Aufgaben und Funktionen eines Fußballschiedsrichters und mögliche ausgesprochene Verwarnungen

Füße eines Fußballers auf Wiese, ein Fuß auf Ball gestützt

Unlautere Mittel und Fouls während eines Fußballspiels werden durch den Schiedsrichter und sein Team sanktioniert

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  • von Paradisi-Redaktion

An nahezu jedem Wochenende wird auf irgendeinem Platz in Deutschland Fußball gespielt. Von den kleinsten Hobbyteams bis hoch zur renommierten Bundesliga steht fest: Spieler, Tore und Bälle alleine reichen nicht aus, um eine Partie zu gestalten. Es bedarf vielmehr noch des Schiedsrichters. Er überwacht alles, was auf dem Rasen und abseits davon geschieht. Die Konsequenzen seiner Entscheidungen oder die Vergabe von Signalkarten können eine Partie dabei erheblich beeinflussen.

Fußball ohne Schiedsrichter funktioniert nicht

Treffen sich die 22 Spieler auf dem Platz, so könnten sie eigentlich für sich genommen ein Spiel austragen. Doch früher oder später kommt es gewiss zu einem Streit darüber, wie eine bestimmte Situation zu bewerten ist, ob es einen Eckball für ein Team geben muss oder ob ein Spieler verwarnt wird.

Die Kicker selbst können diese Aufgabe nicht übernehmen, sind sie doch viel zu sehr mit dem Spielfluss oder sogar den taktischen Vorgaben beschäftigt. Es bedarf also einer weiteren und möglichst objektiven Person, um

  1. die Regeln einzuhalten,
  2. kleinere Vergehen zu sanktionieren und
  3. die wichtigen Fragen der Partie zu beantworten – auch wenn das nicht selten zu ebenso viel Streitigkeiten führt.

Der "Schiri" als Bestandteil eines Teams

Der Schiedsrichter agiert nicht alleine. Denn ihm wäre es unmöglich, alle Handlungen auf dem großen Platz zu bewerten oder im Detail zu erkennen, ob ein Ball etwa die Seitenlinie überquert hat. Er lässt sich dabei von seinen Assistenten unterstützen, die mit ihrem Blickfeld jeweils eine Hälfte des Rasens abdecken und somit auch solche Vergehen erkennen, die dem Schiedsrichter entgangen sind.

Dank moderner Technik stehen alle drei Personen in Kontakt, können also binnen weniger Augenblicke eine Bewertung vornehmen und die entsprechenden Maßnahmen einleiten. Gleiches gilt für den sogenannten vierten Offiziellen, der das Geschehen von außen begutachtet und etwa über die Länge der Nachspielzeit zu entscheiden hat.

Dem Hobby-Fußball gehen die Schiedsrichter aus

Ein Fußball liegt auf dem Hallenboden, daneben geht ein Junge in Fußballkleidung
football training for children © matimix - www.fotolia.de

Die Profiligen stehen im Interesse der Öffentlichkeit, doch die meisten Fußballer in Deutschland spielen in den Amateurligen. In den Kreisklassen geht es oft ruppig zu, das bekommen auch die Schiedsrichter zu spüren.

Immer weniger DFB-Schiedsrichter sind daher laut dem Lehrwart des Deutschen Fußball-Bunds, Lutz Wagner, bereit, sich den Pöbeleien auf dem Spielfeld auszusetzen. Die Zahl der beim DFB registrierten Schiedsrichter ist in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen, es bahnt sich ein Nachwuchsproblem für den größten Einzelsportverband der Welt an. Im Januar 2012 hatte der DFB 76.019 Unparteiische in seinen Reihen, im Januar 2006 waren es noch 81.372. Auch wenn der DFB jedes Jahr neue Schiedsrichter ausbildet, können diese nicht mehr die Reihen der abgewanderten schließen.

Neben privaten Motiven sind Beschimpfungen auf dem Platz laut Wagner für jeden Dritten Schiedsrichter ein Ausstiegsgrund. Eine aktuelle Befragung der Uni Tübingen von 2600 Schiedsrichtern in Württemberg bestätigt dies. Demnach werden 54,6 Prozent der unterklassigen Schiedsrichter auf dem Platz häufig beleidigt.

Um ihren Schiedsrichtern zu helfen, haben die Verbände bereits einige Maßnahmen ergriffen. Nachwuchsschiedsrichter werden etwa von erfahrenen Begleitern bei der Herausforderung des Ligaalltags unterstützt. Die Vereine erwarten hingegen vor allem von den Schiedsrichter-Obleuten tatkräftige Unterstützung, um die Position des Unparteischen wieder attraktiver erscheinen zu lassen.

Gerichtsentscheidung - Amateur-Fußballer müssen für besonders schwere Fouls haften

Junge in Fußballtrikot liegt auf dem Bauch auf dem Rasen, die Hände auf dem Kopf
Foul!! © Johanna Mühlbauer - www.fotolia.de

Am 18. April 2010 kam es bei einem Spiel in der Dortmunder Kreisliga A3 zu einem besonders schweren Foul. Der Gefoulte verletzte sich so schwer am Knie, dass er seinen Malerberuf nicht mehr ausüben kann. Er klagte auf Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro. Der Klage wurde zunächst vom Dortmunder Landesgericht stattgegeben. Allerdings rief der Beklagte eine höhere Instanz an.

Jetzt hat das Oberlandesgericht Hamm das Dortmunder Urteil bestätigt. Fußball ist kein rechtsfreier Raum, hieß es in der Urteilsbegründung. Wenn das Foul besonders rücksichtslos ist und mit fairem Sport nichts mehr zu tun hat, kann auch ein Fußballer strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Allerdings handelt es sich hier um einen Fall aus dem Amateur-Bereich. Ob diese Rechtslage auch für Profis gilt, ist noch nicht entschieden.

Höheren Instanzen unterworfen

Allerdings darf auch der Schiedsrichter nicht handeln, wie er will. Er ist zur Durchsetzung der Regeln bestimmt. Diese geben auch einen Aufschluss darüber, welche Eigenschaften eine Person besitzen muss, um ein solches Amt ausführen zu dürfen.

Sollte es einmal Zweifel über die Entscheidungen des Mannes in Schwarz geben, so kann darüber hinaus ein Verbandsgericht die entsprechenden Szenen bewerten und gegebenenfalls das Urteil des Spielführers revidieren. Allerdings kommt es nur selten einmal dazu.

Immerhin gilt der Grundsatz der Tatsachenentscheidung: Einmal gefällte Maßnahmen sollen im Idealfalle Bestand haben, um den Spielfluss und das Bestehen einer Liga zu gewährleisten. Erst damit ist es möglich, dass sich an jedem Wochenende irgendwo in Deutschland der Ball dreht.

Wichtige Regeln beim Fußball

Regeländerungen beim Fußball sind extrem selten

Nahaufnahme Fußball auf Netz im Tor
soccer score © Danny Hooks - www.fotolia.de

Regeländerungen sind im Fußball selten. Nur alle paar Jahre greifen die acht Mitglieder des International Football Association Boards (IFAB) in die Gesetzgebung ein und beschließen eine Neuerung, so wie jetzt die Einführung technischer Hilfsmittel für Schiedsrichter.

Häufig waren die Torhüter von Regeländerungen betroffen. Seit 1909 müssen sie ein farblich anderes Trikot als ihre Mannschaftskameraden tragen. Drei Jahre später verloren sie das Recht, auch außerhalb des Strafraums den Ball mit der Hand zu spielen. 1992 entschied das IFAB, dass Torwarte bei Rückpässen ihrer Mitspieler die Bälle nicht mehr mit der Hand aufnehmen dürfen.

Für Zuschauer von großer Bedeutung war die Neuerung des Jahres 1970. Seitdem können sie gut erkennen, wenn ein Unparteiischer einen Spieler verwarnt oder vom Platz stellt, denn das IFAB führte Gelbe und Rote Karten ein. Den Schiedsrichter selbst gibt es übrigens erst seit 1891. Vorher einigten sich die Spieler ohne Hilfe eines Unparteiischen.

Auch die Ein- bzw. Auswechslung von Spielern unterlag im Laufe der Zeit einigen Änderungen. 1968 war erstmals der Austausch verletzter Akteure erlaubt, laut Regel aber nur der Torwart und ein Feldspieler. Später durften zwei Spieler gewechselt werden, heute sogar drei.

1925 und 1990 ordnete das IFAB die Abseitsregel neu. Bis Mitte der 20er-Jahre musste der Schiedsrichter schon auf Abseits entscheiden, wenn weniger als drei verteidigende Spieler im Moment der Ballabgabe näher zur Torauslinie standen als ein eigener Mitspieler. Seitdem gibt es Abseits nur bei weniger als zwei gegnerischen Spielern.

1990 war nicht nur das Jahr, in dem Deutschland zum bislang letzten Mal den Weltmeistertitel feiern durfte, sondern auch das Jahr, seitdem gleiche Höhe bei der Ballabgabe kein Abseits mehr bedeutet.

DFB fordert längere Nachspielzeiten im Profi-Fußball

Fußballteam in roten Trikots im Kreis auf Fußballfeld
Soccerteam © L.F.otography - www.fotolia.de

Im deutschen Profi-Fußball gibt es zu wenig Nachspielzeit. Daher hat der DFB jetzt angeordnet, dass seine Schiedsrichter länger spielen lassen sollen. Im Vergleich zu den anderen europäischen Top-Ligen gibt es in der Bundesliga mit 2:05 Minuten die kürzeste Nachspielzeit. In England (4:13), Italien (3:50) und Spanien (3:23) wird im Schnitt deutlich länger gegen den Ball getreten.

Mit Auswechslungen, ausgiebigem Torjubel und Zeitspiel versuchen Mannschaften häufig ein Ergebnis über die reguläre Spielzeit zu retten. Die Unparteiischen sind angewiesen, Unterbrechungen nachspielen zu lassen, so etwa pro Wechsel 30 Sekunden. Nun gab der DFB bekannt, dass die Schiedsrichter noch genauer darauf achten sollen, dass ein Spiel zügig durchgeführt wird.

Weltfußballverband FIFA ändert Abseitsregel

Beine eines Fußballers, läuft auf Fußballfeld hinter Ball her
Fussball © foto.fred - www.fotolia.de

Eigentlich ist es ganz einfach: Abseits ist dann, wenn der Schiedsrichter pfeift. Doch auf den Fußballplätzen kommt es immer wieder zu heftigen Diskussionen, wenn der Assistent die Fahne hebt und der Unparteiische anschließend auf Abseits entscheidet.

In der kommenden Saison müssen sich Spieler, Zuschauer und Schiedsrichter umstellen, denn der Weltfußballverband FIFA plant, die Abseitsregel zu ändern. Das umstrittene "passive Abseits" wird nun neu definiert.

So sollen die Unparteiischen in Zukunft immer dann abpfeifen, wenn der Ball durch eine "Abwehraktion" zu einem gegnerischen Angreifer gelangt. Unabhängig davon, ob das Zuspiel vom Verteidiger absichtlich erfolgte oder zufällig. Allerdings gibt es noch einige Unklarheiten. So wäre es einem Abwehrspieler nach der neuen Regelauslegung erlaubt, absichtlich einen gegnerischen Stürmer anzuspielen, damit dieser im Abseits steht.

Derzeit befasst sich Medienberichten zufolge Pierluigi Collina, ehemaliger Weltschiedsrichter und heute Schiedsrichter-Chef des europäischen Fußballverbandes UEFA, noch mit der Regeländerung. Ende Juni soll sie auch den deutschen Schiedsrichtern auf einem Lehrgang präsentiert werden.

Regelhüter im Fußball gegen Videobeweis, aber für Mehrfachbestrafung, Turban und Schleier

Ausschnitt Tor auf Fußballplatz
goal detail © Tinka - www.fotolia.de

Verhindert ein Spieler durch ein Foul eine klare Torchance, so erhält er weiterhin die Rote Karte. Geschieht dies im eigenen Strafraum, gibt es zusätzlich einen Elfmeter für den Gegner. Außerdem bekommt der des Feldes verwiesene Akteur noch eine Spielsperre.

Kritik an Mehrfachbestrafung durch die UEFA

Nicht wenige Aktive und Trainer halten diese Mehrfachbestrafung für überzogen, selbst der Präsident des europäischen Fußballverbandes UEFA, Michel Platini, meinte, dass dies zu viel sei. Auch Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), outete sich als Gegner der Mehrfachbestrafung. Er vertrat in einem Interview die Ansicht, dass sie eine der größten Ungerechtigkeiten des Regelwerks sei.

Die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) sind jedoch anderer Ansicht. Das aus acht Personen bestehende Gremium (vier FIFA-Mitglieder und je ein Vertreter der Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland), das sich einmal im Jahr trifft, hält weiterhin an der Mehrfachbestrafung fest. Torhüter und Feldspieler sollen den Platz verlassen müssen, wenn sie den gegnerischen Stürmer mit einem Foul am Torschuss hindern.

Videbeweise sollen weiterhin nicht zugelassen werden

Den Videobeweis, wie etwa beim Rugby, will das IFAB nicht zulassen. Der Charakter des Fußballspiels würde dies nicht zulassen, teilten die Regelwächter mit.

Erlaubt hat das IFAB dagegen das Tragen von Turban und Schleier auf dem Platz. Dies gilt für Frauen und Männer. Im letzten Jahr hatte der kanadische Fußballverband CSA einen entsprechenden Antrag gestellt, da Anhänger der Sikh-Religion in der Provinz Quebec mit Turban antreten wollten. Botschaften oder Fotos auf der Spielkleidung oder T-Shirts, die unter dem Trikot getragen werden, sind indessen verboten.

UEFA: Rauchen auf der Trainerbank nun verboten

Zigarettenstummel, der ausgedrückt wurde, schwarze Krümel darum
cigarette © NatUlrich - www.fotolia.de

Die UEFA hat die Trainerbänke und die Coaching-Zone zum Nichtraucherbereich erklärt.

Für die Bundesliga gibt es zur Zeit noch keinen Beschluss, es wird aber darüber nachgedacht auch dort ein Rauchverbot für diese Bereiche einzuführen.

Abwegige Fußball-Regel: Sicheres Tor verhindert und dafür nur Gelb!

Unerlaubtes Betreten des Spielfeldes werden beim Fussballspiel mit einer Gelben Karte verwarnt

Ins Tornetz fliegender Fußball auf Rasenplatz
soccer ball in goal with green backgroung © anekoho - www.fotolia.de

Folgendes Szenario: Eine Spielerin, die auf der Ersatzbank sitzt, läuft während des Spiels auf das Spielfeld, verhindert ein Tor. Die Strafe vom Schiri: ein indirekter Freistoß und die Gelbe Karte. Und so steht es auch in den Regeln!

Bei einem Zweitliga-Spiel der Frauen von Lokomotive Leipzig gegen Holstein Kiel kam es zu dieser Szene. Eine Kielerin preschte geradewegs mit dem Fußball auf das leere Leipziger Tor zu, als Ersatzkeeperin Griseldis Meißner von Leipzig, die dabei war, sich hinter dem Tor aufzuwärmen, auf den Platz lief und das Tor vereitelte.

Doch die Strafe, die Schiri Imke Meinerling vergab, war absolut richtig. Die Gelbe Karte und den indirekten Freistoß wurde für das unerlaubte Betreten des Spielfeldes vergeben. In den Fifa-Statuten steht nämlich, dass, wenn ein Auswechselspieler das Spielfeld betritt, dass er verwarnt werden müsse und das Spiel mit einem indirekten Freistoß fortzusetzen ist.

Nachteil der milden Strafe

Das Problem daran ist, dass dies nun Nachahmer finden könnte, da ja nur Gelb droht, womit der Spieler noch immer eingewechselt werden könnte. Meißners Aktion jedoch hatte Erfolg: Lokomotive Leipzig gewann dadurch 2:1. Holstein Kiel hat mittlerweile eine offizielle Entschuldigung von Lokomotive Leipzig erhalten.

Fifa verbietet Schlauchschals bei Spielern

Snoods - Fifa kritisiert die Schlauchschals aufgrund der möglichen Verletzungen

Ausschnitt eines Fußballplatzes
Fußballplatz © mirpic - www.fotolia.de

Nuri Sahin, René Adler oder Mesut Özil tragen sie gerne: die so genannten Snoods, oder besser verständlich: Schlauchschals. Sie schützen im Winter den Hals vor Kälte. Frauen dürfte diese fußballerische Mode-Erscheinung in diesem Winter eher aufgefallen sein als den Männern. Der Fußball-Weltverband Fifa hat jedoch genau hingesehen und die Snoods verboten. Begründung: Sie seien zu gefährlich.

Fussballgremium entscheidet sich gegen modischen Schal

Im Zweikampf könnte ein Spieler den anderen daran ziehen und würgen. Entschieden hat der Verband diese neue Regel, die in dem Punkt "Ausrüstung der Spieler" festgehalten ist, auf der Jahrestagung des International Football Association Boards (Ifab). Dieses Gremium besteht aus vier Fifa-Vertretern und vier Vertretern der Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland.

Der Antrag wurde aus Wales eingereicht und für gut befunden. In der Bundesliga störte sich niemand an den voluminösen Schals. Doch in Englands Premier League wurden kritische Stimmen laut. Echte Männer würden solche Dinger nicht tragen, meinte Manchester Uniteds Trainer Alex Ferguson, der einen großen Einfluss auf seinen Spieler auszuüben scheint. Denn sein Verteidiger Rio Ferdinand sprach sich ebenfalls ausdrücklich gegen den Snood aus.

Für sportliche Betätigung ungeeignet

Snood leitet sich von den englischen Wörtern "scarf" (Schal) und "hood" (Kapuze) ab. Der Schlauchschal wurde ursprünglich nicht für den Sport konzipiert. Doch weil er praktisch ist, legten ihn viele Spieler an. Jetzt müssen sich die Profis jedoch etwas Neues einfallen lassen, um bei Frost den Hals warm zu halten.

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Umfangreiche Aufgaben eines Fußballschiedsrichters

  • Bereits vor der Partie muss sich der Schiedsrichter von dem ordnungsgemäß bespielbaren Platz überzeugen. Auch die Tore und Eckfahnen sowie die Seitenlinien müssen korrekt vorhanden sein.

  • Im Spielbogen, in dem beide Teams ihre Kicker auflisten, ist vorab zu überprüfen, ob auch alle Teilnehmer einen Spielerpass besitzen und somit berechtigt sind, die Begegnung auszutragen.

  • Geht es sodann auf den Rasen, müssen die Kleidung und die Schuhe den Regeln entsprechen, dürfen also nicht gefährlich oder anderweitig anstößig ausfallen.

  • Gleiches gilt für den Ball: Das Spielgerät ist in seiner Größe, dem Gewicht und der Beschaffenheit genau normiert. Gerade dann, wenn es bei offiziellen Turnieren eingesetzt wird und den Vorgaben des Weltverbandes entsprechen muss.

Die Leitung des Spiels

Auch während der Partie hat sich der Schiedsrichter ebenso unterschiedlichen wie vielschichtigen Aufgaben zu widmen. Er achtet auf die Einhaltung sämtlicher Regeln. Angefangen bei der reinen Spielzeit, die er zu messen hat, bis hin zur Bewertung einzelner Situationen, die er weiterlaufen oder mit einer Sanktion ahnden darf. Dabei stehen ihm diverse Optionen offen:

  • Er kann einen Freistoß oder Elfmeter für eines der Teams pfeifen,
  • einen Spieler verwarnen oder vom Platz stellen,
  • die Verhaltensweisen eines Trainers rügen oder
  • sich über die Entscheidungen der beiden Assistenten sowie des vierten Offiziellen hinwegsetzen.

Handlungsgewalt

Auf dem Platz selbst besitzt der Mann in Schwarz die Handlungsgewalt: Seine Einschätzungen befinden folglich darüber, wer vorzeitig zum Duschen geschickt wird und wer das Spiel bis zum Abpfiff mitgestalten darf. Der Schiedsrichter ist der Herr des Spiels, dessen Weisungen sich die übrigen Beteiligten unterzuordnen haben.

Zückt der Unparteiische beispielsweise den Karton, so ist die Entscheidung zu akzeptieren und zumindest für den Moment als unumstößlich hinzunehmen. Erst in einer nachfolgenden Verhandlung vor dem Sportgericht kann manche Sperre noch aufgehoben werden.

Perfekte Spielzüge

Der perfekte Freistoß

Fuß mit dunkelblauem Stutzen und schwarzem Fußballschuh schießt einen Fußball mit dem Vollspann
Shoot a soccer ball © anekoho - www.fotolia.de

Sportwissenschaftler aus England haben die Daten für den optimalen Freistoß berechnet. Mit dem Kamerasystem "QuinSpin" konnten sie die erforderlichen Daten wie Eigendrehung, Flugbahn sowie die Geschwindigkeit präzise ermitteln.

Für die Messung musste der Ball mit Farbpunkten versehen werden. Der ideale Freistoß misst 96 Stundenkilometer bei 500 Umdrehungen in der Minute.

Unterschiedliche Einschätzung der Größe eines Tores bei Erfolg oder Fehlschuß

Torschützen schätzen die Größe eine Tores bei Sieg oder Misserfolg unterschiedlich groß ein

Schwarz-weißer Fußball in linker oberer Torecke fliegend
torschuss © Bernd Neisemann - www.fotolia.de

Wie amerikanische Wissenschaftler aus Experimenten feststellten, ist beim Sport die Einschätzung der Größe eines Tors abhängig vom Erfolg oder auch Misserfolg. Allen Spielern erscheint, vor einem Torschuss, die Größe des Tors gleich, doch nach dem Schuss ändert sich dies. Beim Erfolg glauben die meisten der Amateur-Spieler, es sei größer, bei Misserfolg erscheint es den Schützen kleiner zu sein.

Faktoren für Fehleinschätzung

Oftmals glauben die Menschen es hänge mit den Augen zusammen, doch es sind noch andere Faktoren ausschlaggebend. Die Wissenschaftler machten ihre Experimente beim American Football, wo die Spieler ein Tor in den Abmessungen von neun mal sechs Metern in einer Höhe von drei Metern aus neun Metern Entfernung treffen sollten.

Bei einem Fehlschuss ist es aber ein Unterschied, ob ich daneben, darüber oder unterhalb der Torstange geschossen habe, denn die Schützen, die daneben schossen, glaubten das Tor sei schmaler, die darunter schossen, glaubten es sei höher als drei Meter angebracht. Aber ähnliche Reaktionen hatte man in einer früheren Studie auch schon beim Golf-Spiel festgestellt.

Beim Elfmeter auf die Knie des Torwarts schauen

Fußball: Hände eines Torwarts bei Abwehr
Hände eines Torhüters im Einsatz © Smileus - www.fotolia.de

Elfmeterschützen sollten beim Schuss auf die Knie des Torwarts schauen, denn so kann man die richtige Ecke auswählen. Wenn nämlich ein Knie stärker als das andere durchgedrückt ist, so sollte man dann auf diese Seite den Ball schießen, wie Wissenschaftler von der spanischen Universität Pablo De Olavide feststellten und den Elfmeterschützen raten. Durch diesen Tipp konnten die Schützen mehr Treffer erzielen.

Die Wissenschaftler machten bei ihrer Studie mit den Teilnehmern, es waren 10 Fußballprofis und 10 Hobby-Spieler dabei, verschiedene Test, so lag die Trefferquote am Anfang bei knappen 58 Prozent, aber am Ende sowohl bei den Profis und auch bei den anderen Spielern bei über 90 Prozent. Die Schützen achteten am Ende nicht mehr auf den ganzen Körper des Torwarts, sondern nur noch auf dessen Kniestellung.

Wie man einen Elfmeter sicher verwandelt

Elfmeterschüsse sind bei einer Fluggeschwindigkeit von 90 bis 140 Km/h erfolgreich

Fußball im Netz des Fußballtors unter blauem Himmel
Fußball Treffer, mit sonnigem Himmel © Smileus - www.fotolia.de

Beim Fußballspiel hat so manches Mal auch ein Elfmeter die Entscheidung gebracht, so auch bei der letzten Weltmeisterschaft im Jahr 2006. Auch werden sich die älteren Fußballfreunde noch an das Endspiel der Europameisterschaft in Jugoslawien schmerzlich erinnern, wo Uli Hoenneß beim abschließenden Elfmeterschießen gegen die Tschechoslowakei den Ball in den Nachthimmel schoss und man somit nur Zweiter wurde.

Errechnung des idealen Elfmeter-Schusses

Jetzt haben sich auch Wissenschaftler mit dem Elfmeterschießen auseinandergesetzt und laut Statistik werden auch zwei Drittel bis Dreiviertel verwandelt. Wie der ideale Schuss vor sich geht, erläutern die Forscher folgendermaßen, so soll der Ball hoch neben dem Torwart rechts oder links vorbei ins Netz, wobei man sich nur auf den Ball und nicht den Torwart konzentrieren sollte, denn sonst ist dieser im Vorteil.

Der perfekte Schuss hat eine Geschwindigkeit zwischen 90 und 104 Km/h und gleich nach dem Pfiff des Schiedsrichters hat man nur drei Sekunden Zeit um den größten Überraschungseffekt zu erzielen oder man muss länger als 13 Sekunden warten, was den Torwart dann irritiert.

Tricks der Torwärter

Aber auch die Torleute haben so ihre Tricks, so achten sie auf die Hüftbewegung des Schützen, denn diese verrät die Richtung des Balls oder manche versuchen mit Kleidungsstücken, beispielsweise Petr Cech, der Schlussmann von Chelsea, mit einem farbigen Stirnband den Schützen auf sich aufmerksam zu machen, so dass der dann unkonzentriert ist und der Ball geht hoch über oder neben das Tor.

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    Mathematik entscheidet ob der Ball beim Elfmeter ins Tor geht

    Ein Fußball liegt vor dem Tor auf dem Rasen und wird von einem Flutlicht angeleuchtet
    fußball vor tor © sp4764 - www.fotolia.de

    Metin Tolan ist Physikprofessor an der Technischen Universität Dortmund und ist Fan des VfB Stuttgart. Neben Physik hat er auch Mathematik studiert und beschäftigt sich in seiner Freizeit zu gerne mit dem Thema Fußball. Beim Elfmeterschießen blüht er auf, da es für ihn absolut keine Glückssache ist, sondern sich vielmehr um Fußball-Mathematik handelt.

    Es spielt laut Tolan eine untergeordnete Rolle, wenn der erste Schütze gleich ein Tor macht. Die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg liegt bei dieser Variante um die fünf Prozent, was er anhand von diversen Mathematik-Modellen ausgerechnet hat. Vielmehr muss der letzte Schütze Nerven bewahren, da auf ihm der größte Druck laste und er deshalb der Stärkste sein sollte.

    Da die Mathematik mit Mittelwerten rechnet, kann sie beim Elfmeterschießen auch nur eine durchschnittliche Trefferwahrscheinlichkeit von 75 Prozent berechnen. Da die Armspannweite eines zwei Meter großen Torwarts bei 2,50 Meter liegt und ein Tor die Fläche von 18 Quadratmeter besitzt, können vom Torwart also nur 25 Prozent abgedeckt werden. Demnach spielt auch eine gute Reaktion sowie Glück eine entscheidende Rolle, ob der Ball im Netz landet oder nicht.

    Herr über Verwarnungen und Karten

    Natürlich unterliegt der Fußball bestimmten Regeln. Wer die Partie beeinträchtigt oder die Gesundheit eines anderen Spielers bedroht, wird entweder verwarnt oder sogar direkt des Feldes verwiesen.

    Keine lange Tradition

    Aus dem heutigen Fußball mag das Spiel mit den Karten in verschiedenen Farben nicht mehr wegzudenken sein. Und doch handelt es sich dabei um eine relativ moderne Errungenschaft. Bis in die 1960er Jahre hinein war es vielmehr üblich, die jeweilige Sanktion mündlich auszusprechen.

    Das brachte indes den Nachteil mit sich, dass nicht jeder betroffene Spieler die Verwarnung oder den Platzverweis verstand. Durch das aufkommende mediale Interesse mussten die Strafen zudem für den Zuschauer reformiert werden, der natürlich nicht lange rätseln wollte, was da auf dem Rasen wohl besprochen wird.

    Somit haben die Gelben und Roten Karten mittlerweile ihren festen Platz im Geschehen eingenommen.

    Die Gelbe Karte

    Nicht jedes Foul, das während eines Spiels begangen wird, ist in seinen Auswirkungen derart gravierend, dass es hart bestraft werden müsste.

    • Taktisch eingesetzte Rempler,
    • ein kurzes Ziehen am Trikot des Gegners,
    • Das Ausziehen des Trikots oder
    • das Ballwegschlagen um Zeit zu schinden oder dem eigenen Ärger Luft zu machen;

    Vergehen, die eher gering ausfallen und weder dem Spielgeschehen an sich schaden noch den Gegner in seiner Gesundheit bedrohen, werden vornehmlich mit einer Verwarnung geahndet.

    Das geschah über viele Jahrzehnte hinweg mündlich, hat aber nicht zuletzt aufgrund der medialen Präsenz des Sports eine Änderung erfahren. Eine solche Ermahnung wird mittlerweile mit der Gelben Karte symbolisiert und soll dem betroffenen Spieler ein letztmaliges Überdenken seiner ungestümen Art ermöglichen.

    Ohne direkte Auswirkung

    Die Konsequenzen einer solchen Verwarnung sind relativ gering. Belässt es der Akteur bei einem einmaligen Vergehen, so wird er nicht des Feldes verwiesen. Ebenso kann er mit wenigen Gelben Karten auch problemlos eine Saison ohne Sperre überstehen. Diese greifen nämlich nur dann, wenn der Spieler je nach Wettbewerb und Turnier drei beziehungsweise fünf solcher Karten erhalten hat. Der Zweck dieses Vorgehens besteht somit in der Warnung an sich. Der Betroffene soll

    • ein wenig Tempo aus den Aktionen nehmen,
    • eine gesteigerte Härte vermeiden oder
    • sich schlichtweg den Regeln des Spiels unterwerfen – ansonsten drohen härtere Sanktionen.

    GoalControl oder Hawk-Eye - Torlinientechnik im Fussball im Vergleich

    Weißer Fußball in grünem Netz von Fußballtor
    Goal © LVDESIGN - www.fotolia.de

    Seit dem Phantomtor von Stefan Kießling beim Bundesligaspiel zwischen 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen (1:2) streiten sich Deutschlands Fußball-Fans über die Einführung der Torlinientechnik. Verschiedene Modelle stehen zur Auswahl, um die Schiedsrichter bei ihrer Entscheidung, ob der Ball hinter der Torlinie war oder nicht, zu unterstützen.

    Elektronische oder visuelle Überwachung

    Vier Überwachungssysteme hat der Fußball-Weltverband FIFA eine Lizenz erteilt, darunter sind mit Cairos und Goalref zwei Verfahren, die Magnetfelder nutzen. Sie werden hervorgerufen durch elektrische Kabel im Boden oder Antennen hinter den Torstangen. Ein Chip im Ball sendet dann Signale an die Armbanduhr des Schiedsrichters, um die genaue Position des runden Leders anzuzeigen.

    Hawk-Eye und Goalcontrol setzen dagegen auf die Überwachung des Balles durch diverse Kameras, die in den Stadien angebracht werden. Dabei fügt ein Zentralcomputer die Bilder zusammen und kann so einschätzen, ob der Ball die Linie überquert hat oder nicht.

    FIFA bevorzugt System aus NRW

    Die FIFA setzt auf das GoalControl-System eines Unternehmens aus dem nordrhein-westfälischen Würselen. Es kam beim Confed-Cup 2013 zum Einsatz und soll zudem auch bei der WM im kommenden Jahr verwendet werden. Die englische Premier League vertraut seit dieser Saison auf das Hawk-Eye, das auch bei Tennis-Turnieren genutzt wird.

    Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) lehnt dagegen bislang jegliche Torlinientechnik ab. Die Fehlertoleranzgrenze war dem Verband mit drei Zentimetern zu hoch. Jetzt hat die FIFA den Wert halbiert. Ob der DFB nun einlenkt, ist noch nicht zu erwarten. Das Phantomtor des Stefan Kießling wäre mit moderner Technik jedoch als Fehlschuss ins Toraus entlarvt worden.

    Praxistest bestanden: Fifa führt Torlinientechnologie ein

    Die Fifa erlaubt nun allen Ligen auf der Welt, die neue Technik zu verwenden

    Schwarz-weißer Fußball in linker oberer Torecke fliegend
    torschuss © Bernd Neisemann - www.fotolia.de

    Hitzige Diskussionen, ob der Ball im Tor war oder nicht, wird es künftig im Fußball wohl nicht mehr geben. Bereits im Dezember hat die neue Torlinientechnologie bei der Clubweltmeisterschaft in Yokohama Premiere gefeiert. Die Fifa erlaubt nun allen Ligen auf der Welt, die neue Technik zu verwenden. Bedingung ist nur, dass entweder das britische HawkEye-System, oder die deutsche Technik GoalRef zum Einsatz kommen.

    GoalRef-System und HawkEye

    Bisher hat der Fußball-Weltverband keine weitere Lizenz erteilt. Die letzten Tests beider Systeme, an diesem Dienstag in der Düsseldorfer Esprit-Arena, sind laut Joseph Blatter, dem Fifa-Präsidenten, erfolgreich verlaufen.

    Das deutsche GoalRef-System wurde vom Fraunhofer-Institut entwickelt. Bei dieser Technik reagiert der Ball auf ein Magnetnetz im Tor. Das HawkEye-System hingegen nutzt im Stadion installierte Kameras zur Berechnung der Torfrage. Während die neue Technik bei den kommenden internationalen Turnieren eingesetzt werden soll, müssen sich deutsche Mannschaften noch etwas gedulden.

    Eine Frage des Geldes

    Den deutschen Vereinen ist die Einführung der Technik, die derzeit Installationskosten von mehreren Hunderttausend Euro verursacht, noch zu teuer. Vor allem kleinen Vereinen würden solche Zusatzkosten zusetzen. Die Deutsche Fußball Liga setzt daher auf den Faktor Zeit, und erwartet, dass die Kosten für die neue Technologie nach der Einführungsphase erheblich sinken werden.

    Torlinientechnik - In der Premier League kommt das Hawk-Eye-System zum Einsatz

    Ein Fußball liegt vor dem Tor auf dem Rasen und wird von einem Flutlicht angeleuchtet
    fußball vor tor © sp4764 - www.fotolia.de

    Die Chefs der 20 Premier-League-Clubs haben sich ab der kommenden Saison für den Einsatz der Torlinientechnik entschieden. In der englischen Liga wird allerdings nicht das deutsche System GoalControl, für das sich der Weltfußballverband Fifa entschieden hat, eingesetzt, sondern das britische Hawk-Eye-System.

    Dieses System wird bereits im Tennis verwendet und funktioniert mit mehreren Hochgeschwindigkeitskameras. Mit den Informationen der Kameras berechnet ein Computer die genaue Position des Balles und zeigt dem Schiedsrichter an, wenn der Ball die Torlinie überschritten hat. Jeder Verein muss für die Technik mehrere Hunderttausend Euro berappen.

    Die UEFA-Wettbewerbe bleiben von der Torlinientechnologie hingegen unberührt, dort kommen weiterhin Schiedsrichterassistenten hinter den Toren zum Einsatz. In der Bundesliga steht eine Entscheidung über den Einsatz der Torlinientechnologie noch aus.

    Die Gelb-Rot-Karte

    Hat alle Einsicht nicht zum Erfolg geführt und lässt es der Kicker auch in den anschließenden Spielminuten nicht ruhiger angehen, so droht die berüchtigte Ampelkarte. Der Betroffene sieht somit zum zweiten Mal an diesem Nachmittag den gelben und erstmalig den roten Karton. Die Kombination beider Farben signalisiert jedermann im Stadion: Dort wurde der Bogen abermals überspannt, der Sünder wird des Platzes verwiesen.

    Doch nicht alleine er ist bestraft. Auch sein Team muss die verbleibende Spielzeit nun in Unterzahl verbringen – manch sicher geglaubter Sieg mündete aufgrund der Unüberlegtheit oder des überhitzten Gemüts eines Kickers somit noch in einer Niederlage.

    Keine harten Konsequenzen

    Dennoch gilt die Ampelkarte als relativ milde Sanktion. Sie ist regelmäßig von einem Spiel Sperre betroffen. Kommt es zu Regelverstößen, die einen längeren Ausschluss erfordern, müsste der Schiedsrichter direkt auf dem Platz die Rote Karte zücken, statt eine doppelte Verwarnung auszusprechen.

    Eine nachträgliche Erhöhung des Strafmaßes in einer sportgerichtlichen Verhandlung ist nicht vorgesehen und bislang auch nur in ganz wenigen Situationen erfolgt.

    Die Einschätzung des Unparteiischen, wie gravierend ein Foul ausfällt, entscheidet daher über die nachfolgenden Sanktionen. Dennoch sollte der betroffene Spieler bereits nach der ersten Gelben Karte seine Lektion gelernt haben und weitere Unsportlichkeiten vermeiden.

    Die Gelbsperre

    Je nach Turnier und Wettbewerb sowie der dafür zugrunde liegenden Regularien haben sich im aktuellen Fußballgeschehen die Gelbsperren etabliert. Sie greifen immer dann, wenn ein Kicker zwar nicht mit der Roten Karte vom Geschehen auf dem Platz ausgeschlossen ist, aber doch mit mehreren Verwarnungen eine Gesamtstrafe erhält.

    So ist es üblich, dass nach fünf gesammelten Karten eine Sperre droht. Bei solchen Veranstaltungen, in denen nur wenige Begegnungen pro Mannschaft ausgetragen werden, ist die Gelbsperre zudem bereits nach drei Ermahnungen auszusprechen. Das wäre insbesondere zu beachten in den Finalrunden

    Ein Spiel Sperre

    Im Gegensatz zum roten Karton, der unterschiedliche Sanktionen vorsieht und daher stets im Einzelfall zu beurteilen ist, folgt solchen Verwarnungen ein pauschales Strafmaß.

    Wer die genannten drei oder fünf Gelben Karten erhält, wird für die nächste Partie aus dem Kader gestrichen und darf auch nicht eingesetzt werden. Nicht einmal ein Platz auf der Reservebank ist dem Sünder erlaubt, er muss vielmehr mit der Tribüne vorliebnehmen.

    Nach einer absolvierten Saison endet die Zählung der Karten übrigens. Niemand muss also befürchten, das Stigma mehrere Verwarnungen auch in die neue Spielzeit mitzunehmen.

    Die Signalkarten im Überblick
    SignalkarteGelbe KarteGelb-Rot-KarteBlaue KarteRote Karte
    Einsatzgebiet / ZweckVerwarnung gegen Vergehen, die eher gering ausfallenDie 2. gelbe Karte im selben Spiel für denselben Spieler wird in eine Rote umgewandeltEingesetzt im österreichischen JugendfußballEingesetzt bei unsportlichen und gesundheits-gefährdenden Szenen
    Konsequenzen für dieses SpielErmöglicht Spieler ein letztmaliges Überdenken seiner ungestümen Art. Gilt als letzte Verwarnung vor dem PlatzverweisDie Kombination beider Farben signalisiert PlatzverweisZeitliche Sperre für fünf bis zehn MinutenLetzter Ratsschluss und Symbol des Platzverweises
    Konsequenzen für weitere SpieleSperre in manchen Turnieren nach drei beziehungsweise fünf solcher Karten möglichMit einem Spiel Sperre verbundenGrundlage für den Platzverweis, aber selten mit Sperre verbundenGrundlage diverser Strafmaße und weitreichender Konsequenzen

    Die Blaue Karte

    Doch nicht alleine der gelbe und rote Karton wird während einer Partie gezückt. Im Jugendfußball in Österreich bewährt sich der Einsatz der blauen Karte. Sie weicht in ihrem Strafmaß deutlich von denen anderen beiden ab und soll ihren Fokus hauptsächlich auf die Verwarnung des Spielers legen, ihm also ein Überdenken seines Handelns ermöglichen.

    Verbunden ist damit nämlich eine zeitliche Sperre, die sich im Regelfall auf fünf bis zehn Minuten erstreckt. In dieser Phase agiert das betroffene Team daher in Unterzahl.

    Die direkten Auswirkungen auf das Spiel sind beim Vorzeigen der blauen Karte somit meist etwas einschneidender, als das bei der Verwarnung und dem gelben Karton der Fall wäre.

    Als Grundlage für den Platzverweis

    Ein jeder Spieler kann während einer Partie nur einmal die blaue Karte erhalten und für wenige Minuten gesperrt werden. Lässt er sich ein weiteres Vergehen zuschulden kommen, so wird er für die restliche Spielzeit ausgeschlossen.

    Hierbei wird die blaue Karte folglich in Verbindung mit dem roten Karton gezeigt.

    Im Unterschied zum Erwachsenensport sind die Auswirkungen aber gering. Eine Sanktion, die sich auch auf künftige Spieltage erstrecken würde, ist nicht vorgesehen. Selbst mit einem solchen Platzverweis kann der Kicker folglich im nächsten Spiel bereits wieder für seine Mannschaft auflaufen – und wird sich bis dahin hoffentlich gebessert haben.

    Uefa-Präsident Platini fordert zehn Minuten Zeitstrafe statt Gelber Karte

    Fuß mit dunkelblauem Stutzen und schwarzem Fußballschuh schießt einen Fußball mit dem Vollspann
    Shoot a soccer ball © anekoho - www.fotolia.de

    Er wird einmal als echter Reformer des Fußballs in die Geschichte eingehen. Der 58-jährige Franzose Michel Platini war früher ein umtriebiger und glanzvoller Nationalspieler. Von seiner Energie scheint noch nicht viel verloren zu sein. Fast im Wochentakt überrascht der Uefa-Präsident mit Reformvorschlägen die europäische Sportpresse.

    In einem Interview mit der spanischen Sportzeitung "AS" verlangte Platini, die Gelbe Karte durch eine Zeitstrafe zu ersetzen. Ihm schweben zehn bis 15 Minuten Strafe vor. Das würde den direkten Gegner bevorteilen. Heute ist es ja so, dass sich Gelbe Karten meist erst in den Folgespielen bemerkbar machen. Außerdem möchte Platini, dass Torwarte, die einen Elfmeter verursacht haben, nicht auch noch zusätzlich mit einer Roten Karte bestraft werden.

    Und last not least: Michel Platini hätte es gerne, wenn nationale Pokalsieger grundsätzlich in der Champions League mitspielen dürften. Alle drei Vorschläge klingen eigentlich gar nicht schlecht. Mal sehen, was von ihnen nach der langen Prüfung durch die europäischen und nationalen Fußball-Instanzen übrig bleiben wird.

    Grüne Karte: Chef von Hannover 96 plädiert für Zeitstrafen im Fußball

    Nahaufnahme Beine eines Fußballers auf Fußballfeld
    football © karaboux - www.fotolia.de

    Am letzten Samstag gewann Hannover 96 gegen Werder Bremen mit 3:2. Der Schütze des Siegtors hieß Szabolcz Huszti. Er war nach dem 3:2 so begeistert, dass er sein Trikot auszog und zu den Fans auf den Zaun kletterte. Dafür muss der Schiedsrichter nach heutigen Regeln die gelbe Karte zeigen.

    Da Huszti im Spiel schon gelb gesehen hatte, bekam er Gelb-Rot und musste in der Nachspielzeit vom Platz. Beim nächsten Spiele der Hannoveraner gegen 1899 Hoffenheim ist Huszti wegen der gelb-roten Karte gesperrt und darf nicht mitspielen. Der Präsident von Hannover 96, Martin Kind, regte nun an, neben der gelben und der roten Karte beim Fußball auch eine grüne Karte einzuführen.

    Diese könnte eher schwächere Fouls mit einer Zeitstrafe während des Spiels ahnden. Der grün verwarnte Spieler müsste dann zur Beruhigung einige Minuten vom Platz und könnte dann wieder kommen. Kind ist der Meinung, dass man so etwas wie Trikotausziehen nicht mit einem schlimmen Foul gleichsetzen könne.

    Die Rote Karte als Symbol des Platzverweises

    Allgemein gilt die Rote Karte als letzter Ratsschluss des Schiedsrichters. Kommt es zu unsportlichen Szenen, bei denen eine normale Verwarnung als nicht mehr ausreichend empfunden wird, so darf der entsprechende Spieler vom Platz gestellt werden. Meist ist das bei

    • groben Fouls,
    • Tätlichkeiten und
    • ähnlichen Verhaltensweisen angedacht, die dem Sportsgeist zuwiderstehen.

    Ob sich der Angriff dabei gegen eigene oder gegnerische Spieler, Offizielle oder Fans richtet, ist dabei unerheblich. Die Tat alleine genügt bereits, um diese empfindlichste aller Sanktionen auszusprechen. Betroffen ist jedoch nicht alleine der Spieler, sondern auch sein Team, das nun die Lücke im Kader in Unterzahl füllen muss.

    Aus der Not geboren

    Dem Fußball wohnt mittlerweile eine lange Tradition inne. Auf eine mehr als 150-jährige Geschichte kann er alleine im organisierten Verbandssport zurückblicken. Und doch handelt es sich bei der Roten Karte um eine relativ neue Entwicklung.

    Erstmals kam der berüchtigte Karton im Jahre 1966 anlässlich der Weltmeisterschaft in England zum Einsatz. Damals herrschte die Regel, dass ein Spieler mündlich des Platzes verwiesen werden konnte.

    In der Partie der Hausherren gegen Argentinien wollte oder konnte einer der südamerikanischen Kicker den Worten des Unparteiischen aber nicht folgen und verblieb auf dem Platz. Durch die Rote Karte sollte das Signal der Sperre anschließend für jedermann unmissverständlich erkennbar sein.

    Unterschiedliche Konsequenzen drohen

    Im gegenwärtigen Fußballrecht ist die Rote Karte dagegen nicht nur unübersehbar, sondern ebenso in den Regularien fest verankert. Sie bildet die Grundlage diverser Strafmaße:

    • Handelt es sich um keine gravierenden Taten, die dem Spieler vorgeworfen werden, muss er meist mit einer Sperre von einem bis zwei Spielen rechnen.
    • Wiederholungstäter sehen dagegen einer Sanktion von mindestens drei Partien ohne eigenen Einsatz entgegen.
    • In einigen wenigen Ausnahmefällen kann das Maß zudem erhöht werden, womit insbesondere solche Fouls zu ahnden sind, die sich hauptsächlich gegen die Gesundheit des Betroffenen richten, also keinerlei Rechtfertigung aufweisen.

    Rechtliche Möglichkeiten

    Allerdings bleibt stets jener Spieler übrig, der die Sanktion erhält. Ob der Schiedsrichter auf dem Platz die richtige oder falsche Entscheidung getroffen hat, ist zunächst egal – der Kicker muss damit leben. Schon manche Stars wurden auf diese Weise um die Teilnahme an einer wichtigen Begegnung oder sogar einem Finale gebracht.

    Möglich ist es daher, den Ausspruch des Unparteiischen durch ein Sportgericht überprüfen zu lassen. Hier werden insbesondere die Schwere der Tat und das dafür vorgesehene Strafmaß begutachtet. In einigen Fällen kam es bereits zu Freisprüchen für den Spieler. Die Rote Karte kann folglich auch zurückgezogen werden.

    Schiedsrichter in der Fußball-Champions-League in der Kritik - Abseits, Platzverweise, Spielabbruch

    Schwarz-weißer Fußball liegt hinter der Torlinie auf einem Kunstrasenplatz
    Fußball liegt hinter der Torlinie © Smileus - www.fotolia.de

    Am letzten Spieltag der Vorrunde der Fußball-Champions-League standen erneut die Schiedsrichter in der Kritik. So freute sich Schalke 04 beim 2:0-Erfolg über den FC Basel über den italienischen Unparteiischen Paolo Tagliavento, der einen Spieler des Schweizer Erstligisten vom Platz stellte und beim zweiten Treffer der Gelsenkirchener gleich mehrere Schalker im Abseits übersah.

    Fehlentscheidungen beim "Abseits"

    Probleme mit dem Abseits hatte auch sein Kollege Marijo Strahonja aus Kroatien, der beim 2:1-Sieg von Borussia Dortmund bei Olympique Marseille den BVB gleich zweimal benachteiligte. Strahonja entging eine glasklare Abseitsstellung Diawaras beim Ausgleich der Franzosen. Zudem hätte er beim Foul an dem Dortmunder Lewandowski in der 86. Minute Elfmeter geben müssen.

    Der Spanier David Fernandez Borbalan, Schiedsrichter bei der Begegnung Bayern München gegen Manchester City (2:3), bot zwar über weite Strecken der Partie eine souveräne Leistung, die jedoch geschmälert wurde, weil sein Assistent vor dem 1:0 eine knappe Abseitsstellung des Torschützen Thomas Müller übersah.

    Eine spektakuläre Partie gab es in Piräus zwischen den Gastgebern von Olympiakos und RSC Anderlecht (3:1). Der deutsche Unparteiische Wolfgang Stark verhängte drei Elfmeter und Platzverweise gegen die Belgier, die nach der Niederlage nicht gut auf Stark zu sprechen waren. Doch bei zwei der Strafstößen lag der Deutsche richtig.

    Spielabbruch aufgrund von Schneefall

    Ungewöhnliches passierte auch zwischen Galatasaray Istanbul und Juventus Turin. Das entscheidende Spiel um den zweiten Platz in der Gruppe musste wegen Hagels und Schneefalls nach einer halben Stunde beim Stand von 0:0 von Schiedsrichter Pedro Proenca aus Portugal abgebrochen werden. Die restlichen 60 Minuten wurden erst am folgenden Tag gespielt. Der Platz hatte sich über Nacht stellenweise jedoch in eine Schlammwüste verwandelt.

    Die Schneeräumarbeiten von oben sowie die Rasenheizung von unten sorgten für einen schier unbespielbaren Platz. Proenca ließ die Partie dennoch mit Schiedsrichterball fortsetzen. In der 85. Minute schlug Istanbuls Wesley Sneijder zu und erzielte den einzigen Treffer der Begegnung.

    Korruption im Fußball: FIFA-Schiedsrichter mit sexuellen Dienstleistungen bestochen

    Ausschnitt Tor auf Fußballplatz
    goal detail © Tinka - www.fotolia.de

    Vor einem Spiel des AFC Cup, dem asiatischen Pendant zur Europa League, kam es nun zu einem Korruptionsskandal. Das Schiedsrichter-Trio der Begegnung zwischen der indischen Mannschaft East Bengal und den Tampines Rovers aus Singapur wurde mit sexuellen Dienstleistungen bestochen.

    Ali Sabbagh und seine ebenfalls aus dem Libanon stammenden Assistenten hatten das Angebot kostenloser Sex-Dienste angenommen, doch der Antikorruptionsbehörde "Corrupt Practices Investigation Bureau (CPIB)" aus Singapur war es gelungen, den Bestechungsversuch im Vorfeld aufzudecken. Der Schiedsrichter und seine Assistenten wurden noch vor Anpfiff der Partie ausgetauscht. Chaiya Mahapab aus Thailand leitete stattdessen das Spiel, das mit 4:2 für East Bengal endete.

    Der überführte Sabbagh hatte als offizieller FIFA-Schiedsrichter unter anderem einige Begegnungen der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien gepfiffen. Im asiatischen Fußball sind Spielmanipulationen keine Seltenheit. Häufig werden die Betrügereien jedoch gar nicht entdeckt.

    Freistoß-Trick nach neuer Abseitsregel sorgt in Spaniens höchster Fussball-Liga für Aufsehen

    Weißer Fußball in grünem Netz von Fußballtor
    Goal © LVDESIGN - www.fotolia.de

    Ein neue Freistoßvariante sorgt in Spaniens höchster Fußball-Liga für Aufsehen. Die Profis aus der Primera Division profitieren dabei von der neuen Auslegung der Abseitsregel. Dabei stellt sich ein Spieler hinter der Mauer und wenige Meter vor dem gegnerischen Torwart auf. Er nimmt ihm zwar nicht die Sicht, irritiert ihn aber.

    Entscheidung des IFAB

    Diese Position gilt seit dem 1. Juli 2013 nicht mehr als Abseitsstellung, da der Stürmer nach der Ausführung des Freistoßes den Ball nicht berührt. Der Weltfußballverband FIFA hatte eine Entscheidung des International Football Association Board IFAB umgesetzt. So entscheidet der Schiedsrichter nicht mehr auf Abseits, wenn ein Stürmer durch Bewegungen oder Gesten den Gegner stört. Abgepfiffen wird erst, wenn dem Torhüter "klar die Sicht versperrt" ist, oder er daran gehindert wird, den Ball zu spielen.

    Neue Regel führte bereits zu Toren

    In der ersten spanischen Liga ist dieser Trick bereits mehrfach zur Ausführung gelangt. So fielen in den Begegnungen zwischen dem FC Sevilla und Rayo Vallecano sowie UD Levante gegen FC Granada nach derartigen Freistößen sogar Treffer, die die Unparteiischen auch anerkannten. Die Schiedsrichterkommission des spanischen Fußballverbandes hat die neue Regelauslegung bestätigt.

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    • Bildnachweis: football player with a soccer ball on soccer pitch © Forgiss - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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