Hallux varus

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  • von Paradisi-Redaktion
Nahaufnahme Frauenhand an Zeh, Wunde
wunde © Dron - www.fotolia.de

Unter einem Hallux varus versteht man eine Abweichung der großen Zehe im Großzehengrundgelenk. Dabei zeigt der Zeh nach innen.

Bei einem Hallux varus (Spreizzehe) handelt es sich um eine Deformität, die nur sehr selten auftritt. Sie gilt als Gegenstück zum Hallux valgus.

Ursachen

Ein Hallux varus wird in den meisten Fällen durch einen operativen Eingriff zur Korrektur eines Hallux valgus verursacht. Erfolgt während einer Operation eine übermäßige Korrektur der Weichteile, eine übermäßige Resektion der Pseudoexostose oder wird das laterale Sesambein entfernt, besteht die Gefahr, dass dies zur Entstehung eines Hallux varus führt.

Die Fehlstellung kann sich bereits kurz nach der Operation zeigen, aber auch erst im Laufe der Zeit entwickeln. Oftmals wird die Fehlstellung beim Gehen durch eine Belastung des Fußaußenrands begünstigt.

Eine Varusfehlstellung tritt oftmals bei Menschen im mittleren Lebensalter auf, die häufig barfuß laufen. Mitunter können auch Unfälle, die zu Verletzungen führen, einen Hallux varus hervorrufen.

Ist eine Varusfehlstellung angeboren, was jedoch nur selten der Fall ist, bezeichnet man dies als Hallux varus congenitus. Manchmal wird ein Hallux varus auch durch Wachstumsstörungen, komplexe Syndrome oder spastische Krankheiten verursacht.

Symptome

Typische Symptome bei einem Hallux varus sind Druckschmerzen an der großen Zehe. Diese werden durch die Achsenabweichung der Zehe hervorgerufen. Außerdem verbreitert sich der Vorfuß im Schuh.

Darüber hinaus kommt es auch häufig zu bewegungsabhängigen Schmerzen im Großzehengrundgelenk.

Behandlung

Besteht lediglich eine Varusstellung von 10 Grad, führt dies nicht zu einer Beeinträchtigung des Fußes, sodass eine medizinische Behandlung normalerweise nicht erforderlich ist. Größere Fehlstellungen, die redressierbar sind, gleicht man mithilfe von geeigneten Schuhen wieder aus.

Im Falle von ausgeprägten Deformitäten nimmt man zunächst eine manualtherapeutische Behandlung vor, um die medialseitigen Weichteile zu dehnen. Außerdem erfolgt gleichzeitig eine Traktionstherapie. Danach erhält der Patient redressierbare Schienen oder Verbände.

Führt die konservative Therapie nicht zur erwünschten Besserung, muss ein operativer Eingriff erfolgen. Dabei werden die medialen Kapselanteile verlängert und die lateralen Anteile gerafft. Des Weiteren ist es oftmals erforderlich, einen Teil der Großzehenstrecksehne auf das Grundglied zu verlagern, um eine laterale Zügelung der großen Zehe zu ermöglichen.

Im Falle von schweren Deformitäten kann auch eine Arthrodese des Großzehengrundgelenks nötig sein, bei der das Gelenk versteift wird. Sowohl bei einer konservativen als auch bei einer operativen Therapie muss die große Zehe konsequent für mehrere Monate gezügelt werden, damit die Behandlung Wirkung zeigt.

Außerdem sind nach einer Operation regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen bei einem Facharzt erforderlich.

Quellenangaben

  • Bildnachweis: wunde © Dron - www.fotolia.de

Formen von Fußfehlstellungen

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