8. August 2007
Von Andreas Neubert
Mineralwasser und Leitungswasser kennen wohl alle. Aber wie definieren sie sich im Gegensatz zum Tafelwasser, zum Quellwasser oder Heilwasser, die gleichfalls zu den Lebensmitteln zählen. Eine kleine Wasserkunde soll Aufklärung bringen. Dabei steht schon jetzt fest, dass Wasser nicht gleich Wasser ist. Die Unterschiede liegen nicht nur im Sprudeln und im Stillen.
Wasser ist Lebenselexier pur und zählt zu den wichtigen Lebensmitteln. Natürliches Mineralwasser – einmal vor langer Zeit als Regenwasser niedergegangen - sprudelt aus dem Erdinnern, wo es sich mit Mineralien und Spurenelementen angereichert hat. Es wird direkt von der Quelle abgezapft und darf nur mit Kohlensäure versetzt werden. Eisen und Schwefel (Enteisenung und Entschwefelung) können entzogen werden. Mineralwasser darf in Deutschland nur mit amtlicher Anerkennung auf den Markt gebracht werden.
Quellwasser stammt auch aus dem Erdinnern und wird direkt an der Quelle abgefüllt. Es muss keine Mindestmenge an Mineralien enthalten, kann enteisent und entschwefelt werden und ihm kann Kohlensäure zugesetzt oder entzogen werden. Quellwasser hat Trinkwasserqualität, benötigt aber keine amtliche Anerkennung.
Heilwasser – gleicher unterirdischer Ursprung – muss an der Quelle abgefüllt werden und wird meistens aus Geschmacksgründen enteisent. Die enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente haben eine vorbeugende, lindernde und heilende Wirkung. Ist diese wissenschaftlich nachgewiesen, so erhält das Heilwasser eine amtliche Zulassung.
Tafelwasser stammt nicht aus der Natur, sondern wird hergestellt. Es wird gemischt mit Trinkwasser und anderen Zusätzen wie Meerwasser, Sole, Mineralstoffe und Kohlensäure. Der Abfüllort ist beliebig. Auf dem Flaschenetikett dürfen keine bestimmte geografische Herkunft, keine Angaben zur chemischen Zusammensetzung, keine Bezeichnung "natürlich" und auch kein Brunnen oder keine Quelle genannt sein.
Leitungswasser darf die Gesundheit des Menschen nicht gefährden – so die amtliche Definition. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Oberflächenwasser von Seen oder Talsperren, Grundwasser und Rowasser. Die Trinkwasserverordnung erlaubt 50 chemische Stoffe zur Aufbereitung des Wassers. Die Kontrolle der mikrobiologischen und chemischen Normwerte ist nur bis zur Abnahmestelle des Verbrauchers gewährleistet – also der Wasseruhr.
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