Als Überbiss wird eine häufig auftretende Zahnfehlstellung bezeichnet. Dabei stehen die oberen Frontzähne deutlich vor den unteren Zähnen.
Ein Überbiss wird auch als Prognathie bezeichnet. Von einem Überbiss spricht man, wenn sich die oberen Vorderzähne beim Zusammenbeißen über den unteren Schneidezähnen befinden.
Nicht immer handelt es sich bei einem Überbiss um eine behandlungsbedürftige Fehlstellung der Zähne. Dass die oberen Zähne die unteren Zähne ein gewisses Maß überragen, ist anatomisch normal und durchaus sinnvoll, weil dadurch eine unnötige Belastung der Zähne vermieden wird, während sie sich in Ruheposition befinden. Überragen die oberen Frontzähne die unteren Kauwerkzeuge jedoch um mehr als drei Millimeter, liegt eine Prognathie vor, die möglicherweise behandelt werden muss, da ansonsten gesundheitliche Probleme auftreten können. In schweren Fällen sind die Betroffenen sogar nicht mehr in der Lage ihren Mund zu schließen. Außerdem wird die Atmung durch den Mund verstärkt, was schließlich dazu führt, dass der Speichel austrocknet und schädliche Kariesbakterien nicht genügend bekämpfen kann. Infolgedessen besteht eine erhöhte Gefahr an Karies zu erkranken. Außerdem drohen als Folgeerscheinungen bei einem Überbiss Erkrankungen des Bewegungssystems. Das liegt daran, dass die Kaubewegungen auf Körperteile wie Schultern oder Rücken übertragen werden. Des Weiteren befinden sich im Mundraum zahlreiche Nervenverbindungen, die zu den wichtigen Sinnesorganen führen. Dadurch können Probleme beim Kauen, Schlucken oder Beißen auftreten. Mitunter führt ein Überbiss auch zu Tinnitus, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen oder Beschwerden an der Wirbelsäule.
Als mögliche Ursachen für einen Überbiss kommen genetische Faktoren infrage. So kann die Zahnfehlstellung durch einen zu kleinen Unterkiefer oder einen zu großen Oberkiefer begünstigt werden. Eine seltene Form des Überbisses ist die Progenie. Dabei handelt es sich um einen umgekehrten Überbiss, der zumeist durch übermäßiges Daumenlutschen hervorgerufen wird. Aufgrunddessen schieben sich die Frontzähne mit der Zeit immer weiter nach vorne.
Behandelt wird ein Überbiss im Kindesalter durch das Tragen einer Zahnspange. Diese Apparatur kann sowohl herausnehmbar als auch festsitzend sein. Bei erwachsenen Menschen ist die Korrektur der Zahnfehlstellung schwieriger, weil das Wachstum des Kiefers bereits abgeschlossen ist. Es gibt aber spezielle Bissschienen für Erwachsene, durch die eine normale Bisshaltung gefördert wird. In manchen Fällen ist aber auch ein kieferchirurgischer Eingriff erforderlich.
Um einem Überbiss entgegenzuwirken, ist es wichtig bereits im Kindesalter rechtzeitig mit einer kieferorthopädischen Therapie zu beginnen. Darüber hinaus ist eine gute Pflege der Zähne notwendig.
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15.04.13 | |
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