24. Januar 2005
Blinde Menschen hören nicht nur besser, sie begreifen auch rascher. Das wiesen deutsche und US-amerikanische Forscher nach, wie die Apothekenzeitschrift „Gesundheit“ berichtet.
Die Forscher lasen blinden und sehenden Versuchspersonen verschiedene Sätze vor. Das letzte Wort des Satzes wurde gelegentlich durch ein unsinniges ersetzt. Die Probanden mussten die Sätze den Kategorien „sinnvoll“ oder „unsinnig“ zuordnen. Dabei maßen die Forscher ihre Gehirnströme. Bei den Normalsichtigen tauchte etwa 150 Millisekunden nach Satzende ein für die Sprachanalyse typisches Wellenmuster auf. Bei blinden Versuchspersonen hingegen registrierte das Messgerät dieses sogenannte N400-Signal bereits nach der halben Zeit.
Offenbar kompensieren blinde Menschen ihr Handicap nicht nur ein Stück weit, weil sie außergewöhnlich gut hören. Auch ihr Gehirn bemüht sich, den Verlust des Sehvermögens auszugleichen.
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