Transgender: Studie untersucht die Namenswahl bei Transmenschen

Neuer Name bei Transgendern: Viele fragen ihre Eltern und wählen häufig einen Doppelnamen

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  • von Paradisi-Redaktion
Pinker Zettel mit Mädchennamen neben Buntstiften

Jeder, dessen angeborenes Geschlecht nicht zur gefühlten Geschlechtsidentität passt, leidet im Alltag unter vielen Dingen. Wer sich bewusst entscheidet, die eigene Wahrnehmung nicht zu verstecken und offen als Transmensch zu leben, bekommt heute von vielen Teilen der Gesellschaft Unterstützung.

Ein wichtiger Schritt ist für viele das Aussuchen und Tragen eines neuen Vornamens. Eine Doktorarbeit hat sich mit der Frage beschäftigt, nach welchen Kriterien sich Transmänner und Transfrauen ihren Namen wählen.

Die Untersuchung wurde von einer Sprachwissenschaftlerin geleitet, die in einer Ehe mit einer Transfau lebt und daher auch privat mit der Thematik konfrontiert ist. Die Forscherin arbeitete insgesamt mit 200 Transmenschen und führte ausführliche Interviews. Die Mehrheit der Befragten hatten ihren Namen bereits rechtswirksam ändern lassen oder stand kurz davor.

Wünsche der Eltern werden berücksichtigt

Am auffallendsten war, dass viele Transmenschen große Rücksicht auf ihre Eltern nehmen (möchten). Da ihr ursprünglicher Vorname von ihren Eltern ausgewählt wurde, versetzen sie sich in deren Lage und glauben, dass Mutter und Vater durch die Änderung verletzt sind. Viele fragen daher vorab nach, welchen Namen die Eltern gewählt hätten, wenn das Geschlecht bei der Geburt ein anderes gewesen wäre.

Außerdem entscheiden sich viele Transmenschen für einen Doppelnamen. Der erste entspricht entweder dem "Änderungswunsch" der Eltern oder der eigenen Wahl, während der Zweitname bewusst eine große Ähnlichkeit zum alten Vornamen hat; etwa "Michaela" statt "Michael".

In Sachen Klangbild

Neben dieser Gemeinsamkeit von Transmännern und Transfrauen konnte die Studie zudem zeigen, dass Transfrauen sehr darauf bedacht sind, einen möglichst feminin-klingenden Namen zu wählen. Bevorzugt werden Namen mit einem Vokal am Ende, also etwa Sofie oder Lena. Transmänner achten dagegen weniger auf das Klangbild und wählen einen Namen, der dem aktuellen Geschmack der Durchschnittsbevölkerung entspricht.

Männernamen mit besonders weicher Lautstruktur werden jedoch auch eher vermieden. Ein Beispiel dafür wäre der Name Noah.

Teil der Befragung waren auch einige Transmenschen, die sich weder als männlich noch weiblich sahen. Sie brachen auch bei der Namenswahl deutlich aus der binären Ordnung aus und suchten sich neutral-klingende Namen, die dann meist englische oder lateinische Begriffe sowie alte Götternamen waren.

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  • Bildnachweis: Namensfrage © thingamajiggs - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - News vom

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