Lakritz während der Schwangerschaft mit Vorsicht zu genießen

Auch Schwangere naschen gern. Bei Lakritz sollten sie aber vorsichtig sein. Größere Mengen der schwarzen Süßigkeit erhöhen das Risiko für eine Frühgeburt - und sie können die Hirnentwicklung des Babys stören.

Paradisi-Redaktion
Von Paradisi-Redaktion

Lakritz ist bei Schwangeren sehr beliebt. Gerade in den ersten Monaten der Schwangerschaft treten häufig Heißhungerattacken auf süß-salzige Snacks auf. Greift die werdende Mutter allzu oft nach der schwarzen Süßigkeit, kann das aber einen negativen Einfluss auf ihr Baby haben.

Untersuchungen zum Einfluss von Lakritz

Verschiedene Studien zeigen, dass die Bestandteile der Süßholzwurzel die Stresshormone beim Embryo ansteigen lassen - und sie hemmen die Entwicklung des kindlichen Gehirns. Betroffene Kinder schnitten später bei Intelligenztests schlechter ab und litten häufiger unter Verhaltensauffälligkeiten (speziell: ADHS).

Die erste Untersuchung, die einen negativen Einfluss von Lakritz auf die embryonale Entwicklung belegt, stammt aus dem Jahr 2009. Finnische Forscher konnten anhand von 321 Kindern nachweisen, dass hoher Lakritzkonsum in der Schwangerschaft die kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten beeinträchtigt. Kinder, deren Mütter viel Lakritz verzehrt hatten,

  • wiesen einen geringeren Wortschatz auf,
  • konnten sich schlechter konzentrieren und
  • neigten zu aggressiverem Verhalten.

Auch das räumliche Vorstellungsvermögen und das Gedächtnis waren eingeschränkt.

Gefahr durch Glycyrrhizinsäure

Frühere Untersuchungen hatten bereits einen Zusammenhang zwischen Lakritz und Frühgeburten entdeckt. Die Ursache für die schädlichen Einflüsse liegen demnach in einem bestimmten Bestandteil der Süßholzwurzel: Glycyrrhizinsäure verändert die Durchlässigkeit der Plazenta, so dass der Embryo verstärkt dem Stresshormon Cortisol ausgesetzt wird. Bereits ein Gramm Glycyrrhizinsäure pro Woche reicht aus, um den Cortisolspiegel des Ungeborenen ansteigen zulassen.

Die genauen Zusammenhänge zwischen Glycyrrhizinsäure und der Stressbelastung für den Embryo sind noch nicht bekannt. Die Forscher gehen jedoch davon aus, dass der Schwellenwert für den Verzehr von Glycyrrhizinsäure bei 100 mg pro Tag und 500 mg pro Woche liegt. Das entspricht etwa sieben Lakritzschnecken pro Tag oder 100 Gramm pro Woche. Übersteigt der Konsum diese Mengen, drohen spätere Verhaltens- und Konzentrationsprobleme.

Lakritze nur ab und zu

Die Höchstwerte für Glycyrrhizinsäure in Lebensmitteln sind in Deutschland begrenzt. Herkömmliche Lakritz darf maximal 0,2g/100g enthalten. Bei höheren Glycyrrhizinsäure-Werten muss die Nascherei als "Starklakritz" gekennzeichnet sein. In anderen Ländern sind dagegen deutlich höhere Konzentrationen üblich. Einige skandinavische Salmiakpastillen liefern pro 40-Gramm-Packung rund 400 mg Glycyrrhizinsäure.

Werdende Mütter, die gar nicht auf die schwarze Süßigkeit verzichten mögen, sollten auf Produkte mit möglichst wenig Glycyrrhizinsäure ausweichen - oder neun Monate lang am besten auf anderes Naschwerk ausweichen.