Digitale Fitnesstrends: Wearables und Gesundheits-Apps

Datenaustausch (Gesundheits-App) zwischen einer blauen Smartwatch und einem schwarzen Smartphone

Kleine, am Körper getragene Mini-Computer messen und speichern gesundheitsspezifische Daten

Um gesund zu bleiben, greifen die Menschen heute zunehmend auf technische Hilfsmittel zurück. Zu den aktuellen digitalen Fitnesstrends gehören insbesondere sogenannte Wearables und Gesundheits-Apps.

Gesundheit wird schon seit jeher groß geschrieben. In der modernen Zeit, die regelmäßig mit technischen Neuerungen aufwartet, gibt es mittlerweile eine Vielzahl an medizinischen elektronischen Hilfsmitteln. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich dabei sogenannte Wearables sowie Gesundheits-Apps.

Joggerin mit Smartphone und Fitnessarmband

Was sind Wearables und Gesundheits-Apps?

Definition Wearable

Unter Wearables werden kleine elektronische Geräte verstanden, die der Mensch bei verschiedenen Tätigkeiten an seinem Körper trägt. Gewissermaßen handelt es sich um Mini-Computer in Form von Armbändern oder Gürteln. Diese leiten bestimmte Messdaten an ein Smartphone weiter. Die meisten dieser Geräte messen den Blutdruck oder die Herzfrequenz.

Definition Gesundheits-App

"App" ist die Abkürzung für Applikation. Gemeint sind damit Anwendungsprogramme, die zum Beispiel von einem Handy aus gesundheitsspezifische Kommandos erteilen.

Durch das Zusammenspiel von Wearables und Gesundheits-Apps ist es möglich, die körperliche Fitness des Anwenders genau zu ermitteln und zu analysieren. Auf diese Weise sollen sie dem Menschen zu einem gesünderen Leben verhelfen.

Bei Apps gilt es zwischen medizinischen Apps und reinen Fitness-Apps zu unterscheiden.

Wearables

Für wen eignen sich Wearables?

Vor allem für chronisch kranke Menschen sind Wearables von Nutzen. So können sie ihre Erkrankungen mit den kleinen elektronischen Geräten besser managen. Zum Beispiel helfen sie den Patienten

  • bei der Einnahme von Arzneimitteln,
  • beim Einhalten von Terminen,
  • beim Protokollieren von Werten und
  • beim rechtzeitigen Erkennen abweichender Werte (z.B. Blutdruck oder Blutzucker).
Frau schaut im Bett auf ihre Smartwatch

Unterschiedliche Arten von Wearables

Die meisten Wearables dienen Fitnesszwecken. Die Hersteller bieten sie in ganz unterschiedlichen Formen, Größen, Varianten und Farben an. So gibt es zum Beispiel

  • Smartwatches,
  • Smartbands und
  • Fitness-Tracker.
Fitbit Zip

Als Fitbit Zip wird ein Fitness-Tracker bezeichnet, der als Einstiegsmodell dient. Vom Fitbit Zip werden

  • zurückgelegte Schritte,
  • absolvierte Laufstrecken sowie
  • verbrauchte Kalorien

aufgezeichnet. Im Unterschied zu vielen anderen Wearables trägt der Anwender das Gerät an seinem Gürtel oder seiner Hose.

Die Synchronisation des Fitbit Zip erfolgt ohne Kabel mit USB-Dongle, wobei Bluetooth-Technik zur Anwendung kommt. Darüber hinaus lässt sich der Fitbit Zip mit zahlreichen Apple-, Windows-Phone- und Android-Devices koppeln.

Fitbit One

Eine erweiterte Fitbit-Variante stellt Fitbit One dar. Das Gerät kontrolliert auch,

  • wie viele Treppenstufen der Anwender zurücklegt,
  • wie lange er schläft und
  • wie die Qualität seines Schlafes ist.

Weiterhin verfügt der Fitbit One über einen lautlosen Wecker.

Fitbit Flex

Zum Fitbit-Angebot zählt weiterhin Fitbit Flex, ein Armband, das größtenteils über die gleichen Funktionen wie die eiförmigen Fitbit-Geräte verfügt. Des Weiteren lässt sich mit ihm ein spezielles Fitnessziel vorgeben. Erreicht der Anwender dieses Ziel, blinkt ein LED-Lämpchen auf.

Fitbit Charge

Vom Fitbit Charge-Wearable werden die Eigenschaften eines Fitness-Trackers mit den Eigenschaften einer Smartwatch verbunden.

Über ein OLED-Display erhält der Anwender eine Übersicht über die Uhrzeiten sowie tägliche Statistiken. Außerdem ist es möglich, das Gerät mit einem Smartphone zu kombinieren. Für das Gerät muss allerdings etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden als für die anderen Fitbit-Wearables.

Misfit Shine

Ein anderes nützliches Wearable ist der Misfit Shine Activity Tracker. Folgende Daten hält er fest:

  • Zurückgelegte Strecken
  • Anzahl der Schritte
  • Verbrannte Kalorien
  • Schlafdauer
  • Schlafqualität

Der Synchronisationsablauf erfolgt über Windows-, iOS- und Android-Devices.

Bis zu einer Tiefe von 50 Metern erweist sich der Misfit Shine sogar als wasserdicht. Außerdem ist eine Kombination mit anderen Armbändern möglich.

Swarovski Shine

Der Swarovski Shine stellt eine Wearable-Variante für modebewusste Damen dar, die Wert auf ein auffälliges Gerät legen. Angeboten wird das Wearable sowohl als Armband als auch als Halskette.

Garmin vívofit 2

Der Fitness-Tracker vívofit 2 stammt von der Schweizer Firma Garmin. Das Wearable kontrolliert

  • den Kalorienverbrauch,
  • den Schlaf und
  • die Schrittvorgänge

des Anwenders. Eine weitere nützliche Eigenschaft stellt die Stoppuhr-Funktion dar. Außerdem ist die Nachrüstung eines Herzfrequenzmessers möglich.

Kombinieren lässt sich der Garmin vívofit 2 jedoch nur mit Android- und iOS-Geräten.

Garmin vívosmart

Eine Variante stellt der vívosmart dar. Dieses Armband ist mit einem OLED-Display ausgerüstet und erfüllt im Prinzip dieselben Aufgaben wie der vívofit 2. Allerdings kann vívosmart auch Nachrichten von einem Smartphone wie SMS, E-Mail oder Anrufe wiedergeben.

Digitsole 2

Als kluge Schuheinlagensohle entpuppt sich das französische Wearable Digitsole 2. Dessen Sohle ist vernetzt und verfügt über sämtliche Funktionen eines Fitness-Trackers. Über einen Befehl via Smartphone ist außerdem das Wärmen der Füße möglich.

Verbinden lässt sich Digitsole 2 mit Endgeräten von Apple und iOS.

FitLinxx AmpStrip

Zu den Neuheiten auf dem Markt zählt der FitLinxx AmpStrip. Dieses Wearable lässt sich mithilfe von Klebemasse unter der Brust befestigen.

Das Gerät verfügt über die Eigenschaft, die Herzfrequenz zu messen. Ferner werden

  • Haltung,
  • Körpertemperatur,
  • zurückgelegte Schritte,
  • Schlaf,
  • Stress und
  • Atmung

erfasst. Im Unterschied zu Armbändern und Clips soll das Gerät genauer arbeiten.

Razer Nabu

Von der amerikanischen Firma Razer wird das Smartband Razer Nabu angeboten, das

  • den Kalorienverbrauch,
  • zurückgelegte Strecken,
  • Schlafzeiten,
  • und persönliche Ziele

erfasst. Darüber hinaus gibt das Armband Informationen über Nachrichten und Anrufe wieder.

Zu den besonderen Eigenschaften des Gerätes gehört das Integrieren von sozialen Netzwerken und telefonischen Kontakten. Verbinden lässt sich das Wearable mit Devices von iOS und Android.

Frau beim Stretching mit Smartphone am Arm

Die Vorteile von Gesundheits-Apps

Gesundheits-Apps werden von Ärzten als sinnvoll eingestuft, wenn sie den Patienten dazu animieren, aktiv an einer medizinischen Therapie mitzuwirken. Dazu müssen App oder Wearable aber auch zu den Ansprüchen des Einzelnen passen.

Ein Pluspunkt ist ihre Fähigkeit, sich problemlos in das Alltagsleben integrieren zu lassen. Dabei zeichnen sie ohne größere Umstände alltägliche Daten des Menschen auf. Der Patient hat dadurch den Vorteil, nicht extra eine Arztpraxis aufsuchen zu müssen.

So werden zum Beispiel inzwischen spezielle Kontaktlinsen für Diabetiker angeboten. Mithilfe der Linse ermittelt das Wearable über die Tränenflüssigkeit in den Augen die Blutzuckerwerte. Ein unangenehmer Stich in den Finger muss somit nicht mehr erfolgen.

Nicht selten lassen sich die gesammelten Gesundheitsdaten auch in einer Arztpraxis nutzen. So kann der Arzt durch deren Verwendung gesundheitlichen Problemen genauer auf den Grund gehen, was ihm das Stellen der Diagnose erleichtert. Darüber hinaus erweisen sich die Patienten als aufgeklärter.

Wearables und Gesundheits-Apps haben Hochkonjunktur

Bei den Herstellern lassen Wearables und Gesundheits-Apps die Kassen klingeln. So gelangen in immer schnelleren Abständen neue Anwendungen, Fitnessbänder, Sensoren und ähnliche Apparate auf den Markt. Auf diese Weise werden die Konturen zwischen dem wirklichen und dem digitalen Menschen immer unschärfer. Ziel ist es, Daten, die die Person und Umwelt betreffen, zu erfassen und auszuwerten. Mit diesem Vorgehen sollen die Bewegung, die Ernährung sowie die Gewohnheiten des Menschen optimal miteinander harmoniert werden.

Problem der Datenweitergabe

Allerdings lassen sich die Daten außerhalb des medizinischen Bereiches aus verschiedenen Quellen miteinander verknüpfen, wodurch ein präzises Persönlichkeitsbild des Anwenders entsteht. Zudem haben die meisten Anbieterfirmen ihren Sitz in den USA. Dort sind zur Weitergabe von Daten jedoch andere Regeln üblich als in der EU. Der einzelne Benutzer verfügt nicht über die Möglichkeiten, diese Vorgänge zu kontrollieren.

Die persönlichen Daten sind vor allem interessant für Produzenten von medizinischen Produkten, Nahrungsergänzungsmitteln und Fitnesserzeugnissen. So erhalten sie dadurch einen unmittelbaren Zugriff auf potentielle Kunden.

Viele Sportgeräte sind mittlerweile ohne eine Netzverbindung gar nicht mehr anwendbar. Möchte der Einzelne nicht, dass seine Daten zum Hersteller gelangen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als auf Wearables und Apps zu verzichten. Beim Arzt herrscht dagegen Schweigepflicht über die medizinischen Daten. Er darf sie daher nicht weitergeben.

Große Auswahl an Apps auf dem Markt

In Deutschland werden mehr als 400.000 Fitness- und Gesundheits-Apps angeboten. Dazu gehören beispielsweise spezielle Apps für

Durch diese Masse an Angeboten verliert der Konsument jedoch leicht den Überblick.

Studien zu Gesundheits-Apps

Studien der Techniker Krankenkasse (TK) ergaben zudem, dass es einer Vielzahl der Apps an Nachhaltigkeit und Qualität mangelt. Auch an den Datenschutz muss gedacht werden. So empfiehlt die TK den Nutzern einen kritischeren Umgang mit der Gesundheits-Software. Daher sollte auf eine App verzichtet werden, wenn sie

  • über keine Datenschutzerklärung verfügt oder
  • ihre Finanzierung unklar ist.

Der positive Sinn der Wearables und Apps wird jedoch von der Studie nicht infrage gestellt. So stärken sie das selbstverantwortliche Gesundheitsverhalten des Menschen. Entscheidend ist letztlich der richtige Umgang mit der Technik. Ebenso spielt der Schutz der sozialen Daten eine wichtige Rolle.

Was man vor der Benutzung einer Gesundheits-App beachten sollte

Wer nicht auf Wearables und Gesundheits-Apps verzichten möchte, ist gut beraten, vor der Benutzung einige Kriterien zu beachten.

  • So sollte man darüber Bescheid wissen, ob und nach welcher Methode die App getestet wurde.
  • Wichtig sind auch Kenntnisse darüber, ob Ärzte an der Entwicklung der Apps beteiligt waren und
  • welche Sensoren sich in einem Wearable befinden.
  • Außerdem sollte es sich um ein Prinzip handeln, welches sich technisch logisch nachvollziehen lässt.
  • Des Weiteren muss die Präzision der Messung für die Anwendungen ausreichen.
  • Ebenfalls wichtig ist die Gewährleistung des Datenschutzes.

Apps als Medizinprodukte

Bei einigen Apps handelt es sich um medizinische Produkte. Diese Geräte dienen also therapeutischen Zwecken und müssen sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Bevor ein Hersteller seine App als Medizinprodukt angeben darf, muss er ein staatliches Verfahren absolvieren. Dieses kostet ihn allerdings Geld. Um die Zulassungskriterien zu umgehen, wird die App nicht selten mit "Nur für den Ausbildungsgebrauch" gekennzeichnet. Weiterhin gibt es natürlich auch vollkommen ungeprüfte Apps von nicht-professionellen Herstellern.

Angabe wichtiger Kriterien erforderlich

Nach Ansicht von Medizinern sollten Wearables und Apps bestimmte Kriterien bei der Beschreibung des Produktes angeben. Dazu gehören

  • die Anwendungsgebiete,
  • die Limitationen der App,
  • der Nutzen für den Anwender,
  • mögliche Störungen sowie
  • unerwünschte Wirkungen und Risiken.

Wichtig ist natürlich auch das genaue Lesen der App-Datenschutzbestimmungen, bevor man ihnen zustimmt, selbst wenn es einem lästig ist.

Passend zum Thema

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Data synchronization of health book between smartwatch and smart © alexey_boldin - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: happy woman with heart rate watch and smartphone © Syda Productions - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Woman Lying in Bed Whilst Checking Fitness App on Smart Watch © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: smiling woman stretching leg on mat over gym © Syda Productions - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema