30. August 2007
Die Therapie durch Schlafentzug, auch Wachtherapie genannt, findet ihre häufigste Anwendung im Krankheitsbild der Depression.
Die Depression ist eine noch unterschätzte, aber sehr weit verbreitete Krankheit, die insbesondere in den westlichen Industrienationen ihre Verbreitung hat und die am weitesten verbreitete psychische Krankheit unserer Zeit ist. Genaue Ursachen lassen sich für sie nur schwer feststellen, denn meist liegen diese in einer Vermischung aus biologischen Faktoren, und der Wirkung konkreter Ereignisse auf die Psyche. Die Symptome der Depression sind oft auch so unterschiedlich wie ihre Ursachen. Vor allem zeigen sich aber Symptome wie z.B. eine starke Antriebshemmung, die aufgrund des psychischen Charakters der Krankheit auch eine starke Denkhemmung mit sich bringen kann. Oft ist der Schlafrhythmus gestört, und diese Störung steht in direktem Zusammenhang mit dem Gefühl starker innerer Unruhe. Die psychotischen Symptome unterscheiden sich dabei stark in ihrer Ausprägung, und können von einfachen Schuldgefühlen über Suizidgedanken bis hin zu Wahnvorstellungen reichen.
Die Therapie durch Schlafentzug gestaltet sich je nach Schweregrad des vorliegenden Krankheitsbilds. So wird mit teilweisem, also partiellem, Schlafentzug gearbeitet, wie auch mit vollständigem Schlafentzug. Der partielle Schlafentzug richtet sich auf den Schlaf in der zweiten Nachhälfte. Oftmals ist schon sehr früh zu erkennen, dass sich die Stimmung des Patienten am folgenden Tag deutlich bessert. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil dieser Form der Therapie ist das vollständige Fehlen von Nebenwirkungen, wie dies bei medikamentösen Therapieformen vielfältig der Fall ist.
Allerdings muss erwähnt werden, dass diese Form der Therapie als Ergänzung bei medikamentösen und psychotherapeutischen Maßnahmen angewandt wird. Da dauerhafter Schlafmangel aber zu körperlichen Beschwerden führt, wird die Therapie den Schlaf des Patienten lediglich neu rhythmisieren. Hierzu gehört bei längerer Anwendung eine Vorverlagerung der Schlafphasen, da die Depression meist am Morgennach dem Aufwachen ihre Hauptsymptome zeigt. Durch diese Vorverlagerung des Schlafs werden die Krankheitssymptome reduziert und nach und nach abgebaut.
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