Wespenbienen und Langhornbienen

Wespenbienen, die ihren Namen der Ähnlichkeit mit den Wespen verdanken, gehören zu den Brutschmarotzern. Bei den Langhornbienen besitzt das Männchen sehr lange und auffällige Fühler. Die Wespenbiene schmarotzt als Kuckucksbiene häufig in den Nestern der Langhornbiene.

Langhornbienen bevorzugen als Lebensraum Streuobstwiesen sowie Hochwassergebiete mit sandigem Boden

Wespenbienen

Wespenbienen sind relativ kleine Bienen aus der Familie der Apidae. Sie erreichen eine Länge zwischen lediglich 0,3 und 1,1 Zentimeter und besitzen eine große optische Ähnlichkeit mit den Wespen.

Zu ihren typischen Merkmalen zählt die zwei- beziehungsweise dreifarbige Streifenfärbung in Rot, Schwarz und Gelb. Eine Behaarung ist nur schwach ausgeprägt, allerdings besitzen die weiblichen Tiere an ihrem fünften Hinterleibssegment eine geschlossene Haarfranse. Das erste Fußglied erscheint sehr lang und breit. Der Körper besitzt eine starke Taillierung.

Lebensräume

Wespenbienen kommen außer in Australien überall auf der Welt häufig vor. In Europa sind etwa 202 verschiedene Arten beheimatet. In Mitteleuropa sind sie in den Monaten zwischen März und September zu beobachten. Teilweise entwickelt sich nur eine Generation, häufig aber auch die zweite Generation innerhalb eines Jahres.

Brutschmarotzer

Wespenbienen werden als Kuckucksbienen bezeichnet, weil sie ihre Larven als Brutschmarotzer in den Nestern anderer Bienenarten heranziehen. Das Weibchen schmuggelt sich zur Brutzeit in fremde Bienennester ein und legt ihre Eier in die vorgefertigten Brutzellen der Wirtsbiene. Somit sind in jeder Brutzelle zwei Eier vorzufinden.

Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Schmarotzerlarven zusammen mit den Nachkommen der Wirtsbiene von ein und derselben Nahrung. Letzteren gegenüber besitzen sie einen entscheidenden Vorteil: Sie gedeihen schneller. Nicht zuletzt verzehren sie ihren Konkurrenten und auch dessen Nahrungsvorräte. Anschließend findet die kokonlose Verpuppung statt.

Häufig kommt es durch das Schmarotzertum zur Schädigung des Einzelbestandes der Wirtsbiene. Dieser erholt sich im Allgemeinen nach einer gewissen Zeit. Ursächlich für diese Lebensweise sind die fehlenden Sammelvorrichtungen im weiblichen Tier.

Als Wirtstiere werden je nach Art

  • Sand- und Furchenbienen
  • Langhorn- und Sägehornbienen sowie
  • Zottelbienen

bevorzugt. Sind die Nachkommen geschlechtsreif, ernähren sie sich von Nektar und Pollen.

Langhornbienen

Zu den Langhornbienen gehören die Arten zweier Gattungen. Dies sind die Eucera und die Tetralonia. Beide Gattungen weisen große Ähnlichkeiten auf, sie lassen sich lediglich durch die Anzahl der Cubitalzellen im vorderen Flügelteil unterscheiden.

Lebensräume und Flugverhalten

Die Langhornbiene kommt in Europa und in Asien vor, in Deutschland sind acht Arten bekannt. Sie lassen sich je nach Art ab April und in den Sommermonaten beobachten.

Der Lebensraum der jeweiligen Art entspricht dem Standort der Nahrungsquelle. Häufig werden Streuobstwiesen oder Hochwassergebiete mit sandigem Boden angenommen.

Anatomische Besonderheiten

Langhornbienen werden zwischen 1,3 und 1,6 Zentimeter lang. Die Männchen besitzen extrem lange Fühler. Ihr Körperbau wirkt sehr gedrungen. Der Thorax besitzt eine gelbbraune Färbung und ist behaart, am Abdomen sind helle Haarbinden erkennbar. Die weiblichen Tiere weisen an jeder Hinterschiene eine Haarbürste auf.

Auch an den Fersen sind Haarbürsten erkennbar. Diese werden zum Sammeln des Pollens von verschiedenen Pflanzenarten benutzt, wobei sich jede Art auf jeweils eine Pflanzenart spezialisiert hat.

Nestbau

Die Nester werden von den Weibchen in den Boden gegraben. Anschließend legen diese in den Seitengängen vertikale Brutzellen an. Sind die Brutzellen mit Proviant ausgestattet, werden die Zellen verschlossen. Manchmal entwickelt sich während eines Jahres eine einzige Generation. Teilweise können auch zwei Generationen entstehen.

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