Mögliche Strahlengefahr von Induktionsherden für Patienten mit Herzschrittmachern

Als Induktionsherde bezeichnet man Kochherde, die auf der Basis von magnetischen Wellen funktionieren. Unter Umständen können sie eine Gefahr für Menschen, die einen Herzschrittmacher tragen, darstellen.

Je größer der Abstand zum Herd, desto geringer die Strahlenbelastung - Patienten mit Herzschrittmacher sollten sich ihren Kardiologen wenden

Induktionsherde sind Kochherde, die auf der Basis von magnetischen Wellen arbeiten. Diese entstehen im Kochfeld und lassen sich unmittelbar auf den Kochtopf übertragen, wodurch die Mahlzeit erwärmt wird.

So gelten Induktionsherde als zeit- und energiesparend. Für Menschen mit einem Herzschrittmacher können sie allerdings mitunter schädlich sein.

Prinzip von Induktionsherden

Ein Induktionsherd verfügt über die Eigenschaft, Pfannen und Töpfe so schnell zu erhitzen wie ein Gasherd, wobei die Kochplatte jedoch kalt bleibt. So entwickelt sich die Hitze direkt im Kochtopf oder in der Pfanne.

Dies hat den Vorteil, dass überlaufende Saucen nicht anbrennen können. Auch für Kinder sind sie sicherer, da es nicht so leicht zu Verbrennungen kommt.

Für Menschen, die einen Herzschrittmacher der älteren Bauart tragen, gelten sie jedoch als ungeeignet. So besteht die Gefahr, dass das Magnetfeld Störungen in der Schrittmacherelektronik verursacht, wenn der Träger des Herzschrittmachers zu dicht an den Induktionsherd herankommt.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt davor, dass der Herzschrittmacher dadurch sogar funktionsunfähig werden kann. Im schlimmsten Fall besteht die Gefahr eines tödlichen Herzstillstands.

Allerdings hängen mögliche Störungen auch von den jeweiligen Produkten ab. Da es bei Herzschrittmachern eine große Vielfalt an Geräten gibt, werden diese vom BfS nicht getestet. Nach Einschätzungen der Experten lassen sich Störempfindlichkeiten nie vollkommen ausschließen.

Auch Kochtopf und Kochlöffel wichtig

Wird normal gekocht, sollten normalerweise keine Probleme mit dem Herzschrittmacher auftreten. Darüber hinaus gibt es einige Maßnahmen, mit denen sich das Risiko von Störungen vermindern lässt.

Dazu gehört vor allem das Verwenden des richtigen Kochgeschirrs, denn wenn die Töpfe und Pfannen nicht auf den Herd passen, hat dies eine Zunahme der Strahlenbelastung zur Folge.

Eine höhere Belastung kann entstehen, wenn der Kochtopf das Kochfeld nur zum Teil bedeckt. Durch ein spezielles Kennzeichen auf dem Kochgeschirr, das wie eine Spule aussieht, lässt sich erkennen, ob es für einen Induktionsherd geeignet ist.

Aber auch der passende Kochlöffel kann von Bedeutung sein. So empfehlen Experten, keine Metalllöffel bei Induktionsherden zu verwenden, da die Möglichkeit besteht, dass über den Kochlöffel Ableitströme in den Körper gelangen.

Abstand halten

Möchte man sich nicht der Strahlenbelastung eines Induktionsherdes aussetzen, sollte man einen gewissen Abstand zum Herd einhalten. Je größer der Abstand ist, desto geringer fällt die Strahlenbelastung aus. Als sinnvoll gilt ein Abstand von mindestens 5–10 Zentimetern zur Herdvorderkante.

Trägt man einen Herzschrittmacher, ist es ratsam, sich an einen Kardiologen und den Hersteller des Induktionsherdes zu wenden, um abzuklären, ob das Kochen mit dem speziellen Herd möglicherweise gefährlich ist. Moderne Herzschrittmacher sind in der Regel vor Störeinflüssen geschützt. Dennoch raten die meisten Hersteller Trägern von Herzschrittmachern zu einem Mindestabstand von 40 Zentimetern zum Induktionskochfeld.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • cuisine moderne © doomdoom - www.fotolia.de
  • cuisine moderne © doomdoom - www.fotolia.de
  • herzschlag © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • kochen © oliver-marc steffen - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema