18. November 2008

Kinderärzte Artikel

Krankes Kind - was tun?

(pgk) "Mama, mir tut der Bauch weh!". Wenn Kinder sprechen können, sind sie auch in der Lage, sich mitzuteilen, wo es kneift und zwickt. Wobei Kinder auch oft über Bauchweh klagen, aber eigentlich unter Kopfschmerzen leiden. Kinder bis etwa zum sechsten Lebensjahr können Schmerzen kaum orten. Sie projizieren alles in den Bauch. Meist geben sie Schmerzen in der Nabelgegend an – auch wenn zum Beispiel wegen einer Angina der Hals weh tun müsste.

Fühlt sich das Kind krank, gilt es zunächst einmal die Körpertemperatur zu messen
Fühlt sich das Kind krank, gilt es zunächst einmal die Körpertemperatur zu messen

Säuglinge und Kleinkinder können sich noch nicht präzise mitteilen. Gerade bei ihnen ist es für Eltern daher oft schwer, auf Krankheitszeichen richtig zu reagieren und abschätzen zu können, ob nicht "mehr dahintersteckt". Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass ein Kind, das beispielsweise trotz Fieber spielt, nicht schwer krank ist. Auch ein laut schreiendes Kind ist wahrscheinlich auch nicht bedrohlich krank. Gefährlich wird es erst, wenn das Kind lethargisch ist, keinen Blickkontakt hält oder leise wimmert. Weitere ernst zu nehmende Anzeichen können sein: Das Kind spielt oder lacht weniger als sonst. Es lässt sich nur schwer beruhigen. Es klammert sich in übertriebener Weise an die Eltern. Zu Zeiten, in denen es sonst hellwach ist, erscheint es sehr müde.

Der Griff zum Fieberthermometer ist meist der erste Schritt auf der Suche nach eventuellen Krankheiten. Bei Kindern bis zum Alter von vier Jahren sollte die Körpertemperatur nicht im Mund, sondern im After gemessen werden. Doch: Fieber selbst ist keine Krankheit, sondern ein Krankheitszeichen (Symptom). Es zeigt an, dass sich der Körper mit einer Erkrankung auseinandersetzt. Die normale Körpertemperatur eines Kindes liegt zwischen 36,5 Grad Celsius (°C) und 37,5°C. Bis zu 38,5°C spricht man von erhöhter Temperatur. Steigt die Thermometertemperatur noch höher, hat das Kind Fieber. Ab 39,5°C spricht man von hohem Fieber. Ein Kind, das eine fieberhafte Erkrankung ausbrütet, kann zunächst stiller als gewöhnlich werden. Vielleicht ist auch der Appetit schlechter oder das Schlafbedürfnis größer.

Bieten Sie dem fiebernden Kind zunächst reichlich zu trinken an: Tee, Säfte und Wasser, am besten kühl (nicht eiskalt!). Je jünger das Kind ist, umso größer ist der Durst. Besonders Säuglinge haben, bezogen auf ihre Körperoberfläche, einen hohen Flüssigkeitsbedarf. In der Wohnung genügt für ein fieberndes Kind normalerweise ein dünner Schlafanzug oder T-Shirt und eine kurze Hose. Im Bett sollte eine leichte Decke liegen. Sind die Beine warm, können Sie Wadenwickel machen. Steigt das Fieber trotzdem weiter, können Sie bei Temperaturen über 39,0°C auch kindgerechte fiebersenkende Medikamente geben. Je nach Lebensalter und Körpergewicht gibt es Zäpfchen oder Fiebersäfte. Kontrollieren Sie, ob das Kind durch Ihre fiebersenkenden Maßnahmen entfiebert. Nach etwa sechs Stunden darf die Medikation bei Bedarf wiederholt werden.

Wann sollte das Kind doch dem Kinderarzt vorgestellt werden? Bei Erkältungszeichen, wie leichtem Husten (ohne Atemnot) und Schnupfen, breiigem Stuhl oder Fieber, wobei das Kind aber trotzdem vergnügt ist und Appetit hat, können Sie meist bis zum nächsten Tag abwarten. Oftmals sind die Krankheitszeichen dann vorbei oder schwächer.

Sofort zum Arzt heißt es, wenn ein Säugling mehr als nur leichtes Fieber hat: Unter sechs Monaten schon ab 38,0°C (im Po gemessen), beim älteren Säugling ab 38,5°C. Das gilt ebenfalls, wenn sein Verhalten Ihnen "nicht geheuer" ist, Ihr Baby Krankheitsanzeichen hat, die Sie sich nicht erklären können, zum Beispiel einen Ausschlag oder entzündete Augen, oder wenn das Kind mehr als eine Mahlzeit verschläft oder apathisch wirkt. Bei länger anhaltendem wässrigem Durchfall, mehrmaligem Erbrechen und hohem Fieber mit Atemnot (oder pfeifendem Atemgeräusch) sollten Sie so rasch wie möglich in die nächste Kinderklinik fahren. Grundsätzlich gilt: In allen Zweifelsfällen, auch wenn Sie sich unsicher fühlen, sollten Sie "auf Nummer sicher" gehen und einen Arzt konsultieren.

QUELLENANGABEN

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