Bund-, Filz- und Überschuh - Merkmale und Herkunft besonderer Schuhmodelle

Neben den gängigen Schuhmodellen gibt es natürlich auch Besonderheiten. Überschuhe bieten beispielsweise einen zusätzlichen Schutz für die Füße und sind in einigen Situationen Gold wert. Der Bundschuh ist heute kaum noch anzutreffen. Im Mittelalter war das Schuhwerk noch allgegenwärtig. Die alte Handwerkskunst des Filzens hat sich hingegen in der Stoffherstellung bis heute gehalten. Kein Wunder, denn die wärmenden Eigenschaften von Filz können mit den modernsten Materialien problemlos mithalten.

Erfahren Sie mehr über diese praktischen und individuellen Besonderheiten der Schuhmode

Was ist ein Bundschuh?

Der Bundschuh ist ein relativ einfaches Schuhwerk. Es besteht aus strapazierfähigem Leder. Der Schuh wird mittels einer Schnürung, die quer über den Fuß verläuft und ebenfalls aus Leder besteht, gebunden. Meist reichte so ein Bundschuh bis zu den Knöcheln.

Standesgemäßes Schuhwerk

Gerade im Mittelalter sagte die Bekleidung viel über die Herkunft und den Stand ihres Trägers aus. Und auch die Schuhe bildeten da keine Ausnahme. Während beispielsweise die reichen Kaufleute im Mittelalter Schuhe mit teuren Schnallen trugen oder die edlen Ritter Stiefel getragen haben, trug der einfache Bauer die schlichten Bundschuhe.

Die Schuhe gehörten in jener Zeit zur charakteristischen Bekleidung der einfachen Landbevölkerung.

Der Bundschuh wurde schon in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte getragen. Die frühen Modelle unterschieden sich dabei nicht unwesentlich von den neuzeitlicheren Modellen des Mittelalters.

Ein Schuh mit Geschichte

Der Bundschuh war nicht nur das einfache Schuhwerk einfacher Leute aus dem Mittelalter, er ist auch zu einem Symbol geworden. Alles begann damit, dass Bauern in Süddeutschland um das Jahr 1493 herum damit begonnen haben, sich gegen ihre Herren aufzulehnen. Dieser konspirative Verband aus Bauern wurde auch als Bundschuh-Bewegung bezeichnet.

Die verschwörerischen und aufständischen Bauern der Bundschuh-Bewegung legten auch den Grundstein zum Deutschen Bauernkrieg. Dieser dauerte von 1524 bis 1526. Für die Bauern war ihr Schuhwerk dabei als Symbol oder Feldzeichen überall anzutreffen.

Er sollte vor allem als Symbolisierung für die gemeinschaftliche Auflehnung der Landbevölkerung gegen die hohen Herren verstanden werden. Zudem stand der lederne Schuh im krassen Gegensatz zu den klirrenden Stiefeln der Ritter.

Der Bundschuh heute

Bundschuhe gibt es natürlich auch heute noch zu kaufen. Vor allem auf Mittelaltermärkten oder bei mittelalterlichen Spektakeln werden die Lederschuhe noch angeboten. Auch das Internet kann als moderner Marktplatz genutzt werden. Die bequemen Schuhe aus Leder werden oft nach alten Schnittmustern und nach Originalvorlagen per Hand hergestellt.

Getragen werden die Schuhe fast ausschließlich von Fans des Mittelalters auf den bereits erwähnten Spektakeln und Märkten. So manch einer weiß die Vorzüge des komfortablen Lederschuhs allerdings auch zuhause zu würdigen und trägt den Bundschuh als Hausschuh.

Schuhe aus Filz

Die einst belächelten Filzpantoffel von Oma und Opa sind derzeit auch bei jungen Leuten sehr beliebt. Gab es sie früher nur in tristen Naturfarbtönen, so ist die Auswahl an modischen Modellen, in den angesagtesten Farben und Schnitten, ein absoluter Trend.

Nicht nur im Haus - auch als Straßenschuh, als Stiefelette und als Stiefel gibt es die beliebten Schuhe aus Filz. Die Kombination aus Leder, Lammfell und echtem, wärmendem Wollfilz garantiert auch draußen warme Füße und ein gesundes Fußklima.

Herstellungsweise

Filz ist wohl die älteste Art der Stoffherstellung, es gibt unterschiedliche Methoden der Filzherstellung. Wer wirklich warme Füße haben möchte, wählt Schuhe aus reiner Wolle vom lebenden Tier. Viele Hersteller gehen dazu über, natürliche-nichttierische Materialien und Kunststoffe zu verwenden und verkaufen sie als sogenannte "vegane Schuhe".

Die Wolle wird heutzutage zunächst gereinigt, entflochten und zu einem feinen Gespinst zusammengelegt. Diese Gespinste werden dann schichtweise aufeinandergelegt, bis die gewünschte Dicke des Stoffs erreicht ist. Nun presst man die Fasern mit einer flachen Presse zusammen. Zum Komprimieren wir das Rohprodukt noch mehrmals

  • gewalkt,
  • gerollt und
  • geknetet,

bis er die gewünschte Festigkeit besitzt. Der fertige Filzstoff kann nun zur Verarbeitung von Schuhen verendet werden.

Moderne Kombinationsmöglichkeiten

Zur Jeanshose oder einer wärmenden Hose aus Wolle passen Schuhe und Stiefel aus Filz besonders gut. Der Materialmix aus Filz und Leder ist eher derb, eine entsprechende Hose und ein Woll- oder Lodenmantel lassen die Kombination mit dem Schuh zum Hingucker werden.

Am häufigsten sind Filzschuhe als Hausschuhe zu finden. Es gibt ja auch nichts angenehmeres, als seine Straßenschuhe nach der Arbeit auszuziehen und in weiche, wärmende Hausschuhe aus Filz zu schlüpfen. Die Sohlen der Pantoffeln bestehen in der Regel aus anschmiegsamem, flexiblem Kunstsoff, der sich dem Fuß wunderbar anpasst.

Nach Feierabend ist die Passform des Hausschuhs besonders wichtig, dabei sollte er aber nicht zu altbacken wirken und darf auch eine modische Farbe haben. Im Fachhandel gib es die unterschiedlichsten Formen, Farben und Designs, die selbstverständlich zum Trend der Zeit passen.

Der Überschuh - Funktion, Materialien und Formen

Je nach Funktion bestehen Überschuhe aus unterschiedlichen Materialien und sehen anders aus. Im Freizeitbereich steht der Nässeschutz an erster Stelle, dazu sollten sie ein modisches Design haben. In der Krankenpflege und zum Schutz vor Schmutz haben sich Einmal-Überschuhe auch in Krankenhäusern bewährt.

Überschuhe für Motor- und Radsport

Überschuhe sind die idealen Begleiter für Motorrad- und Fahrradfahrer an nassen Tagen. Kommt man bei einer Tour in einen Regenschauer, werden die Überschuhe einfach über die Schuhe oder Stiefel gezogen und die Füße bleiben trocken und warm.

Wie jeder weiß, sind nasse Füße sehr unangenehm und eine Erkältung droht. Fährt man länger durch Regen werden die Füße in jedem Fahrradschuh nass und auch der beste Motorradstiefel saugt sich nach einiger Zeit mit Wasser voll. Überschuhe können das verhindern.

Überschuhe für Fahrradfahrer gibt es in leichten Materialien wie wasserabweisendes, elastisches Polyester. Für die kalte Jahreszeit eignen sich Überschuhe aus Polyester und einer Membran aus Polyamid, die zu 100 Prozent wasser- und winddicht und dazu noch atmungsaktiv sind. Sehr hochwertige Überschuhe bestehen außen aus Polyester mit einer Membran und die Innenseite ist ein Gemisch aus

  1. Polyester,
  2. Kevlar,
  3. Poyurethan und
  4. Polyamid.

Die Sohlen und Schuhspitzen sind besonders abriebfest, geschlossen werden die Überschuhe mit Reißverschlüssen oder einem Klettverschluss. Motorrad-Überschuhe besitzen einen langen Schaft, damit der ganze Stiefel hineinpasst und auch von oben kein Regen eindringen kann. Wie bei den Überschuhen für Fahrradfahrer, so gibt es sie für Motorradfahrer auch in den unterschiedlichsten Ausführungen und Preisklassen.

Sehr einfache Modelle bestehen aus dünnem Polyester, wobei die Überschuhe nur eine halbe Sohle haben. Einige Modelle werden auch mit voller Sohle angeboten, allerdings können sich diese schnell am Fußraster oder Schalthebel verhaken.

Immer häufiger werden auch Überschuhe aus Gummi- oder Latex angeboten, sie sind absolut wasserdicht. Leider lassen sie sich, im Verhältnis zum Überschuh aus Nylon, nicht so schnell und einfach an- und ausziehen.

Überschuhe für mehr Hygiene

schwören auf Überschuhe. Sie sind modisch nicht der Hit, aber sie halten alle Bereiche hygienisch rein. Meistens bestehen sie aus Polyethylen und ähneln einem blauen Beutel mit Gummizug. Hochwertige Modelle haben eine rutschhemmende Sohle aus chloriniertem Polyethylen oder Vinyl. Die Überschuhe werden in Universalgröße angeboten.

Sehr praktisch sind Überschuhe für Menschen, die im Büro arbeiten und zwischendurch eine Baustelle besichtigen müssen, dabei aber nicht immer sofort Arbeitsstiefel anziehen wollen.

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