Erwachsene kümmern sich viel zu selten um den eigenen Impfschutz

Nur 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland denkt an einen ausreichenden Impfschutz

Paradisi-Redaktion
Von Paradisi-Redaktion
16. August 2008

Der Blick in den Impfpass Erwachsener ist oft ernüchternd: Abgesehen von den Impfungen im Kindesalter herrscht dort gähnende Leere. "Nur 60 Prozent der Erwachsenen hierzulande haben einen ausreichenden Impfschutz", berichtet Allgemeinmediziner und Mitglied der Ständigen Impfkomission (STIKO) am Robert-Koch-Institut Professor Klaus Wahle im aktuellen "HausArzt-Patientenmagazin".

Zwar legen die Impfungen in jungen Jahren den Grundstein für einen Schutz, doch dieser hält bei manchen Krankheiten nicht lebenslang und muss regelmäßig aufgefrischt werden - bei Tetanus und Diptherie beispielsweise alle zehn Jahre. Doch die wenigsten Menschen denken daran.

Nachlässigkeit bei Auffrischung des Impfschutzes

Bei einer Studie in Schleswig-Holstein war nur jeder zweite über 60-Jährige gegen Tetanus geschützt, gar nur jeder dritte gegen Diptherie. Ein Grund für die Nachlässigkeit: Gerade durch Impfungen sind viele Krankheiten selten geworden. "Daraus zu folgern, dass keine Gefahr mehr besteht, ist ein Trugschluss", erläutert Dr. Matthias Frank vom Hausärzteverband Baden-Württemberg. Da es aber keine Impfpflicht gibt, müsse sich jeder um einen ausreichenden Schutz selbst kümmern.

Wichtig: Wie das Patientenmagazin berichtet, fallen für die von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen und deren Auffrischungen in der Regel keine Kosten an. Sie werden von den Krankenkassen bezahlt.