24. Dezember 2009
Von Viola Reinhardt
Zwei Stunden Entspannung pur, ein verbessertes Hautbild und eine Seele die im Einklang mit sich selbst steht, sind nur einige der Vorzüge die man durch eine Sung Rei Massage genießen kann. Sung Rei ist zwar eine Massage die im Trend liegt, aber kaum von jemanden gekannt wird. Mysteriös sind die Beschreibungen, manchmal etwas undurchsichtig und doch zählt sie zu einer der wohltuenden Massageformen überhaupt.
Geht man auf Informationssuche über Sung Rei, wird man relativ schnell feststellen, dass es nicht wirklich viel Informatives gibt. Von unterschiedlichen Massageölen und Massagegels in Farbe wird gesprochen oder auch von verschiedenen Massagegriffen, die die Seele in eine neue Balance bringen soll. Was ist wahr und was erfunden, so stellt man sich dann rasch die Frage. Als Antwort: Von jedem ein bisschen und auch wieder nicht.
Stimmig ist auf jeden Fall, dass Sung Rei den traditionellen balinesischen Massagen entsprungen ist. Diese beinhalten verschiedene ätherische Öle, wie etwa Yasmin, Ingwer, Sandelholz, Ylang-Ylang oder auch Gewürznelken. Blumig, duftig und schwer wie die Luft der feuchten Tropen legen sich diese Düfte auch bei einer Sung Rei Massage auf das Gemüt und üben ihre ganz eigene beruhigende Wirkung auf den zu Massierenden aus. Doch noch vor dem Beginn der eigentlichen Massage kann man schon in die Welt im Indischen Ozean eintauchen: Entkleidet und in warme Decken gehüllt erreichen die Ohren zwar fremde, aber Ruhe ausstrahlende Klänge, die der traditionellen Musik der Insel entstammen.
Begonnen wird die Sung Rei Massage, die übrigens sehr oft von Kosmetikerinnen angeboten wird, im Gesicht. Mit leichtem Druck und kreisenden Bewegungen wird Zone für Zone des Gesichtes massiert und die einzelnen Muskeln entspannt. Bevor die Massage am Körper fortgesetzt wird, werden feuchtwarme Kompressen auf den Bauch gelegt und verströmen eine ganz spezielle Wärme, die neben der Entspannung vor allem ihre Wirkung auf die Verdauung ausübt.
Anschließend erfolgt die Ganzkörpermassage nach der Sung Rei Methode, die neben verschiedenen Massageölen auch gefärbte Massagegele zum Einsatz bringt. Diese bestehen in der Regel aus den Farben Rot, Blau, Grün und Gelb und zeigen jeweils eine unterschiedliche Wirkung. Während sich die eine Farbe eher auf die Haut positiv auswirkt, zeigt sich eine andere als energetische Unterstützung der Organe. Energie ist sowieso einer der primären Merkmale der Sung Rei Massage, denn während der ganzen Massagedauer, die bis zu zwei Stunden gehen kann, liegt das Fließen der innen liegenden Energiebahnen im Fokus der Anwendung.
Die Elemente Feuer, Wasser und Luft spielen auch im balinesischen Raum eine wichtige Rolle. Angesichts der traditionellen Massagen finden sich deshalb auch drei bestimmte Systeme (ähnlich wie in der Ayurveda) namens VAT (Einordnung der Nerven und Hormone), PITT (für die Systeme der Verdauung und Enzyme), sowie KAPH (das System der Flüssigkeiten) innerhalb dieser Massage, die durch gezielte Berührungen aus Streichen, Kneten und sanftem Reiben wieder in einen gesunden Fluss gebracht werden sollen.
Und beobachtet man sich nach der Sung Rei Massage dann mal etwas eingehender, kann man zweifellos feststellen, dass man sich nicht nur herrlich entspannt fühlt, sondern sich auch schon nach wenigen Stunden die ersten zaghaften Wirkungen auf die körperlichen Vorgänge spüren lassen: Die Verdauung zeigt sich angeregt, die Haut besser durchblutet und das Allgemeinbefinden gesteigert. Das Schöne an dieser Massageform ist jedoch, dass man nicht zwingend nach Bali fliegen muss, sondern mit etwas Glück nur einige Straßen weiter zur Kosmetikerin oder ins Wellnessstudio laufen oder fahren muss.
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