1. Juli 2010
Das menschliche Gehirn ist noch immer nicht vollkommen entschlüsselt, denn seine Komplexität ist enorm. Das Phänomen des „Blindsehens“ ist der Medizin zwar schon länger bekannt, aber sein Funktionieren konnte lang nicht erfasst werden. Offenbar gab es blinde Menschen, die trotz ihrer Erblindung dennoch Gegenstände sehen und umgehen können, ohne sie zu ertasten. Den Medizinern ist es nun gelungen, das „Blindsehen“ wissenschaftlich zu verstehen und zu erklären.
Sie untersuchten die Hirnströme von Blinden, die doch sehen konnten. Die primäre Sehrinde blieb zwar tatsächlich inaktiv, doch alle andere Hirnareale, die beim Gesunden am Sehen beteiligt sind, waren aktiv. Der Sehnerv schickte Impulse, die im Hirn ankamen und in den Wahrnehmungsarealen tatsächlich verarbeitet wurden. Die amerikanischen Hirnforscher sprechen davon, dass das Gehirn offenbar die defekten Bereiche einfach mittels einer Umleitung umfährt. Da die primäre Sehrinde nicht funktioniert, sind sich Betroffene oft selbst nicht klar, dass sie „Blindsehen“, sie wundern sich nur, warum sie problemlos Hindernisse auf ihren Wegen umgehen können.
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