Seit einiger Zeit begeistert ein neuer Trendsport aus den USA auch die Europäer: Skimboarding erinnert optisch an das Surfen, doch zugleich verlangt es wesentlich mehr Geschicklichkeit und gilt zudem als gefährlicher. Skimboarder setzen dabei auf ein Phänomen, das gerade Autofahrer gewöhnlich wie der Teufel das Weihwasser meiden: das Aquaplaning.
Der Aquaplaning-Effekt sagt, dass Gegenstände ab einer bestimmten Geschwindigkeit nicht im Wasser versinken, sondern über die Wasseroberfläche gleiten. Autofahrer fürchten diesen Effekt, weil sie so die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren, doch amerikanische Rettungsschwimmer aus Südkalifornien lernten vor einigen Jahren, sich diesen zunutze zu machen.
Sie schnappten sich eine flache Scheibe, die später Skimboard getauft wurde, und konnten mit dieser sehr viel schneller durch das flache Wasser der nahen Lagune gleiten und auf diese Weise leichter zu den Ertrinkenden kommen. Im Laufe der Zeit fanden die Lebensretter begeisterte Nachahmer: Das Skimboarding war geboren.
Die Nachahmer verfeinerten die Skimboards immer weiter und entwickelten drei verschiedene Arten: Waveboards bestehen aus Polyester und sind für das Gleiten durch Wellen gedacht. Jump-Boards bestehen ebenfalls aus dem Kunststoff und sind besonders leicht, sodass sie Tricks, wie zum Beispiel Sprünge erlauben. Flatland-Boards, die für flaches Wasser gedacht sind, bestehen hingegen meist aus Holz, weil dieses besser auf niedrigem Wasser gleitet.
Alle Boards sind inzwischen an der Außenseite leicht nach oben gebogen. Zudem wird die Oberfläche mit Wachs eingeschmiert. Beide Effekte verbessern den Stand auf den Boards.
Der Trendsport birgt jedoch einige Gefahrenquellen. Oft unterschätzen gerade Anfänger die körperlichen Herausforderungen und dehnen sich nicht ausreichend vor dem Skimboarding. Viele Sportler trauen sich auch zu viel zu: Inzwischen ist es üblich, verschiedene Tricks, wie zum Beispiel Saltos zu zeigen. Immer wieder passiert es dabei jedoch, dass diese misslingen und die Sportler schmerzhaft auf die Wasseroberfläche auftreffen.
Hinzu kommt eine Gefahr, der sich auch Profis noch überraschend oft aussetzen: Sie betreiben den Sport auf für sie unbekannten Gewässern und riskieren auf diese Weise schlimme Verletzungen, denn oft lauern unsichtbar, doch dicht unter der Oberfläche Äste oder anderes Schwimmgut, das einen Skimboarder unsanft stoppen kann.
Deshalb gilt: Wer Interesse an dieser Sportart hat, muss sich vor dem Skimboarden dehnen, seine Leistungen und Tricks langsam steigern, um sich nicht zu viel zuzumuten und außerdem das Wasser kennenlernen, um sich über mögliche Gefahrenquellen ein Bild zu machen.
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