Hosenbienen und Schenkelbienen

Die weibliche Hosenbiene fällt durch die langen Haarbürsten ihrer Hinterbeine auf. Sie lebt in Süd- und Mitteleuropa und wird in einigen Regionen in der Roten Liste gefährdeter Tierarten geführt. Die Schenkelbiene ist an ihren verdickten Hinterbeinen zu erkennen.

Von Jens Hirseland

Hosenbiene

Die Hosenbiene zählt zur Familie der Apidaae. Sie lebt in Süd- und Mitteleuropa. Da sie in einigen Regionen vom Aussterben bedroht ist, wird sie mancherorts in der Rosten Liste gefährdeter Arten geführt.

Anatomische Besonderheiten

Hosenbienen werden zwischen 1,2 und 1,5 Zentimeter lang. Die weiblichen Tiere besitzen extrem lange Haarbürsten an ihren Hinterbeinen. Diese wiederum enden in braunen bis schwarzen Fransen. Außerdem weisen 3 Hinterleibssegmente weiße Randbinden auf.

Der Kopf-, Rumpf- und Brustbereich besitzt eine gelbe bis braune Behaarung, die sich im mittleren Brustbereich dunkel verfärbt. Die Männchen sind vollständig behaart, wobei die Färbung zwischen weißlich, gelb und braun variieren kann.

Besonders auffällig sind ihre sehr dünnen Beine. Hosenbienen sind Beinsammler. Bei der Nahrungssuche bevorzugen sie Korbblütler.

Lebensraum und das Leben in Brutstätten

Der Lebensraum der Hosenbiene sollte gemäßigt bis warm und sandig sein.

  • Sandgruben
  • Bahndämme
  • Dünen und
  • Böschungen

sind häufige Brutstätten. Gern werden auch

  • sandige Fugen zwischen Gehwegplatten

angenommen. Die weiblichen Tiere fliegen ab Juni, die männlichen ab Juli bis in den September.

Die Gänge für die Eiablage werden häufig in Gruppen angelegt. Sie sind bis über einen halben Meter lang und abgewinkelt. Das Weibchen legt die Brutzellen in mehreren Etagen an. Entscheidend ist, dass jede einzelne Zelle an jeweils einem Tag gebaut und mit Proviant versehen ist, ansonsten baut das Weibchen sie nicht weiter.

Das Mischen des Pollens mit dem Nektar geschieht erst im Nachhinein, zunächst sammelt die Hosenbiene den Pollen in lockeren Haufen. Sind die Nahrungsvorräte zu Ballen geformt, wird das Ei auf dem oberen Ballen abgelegt und die Brutzelle anschließend mit Erde verschlossen. Nach der Verpuppung überwintern die Larven in den Brutzellen, bevor sie im folgenden Jahr schlüpfen.

Schenkelbienen

Schenkelbiene

Die Schenkelbiene ist eine zwischen 0,8 und 0,9 Zentimeter lange Biene aus der Familie der Melittidae. Während das Gesicht der weiblichen Biene schwarz ist, trägt das Männchen in diesem Bereich eine gelbe Zeichnung. Das Weibchen weist am Kopf, Brust- und Rumpfbereich eine gelbbraune Färbung auf, das Männchen ist vollkommen schwarz.

Beide Geschlechter sind behaart, das weibliche Tier allerdings nur im mittleren Brustbereich, wobei das vierte Segment weiße Haarbinden trägt, die an den Endfransen eine schwarze Färbung aufweisen. Auch die Schienenbürsten sind weiß gezeichnet.

Die Behaarung des Männchens beginnt bereits am Kopf und erstreckt sich über den gesamten Thorax. Mit Ausnahme des dritten Segments, das weiße Flecken besitzt, erscheint sie gelbgrau.

Besonders typisch für Schenkelbienen sind die deutlich ausgeprägten Schenkel und Schienen der Hinterbeine, welche den Bienen zu ihrer Bezeichnung verhalfen. An der Außenseite der Schienen befindet sich jeweils ein Sporn.

Die Schenkelbiene ist in Europa beheimatet. Sie bevorzugt feuchte gemäßigte Regionen. Obwohl sie als Einzeltier lebt, bildet sie während der Zeit des Nestbaus lockere Gruppen.

Nahrung

Zur Nahrungsaufnahme werden ölhaltige Gilbweiderichblüten aufgesucht. Während das Öl zum Bau der Brutzellen und zur Herstellung des Larvenbrots verwendet wird, sammeln die Schenkelbienen den Nektar des Gilbweiderichs zur Eigenversorgung. Sie lassen sich in den Monaten von Juni bis August beim Fliegen beobachten.