Nach überstandener Erkältung oder Grippe die Zahnbürste wechseln

Zahnbürsten sind die perfekten Sammelstellen für Bakterien und Viren. Krankheitserreger aller Couleur tummeln sich auf und zwischen den Borsten. Wer nach einem grippalen Infekt oder nach einer Erkältung seine alte Zahnbürste weiter benutzt, riskiert eine Neuansteckung.

Nach auskurierten Infektionen ist der Zahnbürsten-Tausch ein Muss

Der richtige Umgang mit dem Putzwerkzeug

Gerade in der Winterzeit sind Erkältungskrankheiten und Grippeinfekte an der Tagesordnung. Nach einer überstandenen Infektion sollte grundsätzlich ein Austausch der Handzahnbürste oder des Bürstenkopfes bei elektrischen Modellen erfolgen. Das heißt nicht, dass bei jedem Schnupfen ein Zahnbürstenwechsel erforderlich ist, doch nach Zahnfleischentzündungen, grippalen Infekten oder einer überstandenen Herpes-Infektion stecken Zahnbürsten voller Krankheitserreger, die sich trotz gründlichem Abspülen als sehr hartnäckig erweisen. Es kann jederzeit zu einer Wiederansteckung kommen.

Wenig Chancen zum Überleben haben schädliche Bakterien und Viren, wenn die Zahnbürste nach der Benutzung nicht nur gereinigt, sondern auch sorgfältig getrocknet wird. Spezielle Desinfektionsmittel töten ebenfalls Keime ab.

Generell gilt: Treten keine Erkältungskrankheiten oder Zahnfleischentzündungen auf, sollte der Kauf einer neuen Zahnbürste spätestes nach zwei bis drei Monaten erfolgen. Bürsten mit Naturborsten sind weniger geeignet, da sie zur Vermehrung von Krankheitserregern beitragen, Kunststoffborsten hemmen dagegen die Ausbreitung von Keimen.

Immer die eigene Zahnbürste benutzen

Viren, Pilze oder Bakterien auf Zahnbürsten können über das Zahnfleisch ins Blut gelangen und im Körper neue Infektionen auslösen. Man sollte meinen, dass es selbstverständlich ist, Zahnbürsten nicht im fliegenden Wechsel an Familienmitglieder weiterzureichen, doch oft ist gerade das an der Tagesordnung. Fatal, denn Krankheitserreger auf Papas Zahnbürste verbreiten sich rasant im Mund des Mitbenutzers. Deshalb sollten Zahnbürsten grundsätzlich nicht verliehen oder vertauscht werden. Vor dem Verwechseln schützen Zahnbürsten in unterschiedlichen Farben.

Tipp: Zahnbürsten können hin und wieder in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden. Doch auch bei akribischer Sauberkeit sollten die Bürsten regelmäßig gewechselt werden, nach einer auskurierten Erkältung oder Grippe umgehend.

UV-Strahlung zur Desinfektion

Einige Hersteller bieten elektrische Zahnbürsten mit Modulen zur Reinigung und Desinfektion mit UV-Strahlung an. Das UV-Licht kann schädliche Erreger, die sich auf dem Bürstenkopf ansiedeln, unschädlich machen. Durch die UV-Strahlung wird das Erbgut von Mikroorganismen geschädigt, was schließlich zum Abtöten krankmachender Keime führt. Komplett keimfrei werden sie Bürstenköpfe jedoch nicht, denn Schimmelpilze sind oft resistent und lassen sich nicht immer gänzlich ausmerzen.

Bei der UV-Bürstenreinigung kommen keine chemischen Substanzen zum Einsatz, was die gesundheitliche Unbedenklichkeit garantiert. Allerdings ist auch diese Methode nicht hundertprozentig sicher. Sobald der Bürstenkopf berührt wird oder mit der Zahnpastatube in Kontakt kommt, können sich neue Erreger bilden. Gesunde Menschen müssen die Bürsten aber nicht extra desinfizieren. Es genügt, die Zahnbürste nach jedem Gebrauch mit lauwarmem Wasser abzuspülen und gut zu trocknen.

Keimbelastete Aerosole im Bad

Neben Zahnbürsten sind auch Zahnspangen oder Zahnprothesen Brutstätten für Krankheitserreger. Vor allem in kleinen Bädern mit unzureichender Belüftung können sich Keime schnell ausbreiten. Streptokokken lösen Karies oder Parodontitis aus, Grippe- oder Herpesviren finden sich auch auf gründlich gereinigten Handzahnbürsten und Elektrozahnbürsten.

Wichtig: Je älter die Zahnbürste ist, desto langsamer trocknet sie, da sich durch ständigen Gebrauch in den feinen Borsten mit der Zeit Risse bilden - ein perfekter Nährboden für krankmachende Erreger. Besonders in den Zwischenräumen der Borsten herrscht ein optimales Milieu für Bakterien, Viren oder Pilze.

Es wir vermutet, dass beim Zähneputzen mit Keimen belastete Aerosole freigesetzt werden. Diese Wasservernebelungen können sich mitsamt der herumschwirrenden Erreger auf allen Zahnbürsten absetzen. Studien belegen zudem, dass auf Bürsten zur Zahnreinigung Kolibakterien gefunden wurden, übertragen durch freigesetzte Aerosole nach der Toilettenbenutzung. Daher sollten alle Bewohner grundsätzlich bei geschlossenem Deckel spülen.

Wer sicher gehen will, tauscht seine Zahnbürste alle 8 bis 12 Wochen aus und desinfiziert ältere Bürsten regelmäßig – vor allem nach einer Infektion oder bei geschwächter Immunabwehr.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • Dental care equipment on white table © Kati Molin - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema