22. Juli 2005
Von Anakalia
Vor wenigen Jahren wurde es noch für ein lustiges Wortspiel gehalten, aber inzwischen wissen immer mehr Menschen etwas mit dem Begriff "Lomi Lomi" anzufangen.
Lomi Lomi, in Variationen auch Tempeltanzmassage, Lomi Lomi Nui oder Romi genannt, ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die auf altem Heilungswissen aus dem polynesischen Kulturerbe basiert. Ursprünglich wurde sie auch bei bestimmten Lebensabschnitten als Übergangs- und Initiationsritual durchgeführt. Die Grundlagen dieser Arbeit sind Respekt, Aufmerksamkeit und liebevolle Hinwendung zu der Person, die behandelt wird.
Lomi Lomi kann als Massagearbeit angesehen werden, aber sie ist viel mehr. Ihre Wirkung beschränkt sich nicht nur auf den Körper allein, wo sie Schmerzen, muskuläre und energetische Blockaden und organische Dysfunktionen lindert. Sie geht auch tief in den psychischen Bereich, denn wenn der Rücken schmerzt, schmerzen oft auch Bereiche des Lebens und der Seele. Eine der Besonderheiten der Lomi Lomi besteht darin, dass die Massage durch die Verwendung von warmem, natürlichem, duftendem Massageöl immer "im Fluss" ist, und keine statische Behandlung einzelner Muskelgruppen darstellt. Schmerzhafte Verspannungen werden sanft und tiefgreifend behandelt. Immer wieder wird der Kontakt mit dem ganzen Menschen hergestellt. Der Körper wird geöffnet, um ihn wieder in seiner ursprünglichen, entspannten Form genießen zu können. Schmerz hat deshalb in dieser Körperarbeit keinen Platz.
Die Masseurin bzw. der Masseur bewegt sich tanzend um den Massagetisch und widmet die volle Aufmerksamkeit dem Menschen, der behandelt wird. Die Lomi Lomi dauert eineinhalb bis zwei Stunden und wirkt den alltäglichen Zerstreuungen und dem Stress entgegen. Sie ist eine wundervolle Möglichkeit, alle Sinne zu öffnen und den Zustand von Loslösung, Entspannung und Geborgenheit zu erfahren. Vergangenes kann sanft abgeschlossen und losgelassen werden. Durch die richtigen Massagegriffe werden Stoffwechselprozesse in Gang gesetzt, welche die Zellen verstärkt mit allen wichtigen Stoffen versorgen. So wird das Gewebe auf natürliche Weise belebt und geglättet, nachhaltiger als durch Operationen.
Aber es kann nicht "übertherapiert" werden, denn alle Prozesse gehen nur so weit, wie es der Klientin oder dem Klienten wohltut. Aber was auch immer geschieht, ob die Massage einen Heilungs- oder Veränderungsprozess in Gang setzt oder einfach nur tief entspannt – es bleibt das Gefühl zurück, sich selbst und der eigenen Schönheit wieder ein großes Stück näher gekommen zu sein. Die Gefühle finden ein wohliges Zuhause, was sich in erneuerter Vitalität und Lebensfreude ausdrückt.
Eingebettet in ein kleines hawaiianisches Ritual ist Lomi Lomi also Berührung und Zugang zu Schönheit auf allen Ebenen. Sie ist eine liebevolle Verbindung vom Herzen zum Herzen über die Hände. "Sind Deine Hände zärtlich und liebevoll, werden Deine Klienten die Aufrichtigkeit Deines Herzens spüren. Ihre Seelen werden sich nach Deiner ausstrecken und die göttliche Heilung wird durch Euch beide fließen." So formuliert es poetisch die hawaiianische Lomi Lomi-Lehrerin Auntie Margaret Kalehuamakanoelulu'uonapali Ahaulakeali'i Machado.
Aber außer der Lomi Lomi hat Hawaii noch viel mehr zu bieten. Die Menschen dieser pazifischen Inselgruppe sind geprägt vom sogenannten "Aloha-Spirit", dem Geist des liebevollen und wertschätzenden Umgangs miteinander: Menschen, die uns von Herzen lächelnd entgegen kommen. Was es bedeutet, liebevoll angenommen zu werden, wie man ist, wird in der heutigen Zeit und in unserem Zivilisationskreis immer seltener erfahrbar, obwohl es für jeden Menschen von so großer Bedeutung ist. So ist "Aloha", was überall zur Begrüßung gesagt wird, sicher das schönste Wort der hawaiianischen Sprache und hat viele Bedeutungen. Die wichtigsten sind "Liebe" und "den Atem teilen", was die Verbundenheit mit anderen Menschen ausdrückt.
Von dieser Haltung geprägt sind auch der Tanz "Hula" und die Meditation in Bewegung "Ka Lele", auch "Fliegen" genannt. Der Hula erschließt zu exotisch-paradiesischen Melodien und Rhythmen ein neues Körper- und Selbstgefühl. Beim "Fliegen" handelt es sich um uralte Schrittfolgen, die das Bewusstsein erweitern und helfen, über die alten Grenzen und Muster hinaus zu schreiten. Um die Harmonie in sich selbst und einer Gemeinschaft zu erhalten, wird seit Jahrhunderten die Konfliktlösungsmethode Ho’oponopono praktiziert. Sie bildet auch die Grundlage für die hawaiianische Körperarbeit. Denn nur, wer mit sich selbst "im Reinen" ist, kann anderen Menschen mit Achtung entgegen treten.
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