Wissenswertes zum pH-Wert bei der Auswahl von Hautpflegeprodukten

Oberkörper blonde Frau unter Dusche, grafisch dargestellt

Wer seiner Haut etwas Gutes tun möchte, der sollte auf den pH-Wert der Pflegeprodukte achten

Die Reinigung und Pflege der Haut gehört für die meisten Menschen zum morgendlichen Ritual im Badezimmer. Bei der Auswahl der Reinigungs- und Pflegeprodukte achten viele auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Haut. Und so greifen manche eben zu besonders reichhaltigen Pflegeprodukten, während andere zu pH-neutralen Produkten greifen.

Der pH-Wert der Haut

Den Begriff pH-Wert hat jeder im einen oder anderen Zusammenhang sicher schon einmal gehört. Einfach erklärt handelt es sich bei dem pH-Wert um eine Maßeinheit, die den Grad der Säure angibt. Die Skala für die Ermittlung des pH-Wertes reicht von 1 bis 14.

  • Der Wert 1 steht dabei für ein extrem saures Milieu und ist bei Salzsäure zu finden.

  • Der Wert 7 zeigt ein neutrales Milieu an und ist zum Beispiel der Wert von Wasser. Auch das menschliche Blut liegt mit einem Wert von etwa 7,3 bis 7,5 im neutralen Bereich.

  • Der Wert 14 wird zum Beispiel bei extrem alkalischer Natronlauge gemessen.

Schutzfunktion

Und auch die menschliche Haut ist von einem "Säuremantel" umgeben. Der normale pH-Wert der Haut liegt bei 4 bis 6,5. Das bedeutet, dass gesunde Haut in der Regel leicht sauer ist.

Und das ist aus einem bestimmten Grund so. Denn der leicht saure pH-Wert der Haut hat eine Schutzfunktion für die Haut. So bildet die leichte Säure eine schützende Barriere gegen das Eindringen von Bakterien oder Schadstoffen.

Auch Pilze können sich so nicht bilden.

Feuchtigkeitsspende

Des Weiteren sorgt der leicht saure pH-Wert der Haut dafür, dass die Haut nicht austrocknet. Es ist also von immenser Bedeutung, dass der pH-Wert der Haut immer leicht sauer ist.

Doch gerade bei der Reinigung und bei der Hautpflege wird dieser natürliche Schutzmechanismus der Haut auf eine harte Probe gestellt. Schließlich sorgen das meist pH-neutrale Wasser und alkalische Reinigungs- und Pflegeprodukte oft dafür, dass der pH-Wert auf der Haut angehoben wird.

Bei gesunder Haut diese vorübergehende Anhebung des pH-Werts allerdings von keiner nachteiligen Bedeutung. Denn der Säureschutzmantel gesunder Haut baut sich zum Beispiel nach einer Dusche mit pH-neutralem Wasser und Seifen oder Duschgelen, die meist einen pH-Wert zwischen neun und zwölf haben, nach etwa zwei Stunden wieder auf.

Personen mit Hauterkrankungen oder extrem trockener Haut sollten bei ihren Reinigungs- und Pflegeprodukten unbedingt auf pH-Hautneutrale Produkte zurückgreifen.

Diese wichtigen Funktionen erfüllt der Säureschutzmantel der Haut

Nahaufnahme lächelndes Frauengesicht mit Hautcreme, die mit dem Finger eingecremt wird
face moisturizer © Graça Victoria - www.fotolia.de

An der Oberfläche ist die Haut von einem natürlichen Säureschutzmantel umgeben, der das Eindringen und Wachsen von Keimen, Pilzen oder Bakterien hemmt. Diese Schicht entsteht durch die Endprodukte der Schweißproduktion als auch der Talgproduktion. Wie stabil und gesund dieser Schutzmantel der Haut ist, hängt mit vielen Dingen zusammen. So hat die Ernährung auch einen direkten Einfluss auf diese wichtige Funktion der Haut.

Häufiges Waschen mit Seifen und Duschlotionen soll angeblich den natürlichen Schutzfilm der Haut angreifen. Aus diesem Grund hat die Kosmetikindustrie sogenannte hautneutrale beziehungsweise „milde“ Waschlotionen entwickelt, die den natürlichen Hautschutzmantel nicht angreifen. Doch Wissenschaftler haben längst bewiesen, dass der Schutzfilm auch durch normales Waschen nur mit Wasser entfernt wird.

Zwar nimmt der Schutzmantel bei der Verwendung von Seifen drastisch ab, baut sich allerdings binnen weniger Sekunden wieder auf. Es muss sich also keiner ernsthafte Gedanken um seinen natürlichen Hautschutzmantel machen. Denn die Schweißdrüsen und Talgdrüsen, die dafür verantwortlich sind, dass die Haut von einem Film aus Milchsäure, Harnsäure und Fettsäuren umgeben wird, arbeiten rund um die Uhr.

pH-neutrale Pflege für die Haut

In den Apotheken und Drogeriemärkten gibt es eine ganze Reihe von pH-neutralen Pflegeserien. Bei diesen Produkten ist der pH-Wert auf den des natürlichen Säureschutzmantels der Haut abgesenkt. Das heißt, dass diese Produkte keinen Einfluss auf den Säureschutzmantel haben.

Bei Seifen oder Duschgelen handelt es sich dabei um die so genannten Syndets. Die sind schwach sauer, ähnlich der Haut, und besonders gut für Haut geeignet, die zu Akne neigt. Auch bei Altershaut oder extrem trockener Haut sollte man diese synthetischen Seifen vorziehen, da sie die Haut nicht zusätzlich austrocknen und die natürliche Schutzfunktion nicht stören.

Neben den Duschgelen und Seifen gibt es auf Cremes und Masken, die pH-Hautneutral sind. Diese neutralen Werte sind auch bei Baby-Produkten zu finden, da Babys eine viel empfindlichere, fünf Mal dünnere Haut haben als ein Erwachsener.

Es wird übrigens sehr kontrovers darüber diskutiert, ob man prinzipiell zu pH-neutralen Produkten greifen sollte:

  • Im Grunde spricht nichts dagegen, dass man auch bei gesunder Haut zu solchen Produkten greift.
  • Andererseits spricht auch nichts dagegen, bei den herkömmlichen Produkten zu bleiben, wenn diese bisher einwandfrei vertragen wurden.

Den Säureschutzmantel unserer Haut intakt halten

Nahaufnahme Frauengesicht, sie reibt sich mit Creme ein
Pflege der Schönheit © Martin Allinger - www.fotolia.de

Unsere Haut umgibt uns wie ein Schutzfilm. Sie hat zahlreiche wichtige Funktionen, wie zum Beispiel die Abwehr von Krankheitserregern oder die Verhinderung von Feuchtigkeitsverlust. Um diesen Schutzmantel intakt zu halten, kommt es auf die richtige Pflege an.

Negative Auswirkungen auf die Hautbarriere

Durch zahlreiche Faktoren wird unsere Haut und damit der schützende Mantel angegriffen. Die tägliche Hautreinigung ist dabei ein entscheidener Faktor. Durch übermäßige Hygiene wird die hauteigene Regeneration überfordert - der Haut werden Fette entzogen und durch bestimmte Stoffe wie zum Beispiel Emulgatoren kommt es zu Störungen in der Balance des Säureschutzmantels. Das Resultat zeigt sich in trockener und juckender Haut, was es Erregern leichter macht, in sie einzudringen.

Auf die richtige Pflege setzen

Dies sollten wir uns jeden Tag vor Augen führen, wenn wir duschen, baden oder das Gesichtsgel anwenden. Das Wasser sollte generell nicht zu heiß sein und auf Zusätze, die schäumen, sollte verzichtet werden. Durch hautschonende und milde Tenside in Pflegeprodukten sorgen wir dafür, dass wir unsere Haut nicht unnötig strapazieren. Und schließlich gilt es, die Hornhaut widerstandsfähiger zu machen. Dies gelingt mit Produkten, die Feuchtigkeit und Fette spenden. Dermatologen empfehlen in diesem Zusammenhang beispielsweise Nachtkerzenöl sowie Jojoba und Glyzerin oder Harnstoff.

Für die Stärkung der Hautbarriere eignen sich zudem Phytosterole und Ceramide. Generell sollte auf Emulgatoren, Konservierungs- und Duftstoffe verzichtet werden.

So kann man die Haut auch von innen heraus pflegen

Schöne Frau mit geschlossenen Augen vor einem leuchtend grünen Hintergrund fasst sich mit den Händen ans Kinn
Beautiful young woman applying organic cosmetics to her skin © Andrejs Pidjass - www.fotolia.de

Glatt wie ein Babypopo. Von einer solchen Haut träumen viele. Damit die Haut seidig glatt wird und schön anzusehen ist, muss man sie täglich pflegen. Doch oftmals reicht es nicht aus, die Haut nur von außen mit pflegenden Substanzen zu versorgen.

Voraussetzung für ein strahlendes Hautbild sind eine ausgewogene und gesunde Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise

Wichtige Nährstoffe braucht die Haut auch von innen. In gewisser Weise kann man sich die Haut schöner essen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist Voraussetzung für ein strahlendes Hautbild. Vitamine, Mineralstoffe und vor allem Eiweiß sind wichtig für die Haut. Milchprodukte, Fisch und Eier sollten daher regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. So gut wie diese Lebensmittel für die Haut sind, so gibt es selbstverständlich auch jene, die dem Hautbild schaden können. Zu viel Fett und zu viel Zucker lässt die Haut schlechter aussehen. Auch Rauchen und ein überhöhter Alkoholkonsum tragen dazu bei, dass sich das Hautbild sehr zum Negativen verändert.

Ausreichender Mineralwasserkonsum und Bewegung sind ebenfalls gut für die Haut

Hautzellen müssen stets gut mit Flüssigkeit versorgt werden. Aus diesem Grund sollten Erwachsene auch mindestens zwei Liter am Tag trinken. Am besten ungesüßten Tee oder auch Mineralwasser. Dazu noch Bewegung an der frischen Luft und schon tut man seiner Haut gutes.

Hyaluronsäure in Cremes spenden der Haut Feuchtigkeit

Ab einem Alter von ungefähr 40 Jahren können Hautcremes verwendet werden, die Hyaluronsäure enthalten. Sie spenden der Haut Feuchtigkeit, die sie dann ausreichend in den Zellen speichern kann. Kurz um: Wer gesund lebt, sich gesund ernährt und bewegt, der hat auch eine schöne Haut!

Infos und hilfreiche Tipps zur Hautpflege

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: dusche © Patrizia Tilly - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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