Furchenbienen und Spiralhornbienen

Die Furchenbiene zählt zu den Bienenarten, die auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten stehen. Sie ist ein Beinsammler. Auch die Spiralhornbiene ist vom Aussterben bedroht, Schuld daran ist die systematische Zerstörung ihrer Lebensräume.

Die Furchenbiene setzt ihr Nest in Lehmböden oder Steilwände, die Spiralhornbiene in vegetationslose Böden

Furchenbiene

Die Furchenbiene wird zwischen 1,3 und 1,6 Zentimeter lang. In ihrer Körpermitte besitzen die weiblichen Tiere schmalere oder unterbrochene Hinterleibsbinden. Die männlichen Tiere weisen zum Ende hin breitere Abdomen auf.

Lebensraum und Nahrungssuche

Die Furchenbiene lebt zwischen Marokko und Südfinnland. Ihr Lebensraum erstreckt sich bis in die Mandschurei. Sie bevorzugt eine offene Vegetation und spezialisiert sich bei der Nahrungssuche auf bis zu acht verschiedene Pflanzenarten. Bevorzugt werden unter anderem Korbblütler und Raublattgewächse.

Brutzellen und Fortpflanzung

Das Weibchen gräbt zum Bau von Brutzellen Hohlräume in

  • Steilwände und
  • Lehmböden.

Mit einer Tiefe von bis zu 30 Zentimetern sind diese nicht besonders lang. Im Gegensatz zu anderen Bienenarten legt die Furchenbiene solitäre Nester an und bringt lediglich eine Generation pro Jahr hervor. Das weibliche Tier verbringt mit ihren Larven einige Wochen zusammen im Nest. Nachdem das Alttier gestorben ist, verpaaren sich die Jungtiere untereinander.

Während die Drohnen noch im selben Jahr sterben, überwintern die jungen weiblichen Bienen in den Nestern, um im folgenden Frühling auszufliegen und neue Nester zu graben.

Furchbienen als bedrohte Tierart

Die Furchenbiene steht in der Kategorie 3 auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Das bedeutet, dass sie vom Aussterben bedroht ist.

  • Schuld daran sind einerseits die immer knapperen Lebensräume mit geeigneten Untergrundstrukturen.
  • Zum anderen nehmen die Futterquellen, die aus acht Pflanzenarten bestehen, durch menschliches Eingreifen ab.

Spiralhornbiene

Auch die Spiralhornbiene ist in einigen Regionen vom Aussterben bedroht. In Mitteleuropa, wo lediglich zwei Arten leben, wird der Lebensraum durch

  • den Straßenbau
  • Monokulturen und
  • die Erschließung von immer mehr Wohngebieten

zerstört. Die Spiralhornbiene zählt zur Familie der Halictidae.

Anatomische Besonderheiten

Spiralhornbienen können zwischen 0,8 und 1,1 Zentimeter lang werden. Sie besitzen eine durchgehend schwarze Färbung. Der Hinterleib besitzt eine kurze Behaarung; bei den Weibchen ist eine typische büschelförmige Anordnung erkennbar. Der Kopf erscheint klein.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bienenarten ähneln die Fühler der weiblichen Tiere Keulen, während die letzten Glieder der Fühler bei den männlichen Tieren eine Dreiecksform besitzen, so dass diese Hörnern gleichen.

Pollensuche

Das Sammeln des Pollens erfolgt über den gesamten Hinterleib und zusätzlich mit den Haarbürsten der Hinterschenkel und Beinschienen. Als Nektarquelle werden Winden bevorzugt; insbesondere ist die Ackerwinde bei der Spiralhornbiene sehr beliebt. Nachdem das Weibchen die Blüte anvisiert hat, fliegt es diese im Sturzflug an. Die Männchen umschwirren die Blüten auf der Suche nach weiblichen Tieren.

Nestbau und Fortpflanzung

Die Spiralhornbiene ist in Mitteleuropa während der Sommermonate zu beobachten. Die Weibchen suchen zum Nestbau flache und vegetationslose Böden aus. Die Gänge werden bis zu einem halben Meter tief in die Erde gegraben, wobei sie in verzweigten Seitengängen enden.

In jede Brutzelle legt das Weibchen ein Ei. Nach der Verpuppung überwintern die Larven in ihren Kokons, erst im nächsten Frühjahr schlüpfen sie.

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