Gefährliche Ahnungslosigkeit: Auch Dunkelhäutige sind nicht vor Hautkrebs geschützt

Das maligne Melanom ist ein besonders aggressiver Tumor und daher zu Recht überall gefürchtet. Menschen mit dunklerer Hautfarbe haben zwar ein niedrigeres Risiko für den schwarzen Hautkrebs, dennoch sind sie nicht vor einer Erkrankung geschützt. Häufig wird das Hautmelanom zu spät entdeckt, wodurch sich die Heilungschancen gravierend verschlechtern. Lesen Sie hier, was als Dunkelhäutiger in Sachen Hautkrebsrisiko bedacht werden sollte.

Die Annahme, dass farbige Menschen im Gegensatz zu hellhäutigen keinen Sonnenschutz brauchen, ist falsch

Der Hautfarbstoff Melanin ist bei allen Menschen für die Pigmentierung von Aderhaut, Haut und Haaren verantwortlich. Der Melaninanteil ist jedoch bei Ethnien aus verschiedenen Ländern nicht gleich stark ausgeprägt. Hellhäutige Menschen verfügen über weit geringere Mengen des Hautfarbstoffs als dunkelhäutige.

Die Hauptaufgabe des Pigments ist seine Schutzfunktion vor Sonneneinstrahlung. Doch die gängige Annahme, dass die Haut von Dunkelhäutigen vor UV-Strahlung und Hautkrebs gänzlich geschützt ist, stimmt so nicht ganz.

Hautschäden durch Sonnenstrahlung zeigen sich weniger deutlich

Auch wenn dunkelhäutige Menschen aufgrund ihres höheren Melaninanteils weitaus seltener an bösartigen Melanomen erkranken als hellhäutige Personen, sind sie gefährdet. Insbesondere Körperzonen wie

werden häufig von Melanomen befallen. Die Hautschäden zeigen sich dann allerdings weniger deutlich als bei einem Menschen mit heller Haut. Deshalb ist es gerade bei Dunkelhäutigen wichtig, regelmäßig auf Hautveränderungen zu achten. Häufig kommt die Diagnose erst in fortgeschrittenem Stadium, was die Heilungsaussichten erheblich einschränkt.

Geringere Überlebenschancen bei Hautkrebserkrankung

Aufgrund mangelnder Aufklärung, insbesondere in schwarzafrikanischen Erdteilen, beträgt die Überlebenschance bei dunkelhäutigen Menschen mit Hautkrebs rund 60 Prozent, bei Patienten mit heller Haut dagegen liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei etwa 85 Prozent.

Ein malignes Melanom kündigt sich in 25 bis 50 Prozent aller Fälle durch Hautveränderungen an wie Form und Größe von Muttermalen. Bei farbigen Personen werden diese Hautveränderungen aber oft nicht frühzeitig entdeckt. Auch die Vorbeugung von Hautkrebs durch Eincremen bei Aufenthalten in der Sonne unterschätzen dunkelhäutige Personen häufig - eine gefährliche Ahnungslosigkeit, die das Leben kosten kann.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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