30. Januar 2012
Wolle ist nicht gleich Wolle - der Unterschied ist nicht nur sichtbar, spätestes beim Fühlen wird der Qualitätsunterschied deutlich. Jeder hatte wohl schon einmal einen Pullover, der auf der Haut unangenehm kratzig war und kuschelige Lieblingspullis, in denen man sich richtig wohl fühlte. An einem Pulli aus teurer Wolle hat der Träger viele Jahre seine Freude.
Wir kennen die unterschiedlichsten Arten an Wolle, doch über die Unterschiede und Gewinnung machen sich die wenigsten Menschen Gedanken. Die deutlichen Preisunterschiede der Wolle resultieren aus dem Aufwand der Gewinnung des Rohstoffs und der Menge der Verfügbarkeit.
Wolle ist ein reines Naturprodukt, wobei Baumwolle aus feinen Samenfasern des Baumwollstrauches und alle anderen Wollarten vom Tier stammen. Hierfür werden die Tiere geschoren, oder das Fell ausgekämmt, bei einigen Schafrassen auch ausgezupft. Schon allein diese Unterschiede lassen erahnen warum Wollpullis so verschiedene Preise haben.
Die Bezeichnungen Schurwolle und Reine Schurwolle sind wohl jedem ein Begriff. Diese Wolle stammt von einem lebenden, geschorenen Schaf und ist der häufigste Rohstoff, aus dem Pullover hergestellt werden. Der Preis ist für jeden Verbraucher erschwinglich.
Die hochwertigsten und damit teuersten Pullis sind aus Alpakawolle und Wolle von den absolut seltenen Vikunjas. Dafür hält die Alpakawolle vom Alpakaschaf fünfmal wärmer als Schafwolle. Die mikroskopisch kleinen Lufttaschen halten besser warm als andere tierische Fasern. Sehr beliebt sind Norwegerpullover aus Alpakawolle und Pullis mit plastischen Mustern.
Die kuschelige Angorawolle wird aus dem Fell des Angorakaninchens gewonnen. Die Kaninchen werden immer seltener gezüchtet, daher ist Angorawolle kostbar und ein Pullover aus Angorawolle entsprechend teuer. Die langhaarige, superweiche Wolle ist in der Damenmode sehr begehrt.
Ebenfalls sehr kuschelig ist die Mohairwolle aus den Haaren der Angora- und Mohairziege, dabei unterscheidet sich der Preis in der Dicke des Haares, junge Ziegen haben feines und ältere Tiere dickes Haar.
Merinowolle vom Marinoschaf hat bei uns eine sehr große Bedeutung. Sie ist besonders fein und sehr angenehm zu tragen.
Crossbredwolle stammt vom Crossbredschaf und Cheviotwolle vom Cheviotwollschaf, zum Beispiel dem Shetlandschaf. Aus der Unterwolle des Moschusochsen kann ebenfalls ein Pullover gestrickt werden. Die Bezeichnung dieser Wollsorte ist Quiviut, die schwer zu spinnen und als absolut hochwertig gilt.
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