16. Dezember 2010
Der Sprint gilt als die Königsdisziplin der Leichtathletik. Regelmäßig zählt das 100 Meter Finale zu den Höhepunkten nationaler und interantionaler Meisterschaften und wird auch vom Publikum mit großem Interesse verfolgt. Hier werden Spitzengeschwindigkeiten erzielt, die auf längere Strecken nicht mehr zu halten sind. Um ihre Leistungen auf den Punkt bringen zu können, müssen die Athleten ein umfangreiches Schnellkrafttraining absolvieren.
Das Schnellkrafttraining ermöglicht es dem Athleten, die Fähigkeiten seiner Muskulatur möglichst schnell und effektiv um- und einzusetzen. Gerade im Sprint ist dies besonders wichtig, denn der Handlungsspielraum ist kurz und es dürfen nicht einmal Sekundenbruchteile verschenkt werden. Im Unterschied dazu kann in einem längeren Rennen ein anfänglicher kleiner Fehler oder eine Startverzögerung schneller wieder ausgeglichen werden.
So befähigt das Schnellkrafttraining den Sportler dazu, eine möglichst hohe Beschleunigung zu erreichen. Er muss seine Geschwindigkeit nicht langsam steigern, sondern lernt, sie sofort und ohne Zeitverlust abzurufen. An die Muskulatur werden dabei große Herausforderungen gestellt. Sie muss deshalb bis in die tiefsten Fasern ganz hervorragend trainiert sein, damit sie die erforderlichen Leistungen auch liefern kann.
Das Schnellkrafttraining für Sprinter gliedert sich meist in zwei Teilbereiche, die unabhängig voneinander trainiert werden: Zum einen wird die Schnellkraft im Fitnessstudio an den Geräten verbessert. Hier werden explizit die Kraft und die Leistungsfähigkeit der Muskulatur bearbeitet, und damit die Grundvoraussetzungen für den späteren Einsatz im Rennen geschaffen. Den tatsächlichen Bewegungsablauf des Renngeschehens kann man an den Geräten natürlich nicht simulieren. Deshalb ist das Training auf der Bahn für Sprinter auch ganz besonders wichtig. Hier wird sozusagen unter "echten" Bedingungen der Wettkampf simuliert. Der Sportler kann hier optimal testen, wie gut seine Muskulatur ausgebildet ist und wie gut er seine Fähigkeiten im Rennen umsetzen kann.
Im Bahntraining wird ebenfalls noch weiter an der Schnellkraft gearbeitet. Hier kann der Läufer deutlich seine Ermüdungsschwelle spüren und erkennen, welche Reserven ihm noch fehlen. Zusätzlich aktiviert das Sprinttraining auf der Bahn, das meist in Intervallen ausgeführt wird, noch einmal erneut das Muskelwachstum durch ganz gezielte Impulse. Die tiefer liegenden Muskelschichten können jedoch beim Training an den Kraftgeräten noch etwas gezielter angesprochen werden. In jedem Fall aber muss der Sprint sehr intensiv unter simulierten Wettkampfbedingungen trainiert werden, damit der Athlet sich auch an die mentale Belastung gewöhnen kann.
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