Humanes Choriongonadotropin (HCG) - Merkmale, Normwerte und Bedeutung für die Krebsdiagnostik

Beim humanen Choriongonadotropin (HCG) handelt es sich um ein Hormon, welches als Tumormarker vor allem bei Eierstockkrebs, Hodenkrebs sowie einem Chorionkarzinom in der Plazenta bestimmt wird. Doch auch während einer Schwangerschaft können die Werte des Peptidhormons erhöht sein. Lesen Sie alles Wissenswerte zum humanen Choriongonadotropin.

Das Peptidhormon HCG sorgt dafür, dass die Schwangerschaft erhalten bleibt

Humanes Choriongonadotropin (HCG) - Merkmale und Bedeutung (als Tumormarker)

Zu den Hormonen zählt das humane Choriongonadotropin (HCG). Das Peptidhormon entsteht während der Schwangerschaft innerhalb der Plazenta und sorgt für die Erhaltung der Schwangerschaft.

Genauer gesagt wird der Gelbkörper durch dieses Hormon erhalten. Dieser sorgt für die Herstellung der Hormone Östrogen und Progesteron und verhindert zudem eine Menstruationsblutung. Somit dient HCG als Nachweis der Schwangerschaft.

Außerhalb gilt HCG allerdings als Anzeichen für einen Tumor. Daher gehört es zu den Tumormarkern.

Bestimmung - Wissenswertes zu HCG-Werten

Mit HCG ist ein Schwangerschaftsnachweis möglich. Zudem kann festgestellt werden, ob eine Annistung des Eis außerhalb der Gebärmutter erfolgt ist, und ob eine frühe Fehlgeburt vorliegt.

Ebenso lässt sich durch diesen Tumormarker im Rahmen des Frühscreenings erkennen, ob beim Kind Auffälligkeiten, wie etwa Chromosomenstörungen vorliegen. Für den Fall, dass das humane Choriongonadotropin ohne eine Schwangerschaft im Körper auftritt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung hoch.

HCG-Normwerte

Die HCG-Werte werden im Blutserum oder Urin bestimmt. Als Referenzbereiche gelten unter 10 U/l im Serum und unter 20 U/l im Urin. Liegen die Werte bei einer Frau bei über 10, liegt vermutlich eine Schwangerschaft vor.

Erhöhte HCG-Werte: Konzentration während der Schwangerschaft

Ungefähr fünf Tage nach der Einnistung kommt es zur Erhöhung der Konzentration. Drei Wochen nach Empfängnis betragen die Werte weniger als 50 U/l; eine Woche später weniger als 400 U/l.

Der Maximalwert beträgt bis zu 200.000 U/l und liegt zwischen der 10. und 12. Woche vor. Danach sinkt er wieder und beträgt am Ende der Schwangerschaft zwischen 5.000 und 65.000 U/l.

Normalwerte liegen in der Regel spätestens 17 Tage nach der Geburt wieder vor. Erhöhte HCG-Werte während der Schwangerschaft können auch auf eine Mehrlingsschwangerschaft hindeuten.

In der folgenden Tabelle erhalten Sie eine Übersicht über HCG-Werte in der Schwangerschaft.

HCG-Konzentration in der Schwangerschaft
Schwangerschaftswoche (SSW)Zeit nach EmpfängnisNormwert (Serum)
3. SSW1. Woche5 - 50 U/l
4. SSW2. Woche50 - 500 U/l
5. SSW3. Woche100 - 5.000 U/l
6. SSW4. Woche500 - 10.000 U/l
7. SSW5. Woche1.000 - 50.000 U/l
8. SSW6. Woche10.000 - 100.000 U/l
9. + 10. SSW7. + 8. Woche15.000 - 200.000 U/l
11. - 14. SSW2. - 3. Monat10.000 - 100.000 U/l
2. Trimester2. Trimester8.000 - 100.000 U/l
3. Trimester3. Trimester5.000 - 65.000 U/l

Krebsarten mit erhöhten HCG-Werten

Zu einem erhöhten HCG-Wert im Blut kommt es vor allem bei Keimzelltumoren wie

Weitere mögliche Tumorarten sind

Für diese Krebsarten verwendet man jedoch andere Tumormarker, da diese als zuverlässiger gelten als HCG.

Erniedrigte HCG-Werte

Erniedrigte Werte gibt es für dieses Hormon nicht.

HCG spielt aber nicht nur als Schwangerschaftshormon oder Tumormarker eine Rolle...

Humanes Choriongonadotropin kaufen, z.B. als Globuli - Wissenswertes zur HCG-Diät

HCG hat auch im Rahmen einer Diät an Bedeutung gewonnen. Dabei nimmt man dieses Hormon als Globuli, Tropfen oder Pillen ein, um dem Körper auf diese Weise ein bestimmtes Signal zu geben: man "gaukelt ihm vor", einen Fötus versorgen zu müssen, was zum Fettabbau an Oberschenkeln und Hüften führt. Gleichzeitig wird der Hunger gedämpft und die Haut verbessert.

Bei dieser Diät nimmt man jeden Tag eine gewisse HCG-Dosis ein. Gleichzeitig reduziert man die tägliche Energiezufuhr auf 500 kcal. Auf diese Weise soll eine gezielte Gewichtsabnahme an Oberschenkeln und Hüften ermöglicht werden.

Die Diät dauert vier bis sechs Wochen und lässt sich in mehrere Phasen einteilen:

  • Ladephase - Tag 1 und 2: man isst so viel man kann, bestenfalls kalorien- und fettreiche Speisen, um den Appetit auf gesunde Lebensmittel zu wecken
  • Diätphase - ab Tag 3, Dauer 21 Tage: nur 500 kcal täglich sind erlaubt, Kohlenhydrate, Fett und Zucker sind verboten
  • Stabilisierungsphase - für weitere drei Wochen: man steigert langsam die Kalorienzufuhr

Humanes Choriongonadotropin und seine Nebenwirkungen und Risiken

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung sollte ein Kalorienreduktion maximal auf 1.000 kcal erfolgen - ein Wert von 500 wird von dieser Seite aus somit als höchst bedenklich angesehen. Hinzu kommen diverse Defizite, bezogen auf Vitamin-, Mineralstoff- und Nährstoffgehalt.

Sowohl Muskulatur als auch Stoffwechsel werden abgebaut bzw. heruntergefahren. Und nach Beendigung der Diät folgt der gefürchtete Jo-Jo-Effekt.

Hinzu kommt die Tatsache, dass die Zufuhr von HCG mit einigen Nebenwirkungen verbunden ist. Dazu zählen beispielsweise

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Hannes Leischner: BASICS Onkologie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2016, ISBN 3437423290
  • Christa Pleyer: Onkologie: Verstehen - Wissen - Pflegen, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437273469
  • Christoph Wagener, Oliver Müller: Molekulare Onkologie: Entstehung, Progression, klinische Aspekte, Thieme Verlagsgruppe, 2009, ISBN 3131035137
  • Kurt Possinger, Anne Constanze Regierer, Jan Eucker: Klinikleitfaden Hämatologie Onkologie: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2018, ISBN 3437242962

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