24. November 2011
Kinder, die Opfer von sexuellem Missbrauch werden, brauchen Hilfe von Erwachsenen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die nächsten Angehörigen.
Von sexuellem Missbrauch können sowohl Mädchen als auch Jungen betroffen sein. Diese benötigen Hilfe von erwachsenen Menschen, denen sie vertrauen können. In der Regel sind das die nächsten Angehörigen. Manchmal kommt es jedoch sogar innerhalb der Familie zu Missbrauchsfällen. Für Angehörige ist die Situation dann besonders schwierig. Wie kann man also als Familienmitglied den Missbrauchsopfern helfen?
Erfährt man als Angehöriger von einem Kind, dass es sexuell missbraucht wurde, ist dies eine überaus problematische Situation. Oftmals kommt es zu Gefühlen wie Wut und Hass auf den Täter, aber auch zu Ohnmacht und Sorge. Besser ist es jedoch, einen kühlen Kopf zu bewahren und Fingerspitzengefühl zu zeigen. Vor allem, wenn der Missbrauch in der eigenen Familie stattfindet, reagieren viele Angehörige mit Hilflosigkeit. Auch die Missbrauchsopfer selbst empfinden oft widersprüchliche Gefühle für den Täter wie Liebe und Zuneigung auf der einen Seite, aber auch Scham, Ablehnung und Angst auf der anderen Seite. Durch diese widersprüchlichen Emotionen wird eine rasche Lösung umso schwieriger. Darüber hinaus droht eine Spaltung der Familie.
Damit man als Angehöriger einem Missbrauchsopfer so gut wie es geht helfen kann, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, denn mit hektischen Überreaktionen und Panik ist dem Kind nicht gedient. Nur wenn man selbst Ruhe ausstrahlt, kann man ihm wieder Sicherheit vermitteln. Zu bedenken ist auch, dass voreilige Reaktionen den Täter warnen könnten. Oft ist es hilfreich, sich Unterstützung bei Menschen zu suchen, denen man vertraut, wie zum Beispiel dem Partner, anderen Angehörigen, Freunden oder Arbeitskollegen, da man als einzelne Person oft selbst mit der Problematik überfordert ist. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich Rat bei professionellen Beratungsstellen zu holen, die einem sagen können, wie man am besten vorgeht.
Ein wichtiger Punkt ist auch, einem Kind zu glauben, wenn es sich einem anvertraut. In der Regel lügen Kinder nicht, wenn sie über sexuellen Missbrauch berichten. Für das Kind ist es schon eine große Hilfe, über das Erlebte sprechen zu können. Dabei sollte man dem Kind keine Vorwürfe machen und klarstellen, dass es keinerlei Schuld an dem Geschehen hat. Um dem Kind wieder mehr Sicherheit zu vermitteln, sollte zudem soviel normaler Alltag wie möglich gewahrt werden, denn für Kinder ist Normalität überaus wichtig.
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20.05.12 | |
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