Verschiedene Haltungsformen der Hühner und der Weg der Eier bis auf unseren Frühstückstisch

Wer Eier kaufen möchte, muss sich entscheiden, ob er lieber Bio-Eier, Eier aus Bodenhaltung oder Eier aus Freilandhaltung kaufen möchte. Eier aus Käfighaltung sind seit einiger Zeit bei uns nicht mehr erhältlich. Worin genau der Unterschied zwischen den einzelnen Haltungsformen liegt und wie die Eier letztendlich in die Regale der Supermärkte gelangen, erfahren Sie hier.

Die Eier, die man im Supermarkt kauft, sind mit entsprechendem Stempel versehen

Eier kann man das ganze Jahr über in unseren Supermärkten oder auf den Wochenmärkten kaufen. Viele machen sich beim Kauf jedoch gar keine Gedanken darüber, wie eigentlich die Hühner leben, die die Bio-Eier, die Eier aus Freilandhaltung, die Eier aus Bodenhaltung oder gar die Eier aus Käfighaltung legen.

Aus tierschutzrechtlichen Gründen wurde die Käfighaltung inzwischen verboten. Heutzutage können Sie sich noch zwischen drei Sorten von Eiern entscheiden:

  • Bio-Eier
  • Eier aus Bodenhaltung
  • Freilandeier

Je nach Haltungsform leben die Hühner recht unterschiedlich, was sich auch im Preis widerspiegelt. Je aufwendiger die Haltung ist, desto teurer sind demzufolge die Eier.

Kinder füttern Hühner in Freilandhaltung
Glückliche Hühner in Freilandhaltung

Wo liegen die Unterschiede?

Natürlich kann jeder mit seinem Kaufverhalten die Haltungsformen der Hühner beeinflussen. Dabei sollte man jedoch wissen, dass Hühner, die die Bio-Eier legen, nicht automatisch ein besseres Leben mit mehr Freilauf haben, als die Hühner in Freilandhaltung.

Untersuchungen zufolge unterscheiden sich die Eier nicht wesentlich, wenn sie in Biohaltung, in Freilandhaltung oder in Bodenhaltung gelegt wurden. Man kann also nicht pauschal sagen, Bio-Eier sind die größten Eier, und Hühner, die in Bodenhaltung leben, legen die kleinsten Eier.

Ob man gerade ein Ei aus Biohaltung, Freilandhaltung oder Bodenhaltung in den Händen hält, kann man am Stempel auf dem Ei erkennen. Eier, die auf den Wochenmärkten verkauft werden, haben diesen oftmals nicht, dafür gibt ein Hinweisschild, woher und aus welcher Haltungsform die Eier stammen.

Hinweise zur Größe und Lagerung

Egal, welche Form der Haltung von Hühnern man bevorzugt: Auf jedem Ei bzw. auf der Verpackung steht das Mindesthaltbarkeitsdatum. Teilweise findet man sogar noch den Hinweis, womit die Hühner gefüttert wurden.

Und wer häufig Eier zum Kochen und Backen benötigt, wird feststellen, dass man hier unter der Zutatenliste in den Kochbüchern oft lesen kann, dass ein Ei der Größe M oder S benötigt wird.

  • S bezeichnet dabei ein sehr kleines Ei
  • M ein mittelgroßes Ei
  • L ein großes Ei, und
  • die größten Eier, die jeweils mindestens 73 Gramm wiegen müssen, erhalten die Buchstaben XL.

Im Folgenden erläutern wir Ihnen die üblichen Haltungsformen sowie die in Deutschland nicht mehr zugelassene Käfighaltung der Hühner.

Bio-Eier

Wer Bio-Eier kauft, kann dies in der Regel groß auf der Eierverpackung lesen. Doch werden die Hühner hier auch besser gehalten als Hühner aus Freilandhaltung?

Kennzeichnung

Wenn man Bio-Eier kauft, steht dies zwar auch auf dem Karton, trotzdem muss jedes Ei einen Stempel tragen. Dieser besteht aus Zahlen und Buchstaben.

  • An erster Stelle steht eine Zahl, die angibt, wie die Hühner gehalten wurden. Bio-Eier haben an erster Stelle die 0.
  • An der zweiten und dritten Stelle findet man zwei Buchstaben, die für das Herkunftsland stehen, also beispielsweise DE für Deutschland oder AT für Österreich.
  • Bei deutschen Eiern kommen nach dem Ländercode zwei Zahlen, die für das Bundesland stehen, dabei ist 01 beispielsweise Schleswig-Holstein, 08 Baden-Württemberg oder 16 Thüringen.
  • Anschließend kommen nochmals vier oder fünf Ziffern, die für den Betrieb stehen, aus dem die Eier kommen.

Diese Einteilung gilt nicht nur für Bio-Eier, sondern auch für Eier aus Freiland- oder Bodenhaltung.

Merkmale der Haltung

Damit Eier als Bio-Eier verkauft werden dürfen, müssen die Hühner bestimmtes Futter zu fressen bekommen. Dieses Futter muss zu 85 Prozent aus biologischem Anbau sein, so die Bestimmungen.

Damit jedoch noch nicht genug. Hühner, die Bio-Eier legen, müssen jeweils mindestens vier Quadratmeter Auslauffläche haben, und zwar jedes einzelne Huhn. Außerdem dürfen die Hühner auch nicht in einem Käfig, sondern nur in Ställen gehalten werden.

Auch an diese Ställe werden Anforderungen gestellt: Pro Quadratmeter Stall dürfen sich nicht mehr als sechs Hühner befinden. Außerdem muss der Stall zu mindestens einem Drittel mit Sand, Stroh oder auch Holzspänen eingestreut sein. Auch Sitzstangen für die Hühner müssen sich im Stall befinden.

Kauft man also Bio-Eier, so müssen die Hühner ein bestimmtes Futter erhalten und brauchen eine festgeschriebene Auslauffläche. Es heißt jedoch nicht automatisch, dass diese Hühner im Gegensatz zu anderen Hühner mehr Auslauf haben. Es kann durchaus sein, dass normale Hühner aus Freilandhaltung mehr Freilauf bekommen als die Bio-Hühner.

Die meisten Bio-Eier, die übrigens in der Regel teurer als andere Eier sind, stammen aus Freilandhaltung. Doch natürlich können auch Hühner, die kein biologisch angebautes Futter erhalten, in Freilandhaltung leben. Welche Vorschriften es für diese Haltung gibt, lesen Sie im folgenden Abschnitt.

Eier aus Freilandhaltung

Hühner, die in Freilandhaltung leben, müssen genauso viel Freilauffläche haben wie die Bio-Hühner. Zusätzlich gibt es auch Vorschriften, wie der Stall aussehen sollte und wie viele Hühner dort pro Quadratmeter leben dürfen.

Kennzeichnung

Eier aus Freilandhaltung erkennt man natürlich zuerst an der Aufschrift auf dem Eierkarton. Wer es genau wissen möchte, kann sich jedoch auch den Stempel auf den Eiern ansehen. Jedes Ei wird mit einem Stempel versehen, aus dem man ersehen kann, aus welchem Land es stammt und wie die Hühner gehalten wurden. Freilandhaltung erkennt man daran, dass die erste Stelle des Stempels eine "1" zeigt.

Merkmale der Haltung

Wird ein Ei aus Freilandhaltung verkauft, so muss jedes einzelne Huhn eine Auslauffläche von mindestens vier Quadratmetern haben. Hier gibt es keinen Unterschied zu den Bio-Eiern bzw. -Hühnern. Jedoch dürfen sich mehr Hühner pro Quadratmeter befinden als bei den Biobetrieben.

Bis zu neun Hühner pro Quadratmeter sind gesetzlich erlaubt, um die Eier als Freilandeier verkaufen zu dürfen. Außerdem müssen die Hühner im Stall Sitzstangen haben und auch die Möglichkeit bekommen, ins Freie laufen zu dürfen.

Hühner, die ausreichend Platz zum Scharren und Laufen haben, sind deutlich weniger aggressiv untereinander als die Hühner, die auf engstem Raum leben müssen. Gleichzeitig ist es für die Hühner draußen aber natürlich auch gefährlicher, als wenn sie den ganzen Tag im Stall verbringen würden. Natürliche Feinde wie zum Beispiel der Fuchs oder auch die Greifvögel tragen im Freien zu teils großen Verlusten für die Bauern bei.

Freilandhühner erkranken auch häufiger an Krankheiten als Hühner, die sich ausschließlich im Stall befinden und mit derartigen Keimen nicht in Kontakt kommen. Trotzdem können Bauern natürlich auch dagegen etwas unternehmen, indem sie beispielsweise besonders robuste Hühner züchten oder ihnen einen Unterschlupf anbieten, um sich selbst vor den Feinden in Sicherheit zu bringen.

Frische Eier vom Bauern

Eier aus Bodenhaltung

Hühner, die ihre Eier in "Bodenhaltung" legen, leben in einem Stall ohne Freilauf.

Kennzeichnung

Ob ein Ei aus Bodenhaltung kommt, sieht man auf der Eierschachtel. Wer ganz sicher gehen möchte, kann sich jedoch auch den Stempel betrachten, der auf jedem Ei zu sehen sein muss. Die erste Stelle erklärt, aus welcher Haltungsart das Ei stammt; Eier aus Bodenhaltung haben an erster Stelle die Zahl 2.

Merkmale der Haltung

Pro Quadratmeter Stall dürfen höchstens neun Hühner leben. Der Stall ist aufgeteilt in einen Bereich, in dem die Hühner scharren können und in einem größeren Bereich mit Nestern und Stangen. Teilweise sind die Nester auch in Treppenform übereinander angebracht. Fressen und Trinken bekommen die Hühner hier meist auf ihren Sitzstangen, um zu verhindern, dass der Kot die Eier beschmutzt.

Gerade in großen Betrieben werden die Eier nicht per Hand aus den Nestern gesammelt, sondern mit einem Förderband vom Stall nach draußen transportiert. Hühner, die unter diesen Bedingungen leben, haben es zwar deutlich besser als die Hühner, die früher in der Käfighaltung leben mussten, dennoch sind sie in Freilandhaltung deutlich artgerechter gehalten als in einem Stall, in dem ständige Staubbelastung herrscht und die Hühner aufgrund der Masse an Tieren häufig zu Kämpfen bezüglich der Rangordnung neigen.

Aber natürlich ist die Bodenhaltung günstiger als die Freilandhaltung oder gar ein biologischer Betrieb. Dies spiegelt sich natürlich auch an den Preisen der Eier aus Bodenhaltung wider.

Eier aus Käfighaltung

Aus gutem Grund wurde die Käfighaltung der Legehennen vor einigen Jahren verboten. In kleinen Käfigen werden hier die Hühner gehalten und lediglich ihre Grundbedürfnisse befriedigt.

Merkmale der Haltung

Hühner in Käfighaltung leben zusammen mit anderen Hühnern in einem kleinen Käfig, in dem es weder Einstreu zum Scharren gibt noch Nester zum Eierlegen. Wenn ein Ei gelegt wurde, wird es sofort maschinell abtransportiert. Genauso geschieht es auch mit dem Kot.

Die Hühner kommen bei der Käfighaltung zwar mit dem Kot nicht in Kontakt, was wiederum die Entstehung von Krankheiten verhindern kann, sie können sich jedoch kaum bewegen. Steht Käfig an Käfig, so spricht man auch von den Legebatterien, alles läuft hier automatisch. Die Produktion ist auf diese Weise natürlich am kostengünstigsten.

Da die reine Käfighaltung jedoch inzwischen aus tierschutzrechtlichen Gründen verboten ist, kann man Eier aus Käfighaltung bei uns nicht mehr kaufen. Befürworter der Käfighaltung sahen jedoch lange Zeit die Vorteile dieser Haltung gewichtiger als das Wohl der Tiere.

Dadurch, dass sich in jedem Käfig nur einige Hühner befanden, gab es keine Rangkämpfe. Und auch Krankheiten traten seltener auf, weil die Hühner nicht mit ihrem Kot in Kontakt kamen. Dies sind die wenigen Vorteile der Käfighaltung gegenüber der Boden- oder Freilandhaltung.

Kennzeichnung

Erkennen konnte man Eier aus Käfighaltung an ihrem Stempel. An der ersten Stelle befand sich die Zahl 3.

Eier auf dem Frühstückstisch

Ein langer Weg: Wie ein Hühnerei von der Henne bis auf den Frühstückstisch gelangt

Jede Henne kann pro Tag maximal ein Ei legen, da es 24 Stunden dauert, bis das Ei entwickelt ist und von der Henne gelegt werden kann. Wenn Hennen ganz natürlich gehalten werden, legen sie ihr Ei in ein Nest. Jeden Morgen werden in der Regel die gelegten Eier entfernt, so dass die Henne nicht die Möglichkeit hat, sie auszubrüten.

Wurden die Eier mit einem Stempel versehen, werden sie anschließend in Eierkartons verpackt und teilweise hunderte von Kilometer zu den Supermärkten transportiert. Hier werden die Eier meist ungekühlt gelagert, da eine Kühlung erst ab dem 18. Tag vorgeschrieben ist. In den Supermärkten kaufen wir dann unsere Eier und essen sie oft, ohne darüber nachzudenken, welch langen Weg sie eigentlich schon hinter sich haben.

Eier aus dem Hofladen

Deutlich kürzere Wege muss ein Ei zurücklegen, wenn man es direkt vom Bauernhof kauft. Viele Bauernhöfe haben Hofläden, in denen sie ihre Produkte verkaufen. Frischer geht's nicht. Eine Alternative dazu sind die Obst- und Gemüsemärkte, die in allen größeren Orten regelmäßig angeboten werden.

Braune Eier auf einer Palette

Woran man frische Eier erkennen kann

Doch nur die wenigsten haben die Möglichkeit, ihre Eier direkt vom Bauern zu holen. Es gibt somit einige Kriterien, auf die man achten sollte, um auch frische Eier im Supermarkt zu erkennen.

Der Einkauf

Auf dem Bauernhof legen die Hennen die Eier und schon wenige Stunden später können diese in unserem Kühlschrank liegen. Die meisten Menschen kaufen ihre Eier jedoch im Supermarkt. Auf dem Eierkarton kann man sehen, wie lange die Eier ungekühlt und wie lange sie gekühlt haltbar sind. Oft ist auch das Legedatum auf die Eierschale gestempelt.

Wie lange bleibt das Ei genießbar?

Wenn die Eier zu Hause im Kühlschrank liegen, weiß man jedoch nach einiger Zeit oftmals nicht mehr, ob sie noch frisch sind oder lieber weggeworfen werden sollten. Das Verfallsdatum ist ein Kriterium, das aussagt, ob ein Ei noch essbar ist oder nicht. Wurde das Ei richtig gelagert und gekühlt, so ist es normalerweise so lange frisch, wie es auf dem Eierkarton angegeben wurde. Doch auch über dieses Datum hinaus können Eier oftmals noch weiter verwendet werden.

Der Frische-Check

Durch einen einfachen Trick kann man herausfinden, wie frisch ein Ei ist: Man legt ein Ei in eine Schüssel mit Salzwasser.

  • Wenn das Ei oben schwimmt, so sollte es nicht mehr verzehrt werden.
  • Sinkt es hingegen nach unten, so ist es frisch und kann noch bedenkenlos zum Kochen, Backen oder Essen verwendet werden.

Vorsicht bei Keimen und Bakterien!

Grundsätzlich sollten Eier nicht länger als vier Wochen ab Legedatum aufbewahrt und verzehrt werden. Dieser Zeitraum gilt jedoch nur dann, wenn die Eier ab dem 18. Tag im Kühlschrank aufbewahrt wurden. Ansonsten können sie auch schon früher verdorben sein. Dann sollte man sie lieber zur Sicherheit wegwerfen, als sich Keime einzufangen. Wer grenzwertige Eier nicht wegwerfen möchte, sollte sie auf jeden Fall sehr gut erhitzen und die Eier keinesfalls roh verzehren.

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Quellenangaben
  • Hühnerstall 021 © Mikel Wohlschlegel - www.fotolia.de
  • Two little girl feeding chickens © Boggy - www.fotolia.de
  • Boiled eggs on a wooden background © George Dolgikh - www.fotolia.de
  • Farmers eggs. © Vitalina Rybakova - www.fotolia.de
  • Hühnereier © by-studio - www.fotolia.de
  • Eier © Birgit Reitz-Hofmann - www.fotolia.de
  • weiches Ei zum Frühstück © unpict - www.fotolia.de

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