sollte dann nicht rechtzeitig die Oberfläche erreicht werden, hat das logischerweise den Tod zur Folge. Gerade deswegen sollte nie alleine getaucht werden. Darüberhinaus gibt es noch weitere gleich- oder mindergefährliche Risiken wie zum Beispiel den Tiefenrausch der wiederum zu irreparablen Schäden am Trommelfell oder Entstehungen von Ödemen im Rachen, Kiefer- und Stirnhöhlen oder gar in der Lunge verursachen kann. Zudem wurde in einer Studie bewiesen, dass durch die Nichtatmung größere Schäden im Hirn entstehen können als bisher angenommen.
Aus diesen Gründen ist eine Information aus der Broschüre, bei weitem nicht ausreichend. Es ist unerlässlich sich professionell beraten zu lassen, den Gesundheitszustand zu bedenken, und sich erst dann damit zu befassen, ob der Kick, den diese Sportart verspricht, die Risiken auch wirklich wert ist.
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