28. September 2011
Als Stroboskopie bezeichnet man eine Untersuchungsmethode in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Sie dient zur Beurteilung der Beweglichkeit der Stimmlippen.
Im Rahmen einer Stroboskopie untersucht man das Schwingungsverhalten der beiden Stimmbänder, die sich im Kehlkopf befinden. Zur Anwendung kommt dabei ein Stroboskop.
Bei den Stimmbändern handelt es sich um muskuläre Stränge. Diese werden von einer dünnen Schleimhaut überzogen. Während die Stimmbänder an der Vorderseite miteinander verbunden sind, verfügen sie am hinteren Teil über einen winkelförmigen Knorpel. Dieser Knorpel wird von den Muskeln des Kehlkopfes bewegt, wodurch sich die Stimmritze, die die Form eines Dreiecks hat, und zwischen den Stimmbändern entsteht, sowohl erweitern als auch verengen lässt. Während die Engstellung die Stimmbildung ermöglicht, sorgt die Weitstellung für die Atmung. Die Modulierung von Stimmklang und Stimmhöhe wird sowohl durch die Weite der Stimmritze als auch durch wellenförmige Schwingungen des Stimmbandmuskels möglich. Da die wellenförmigen Bewegungen sehr rasant ablaufen und zudem niedrigamplitudig sind, lassen sie sich ohne spezielle Hilfsmittel jedoch nicht beurteilen. Aus diesem Grund greift man auf ein spezielles 90-Grad-Endoskop zurück, das man als Stroboskop bezeichnet. Mit dem Stroboskop ist der untersuchende Arzt in der Lage, die Amplitude, die Feinmotorik, den Bewegungsablauf und die Regelmäßigkeit der Schwingungen von Stimmlippen und Stimmritze (Glottis) zu beurteilen. Darüber hinaus lässt sich das Schwingungsverhalten der Stimmbänder genau untersuchen.
Das spezielle Endoskop ist mit einer Vergrößerungsoptik sowie einer Blitzlichtquelle ausgestattet. Während der Untersuchung blitzt das Endoskop ein frequenzunabhängiges Licht auf die Stimmbänder, wodurch ein Zeitlupenbild der Stimmbandschwingungen entsteht. Dabei kann der untersuchende Arzt die Frequenz der Lichtblitze sowohl höher als auch niedriger einstellen. Auf diese Weise lässt sich jede einzelne Schwingung der Stimmbänder beleuchten. Das Verfahren ermöglicht es, durch die Symmetrie zwischen den beiden Stimmlippen sowie den regelmäßig stattfindenden Wellenbewegungen und deren Amplitude, funktionelle Störungen der Stimmbänder festzustellen und voneinander zu unterscheiden. Ebenso ist es möglich, Entzündungen der Stimmbänder und bösartige Veränderungen, wie sie beispielsweise bei Kehlkopfkrebs entstehen, zu diagnostizieren. Dabei kann auch ermittelt werden, wie tief ein Tumor sitzt.
Zu den Anwendungsgebieten der Stroboskopie gehören vor allem organische Stimmstörungen wie Stimmlippenlähmungen, Stimmlippenzysten, Stimmlippenknötchen, Leukoplakie, chronische Kehlkopfentzündungen, funktionelle Stimmstörungen sowie glottische Karzinome.
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