Die Schlagarten, Punktevergabe und Regeln beim Tennis

Beim Tennis gilt es, einen Ball mittels Schläger über ein Netz zu befördern, welches sich in der Mitte eines Feldes befindet. Ziel ist, dass der gegnerische Spieler den Ball nicht erreicht oder aber einen Fehlschlag ausführt. Es gibt unterschiedliche Schlagarten. Informieren Sie sich über die Regeln sowie die verschiedenen Schlagarten beim Tennis.

Die Grundlagen der Regeln, die verschiedenen Schlagvarianten und die Punktezählung beim Tennis können Sie hier nachlesen

Die Geschichte des Tennis

Tennis hat eine lange Tradition und eine ebenso weit zurück reichende Geschichte. Wurde es in den Anfängen noch zur Unterhaltung und ohne Schläger gespielt, so ist es heute zu einer Sportart mit sehr hoch technologisierter Ausrüstung und einem komplexen Regelwerk geworden.Tennis in der heutigen Form hat verschiedene Vorläufer, die sich regional voneinander unterscheiden.

Tennis in Frankreich

In Frankreich zum Beispiel war das Spiel "Jeu de Paume" sehr beliebt, dessen direkte Übersetzung "Spiel mit den Handinnenflächen" lautet. Es entstand in Klostern und wurde später in eigenen Ballspielhäusern gespielt. Das Feld war rechteckig, und der Ball wurde mit der Hand über das Netz gegen eine Wand geschlagen. Die Zuschauer saßen gegenüber der Wand, und das Spielfeld war in verschiedene funktionale Linien unterteilt.

Tennis in England

In England wurde eine Form des Tennis bekannt, die den Namen "Sphairistike" trug. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt "Ballspiele". Der Erfinder, Major Walter Clopton Wingfield, ließ sich das Spiel 1874 patentieren und definierte verbindliche Regeln. Aus diesem Spiel ging das heute gebräuchliche Tennisspiel weitgehend hervor, auch wenn das Regelwerk vielfach überarbeitet wurde.

Tennis als Profisport

In den 1920er Jahren erlangte das Tennis einen solchen Bekanntheitsgrad, dass es zum Profisport wurde. So wurde recht schnell eine Einteilung in Profiturniere und Turniere für Amateure etabliert. Im Jahr 1925 wurde Tennis sogar aus dem Olympischen Programm genommen. Durch diese Entwicklung gewannen die großen Turniere ziemlich an Bedeutung und an wirtschaftlichem Einfluss. Erst seit 1988 ist Tennis wieder eine offizielle Olympische Sportart.

Etymologie

Seinen Namen erhielt das Tennis übrigens aus dem mittelenglischen Begriff "tenes" oder "tenetz". Dieser bezeichnet ein dem Tennis sehr verwandtes Ballspiel, das heute jedoch so gut wie aus dem Sportgeschehen verschwunden ist. Der Wortstamm kommt aus dem Französischen, das Verb "tenir" bedeutet "halten". Den abgeschlagenen Ball eines Gegenspielers aufzuhalten war ursprünglich der Sinn des Spiels. Der Ausruf "tenez!" bedeutet so viel wie "Haltet!" und diente in der ursprünglichen Spielform als Warnruf.

Das Tennis-Spiel hat eine lange Tradition
Das Tennis-Spiel hat eine lange Tradition

Die wichtigsten Regeln beim Tennis

Das Tennisspiel besteht darin, den Tennisball entsprechend den Regeln über das in der Mitte gespannte Netz des Platzes hin und her zu spielen, so lange bis einer der Spieler den Ball nicht mehr erreicht oder einen Fehlschlag verursacht. Der Punkt für dieses Spiel geht dann an den Spieler, der den Ball zuletzt gültig geschlagen hat.

Ziel

Das Ziel des Spieles ist es, einen festgelegten Punktestand zu erreichen. Deshalb ist die Spieldauer nicht zeitlich begrenzt und kann insgesamt sehr stark variieren. Je gleichwertiger zwei Kontrahenten sind, desto länger dauert in der Regel das Spiel.

Bodenkontakt

Höchstens einmal darf der Ball auf dem Boden aufkommen, bevor ihn der Spieler wieder über das Netz zurück spielen muss. Dabei ist es auch erlaubt, den Ball direkt aus dem Flug heraus zu retournieren, noch bevor er den Boden berührt. Dann handelt es sich um einen so genannten Volley. Der Ball darf nur mit dem Schläger gespielt und auch ansonsten nicht mit dem Körper berührt werden.

Wird der Ball zurück gespielt, so darf er erst wieder auf dem Boden aufkommen, wenn er das Netz bereits überwunden hat. Das bedeutet, in der Spielfläche des Gegners. Ein Aufkommen auf der eigenen Spielfläche ist ein Fehler und beendet das Spiel.

Aufschlag und Ballwechsel

Jeder Ballwechsel wird mit einem Aufschlag eröffnet. Der Aufschlag muss im kleinen vorderen Feld gleich hinter dem Netz aufkommen, und zwar diagonal zur Ausgangsposition des Aufschlägers. Missglückt der Aufschlag auch beim zweiten Versuch, so erhält der Gegner den Punkt und das Aufschlagrecht wechselt.

Pro Spielrunde verfügt jeder Spieler über zwei Aufschlagspiele. Berührt der Ball beim Aufschlag das Netz und landet im Aufschlagfeld, so wird der Versuch ohne Konsequenzen wiederholt. Prallt der Ball jedoch vom Netz zurück ins Feld des Aufschlägers, so gilt der Versuch als gescheitert.

Die unterschiedlichen Tennis-Schlagarten kurz erklärt

Tennis ist eine Ballsportart, die zu den Rückschlagspielen zählt. Das bedeutet, der Ball wird zwischen den Kontrahenten hin- und hergeschlagen, wobei bestimmte Regeln zu beachten und gewisse markierte Felder zu treffen sind. Deshalb müssen die Schläge sehr präzise ausgeführt werden. Zur besseren taktischen Gestaltung des Spiels stehen den Athleten mehrere Schlagarten zur Verfügung.

Die Vorhand - Forehand

Der Ball wird auf dem Schläger mit der Seite der Schlaghand gespielt.

  • Beim Rechtshänder ist die Schlaghand die rechte Hand, also wird der Ball auf der in Spielrichtung rechten Seite des Schlägers angenommen.
  • Bei einem Linkshänder, der mit der linken Hand schlägt, verhält es sich entsprechend anders herum, er schlägt die Vorhand mit der linken Schlägerseite.

Die Vorhand wird meist mit einer weiten Ausholbewegung eingeleitet. Der ideale Treffpunkt des Balls liegt etwa in Hüfthöhe und leicht seitlich außerhalb des Körpers. So kann der größte Druck auf den Ball ausgeübt werden. Die Vorhand wird meist einhändig gespielt, es ist jedoch nicht verboten, sie auch zweihändig auszuführen. Die berühmte Spielerin Monica Seles spielte die Vorhand sehr häufig zweihändig. Mit Rückhand und Aufschlägen bildet die Vorhand das Trio der Grundschläge.

Die Rückhand - Backhand

Als Pendant zur Vorhand wird die Rückhand auf der Schlägerseite angenommen, die der Schlaghand gegenüber liegt.

  • Der Rechtshänder führt sie also links aus,
  • der Linkshänder rechts.

Der Rückhandschlag kann einhändig oder zweihändig ausgeführt werden, wichtig ist dabei, dass der Spieler beide Techniken gleichermaßen beherrscht. Die Praxis, die Rückhand beidhändig zu schlagen, kam jedoch erst in den 1970er Jahren auf. Sie eignet sich auch sehr gut für Einsteiger, da sie eine bessere und kraftvollere Schlagführung ermöglicht und als kraftschonender gilt.

Eine Form der Rückhand ist der Rückhand-Slice, der jedoch in den meisten Fällen einhändig geschlagen wird.

Der Aufschlag - Service

Mit dem Aufschlag wird der Ballwechsel gestartet. Dabei muss der Ball vom aufschlagenden Spieler hinter der Grundlinie hochgeworfen werden, so dass dies für den Gegner sichtbar ist. Mit dem ersten Schlag muss der Ball in das Aufschlagfeld des Gegners geschickt werden. Die Linien zählen zum Aufschlagfeld hinzu.

Bei jedem Aufschlag sind zwei Versuche möglich, scheitern diese jedoch beide, so geht ein Punkt an den Gegner. Das Aufschlagrecht wechselt nach jedem gezählten Spiel.

Zählweise und Punktevergabe beim Tennis

Ein Tennisspiel, das auch Match genannt wird, ist in verschiedene Sätze unterteilt. Die Sätze ihrerseits sind in mehrere Spiele eingeteilt. Innerhalb dieser Spiele werden die Punkte gezählt, die sich dann über den Verlauf des Matchs zu einem Punktestand aufsummieren. Wie genau die Zählweise beim Tennis funktioniert, darüber können Sie hier mehr erfahren.

Amateure spielen meist über zwei Gewinnsätze. Derjenige Spieler gewinnt das Match, der zwei von den drei gespielten Sätzen gewinnen kann. In manchen Fällen wird das Spiel dadurch verkürzt, dass bei einem Unentschieden nach zwei Sätzen statt eines dritten Satzes ein Tie Break gespielt wird. Im Profitennis wird bei den hochrangigen Turnieren auf drei Gewinnsätze gespielt.

Zählgang beim Game

Pro Spiel (= Game) hat ein Spieler das Aufschlagrecht, das mit dem nächsten Spiel dann gewechselt wird. Die Zählung erfolgt immer innerhalb eines Spiels. Sie beginnt bei Null.

  1. Der erste gewonnene Punkt wird mit 15 gezählt,
  2. der zweite mit 30 und
  3. der dritte mit 40.

Die Punkte des Spielers, der am Aufschlagen ist, werden zuerst ausgerufen. Das Game ist dann gewonnen, wenn ein Spieler nach dem Erreichen der 40 einen weiteren Punkt macht, und dabei aber zwei Punkte Vorsprung hat.

Wer gewinnt...?

Der Satz wird so lange gezählt, bis einer der Spieler sechs Games mit zwei Games Unterschied für sich entschieden hat. Dabei ist der aufschlagende Spieler stets im Vorteil.

Da nach jedem Spiel der Aufschlag gewechselt wird, können sich die Sätze sehr lange hinziehen. Ist ein Stand von 6:6 erreicht, wird deshalb der Satz mit einem Tie Break entschieden. Auch hier sind Sonderregelungen für die prestigeträchtigsten Turniere etabliert.

Break

Verliert ein Aufschlaggeber ein Game, so wird dieses als Break bezeichnet, weil der Aufschlagvorteil durchbrochen wurde. Ein Break ist immer zum Vorteil des Gegners. Kann ein Ballwechsel zum Break führen, so wird er als Breakball bezeichnet. Ein Ballwechsel, der über den Gewinn eines Satzes entscheidet, wird als Satzball bezeichnet.

Matchball

Führt der Ballwechsel zum Entscheid des Matches, so erhält er den Namen Matchball. Diese Ballvarianten werden in manchen Spielen zusammen mit dem Punktestand ausgerufen, um die Aufmerksamkeit der Spieler und des Publikums zu erhalten.

Quellen:

  • Lutz Steinhöfel: Leistungstennis. Neue Trainingsformen, Meyer & Meyer Sport, 1995, ISBN 3891241828
  • Naia Bray-Moffatt: Meine Tennisschule, Dorling Kindersley, 2005, ISBN 383100675X
  • Richard Schönborn: Optimales Tennistraining, Spitta, 2006, ISBN 3938509112
  • Peter Scholl: Richtig Tennis spielen, Blv Buchverlag, 2009, ISBN 3835404776
  • Tim Klee: Tennis - Einfach besser spielen, M & H Verlag, 2007, ISBN 3000202471
  • Deutscher Tennis Bund e.V.: Tennis in Deutschland. Von den Anfängen bis 2002. Zum 100-jährigen Bestehen des Deutschen Tennis Bundes, Duncker & Humblot, 2002, ISBN 3428108469
  • Paul Douglas und Martina Schophaus: Tennis lernen leicht, schnell, gründlich, Delius Klasing Vlg GmbH, 2000, ISBN 376880822X
  • Deutscher Tennis Bund und Jörg Mair: Tennis-Lehrplan, Bd.1, Technik und Taktik, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 2001, ISBN 3405147468
  • Wilfried Taferner und Stefan Taferner: Tennis. Technik, Taktik, Regeln, Falken-Vlg., Niedernhein, 1996, ISBN 3806803757
  • Manfred Grosser und Richard Schönborn: Training im Kinder- und Jugendtennis - Der richtige Weg, Meyer & Meyer Verlag, 2008, ISBN 3898993744

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