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Mischinkontinenz - Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz

Unter einer Mischinkontinenz versteht man eine Kombination aus Belastungsinkontinenz und Dranginkontinenz. Sie lässt sich schwieriger behandeln als andere Formen von Inkontinenz.

Grafische Darstellung menschliche Blase

Von einer Mischinkontinenz spricht man, wenn ein Patient sowohl unter den Symptomen einer Belastungsinkontinenz als auch einer Dranginkontinenz leidet. Oftmals sind dabei die Beschwerden der beiden Formen unterschiedlich ausgeprägt. Das heißt, dass eine der beiden Formen intensiver auftritt. In den meisten Fällen ist dies die Belastungsinkontinenz.

Die Gefahr, unter einer Mischinkontinenz zu leiden, steigt mit zunehmendem Lebensalter. Vor allem bei Frauen über 50 Jahren tritt diese Kombinationsform in Erscheinung. Außerdem ist sie bei Frauen nach der reinen Belastungsinkontinenz die zweithäufigste Inkontinenzart.

Symptome

Typisch für eine Mischinkontinenz ist, dass es sowohl zu den Symptomen einer Dranginkontinenz als auch einer Belastungsinkontinenz kommt. So leiden die Patienten unter dem unwillkürlichen Abgang von Urin, wenn sie husten, niesen, lachen oder schwere Gegenstände heben. Zudem besteht oftmals ein starker Harndrang, der sich kaum unterdrücken lässt.

Ursachen

Als Gründe für eine Mischinkontinenz kommen sowohl die Ursachen für eine Belastungsinkontinenz als auch für eine Dranginkontinenz infrage. Häufig besteht bei den Betroffenen bereits eine der beiden Inkontinenzformen, bevor die zweite hinzukommt.

Während bei einer Belastungsinkontinenz meist eine Schwächung des Beckenbodens der Auslöser für die Blasenschwäche ist, konnte die genaue Ursache einer Dranginkontinenz bislang nicht eindeutig geklärt werden.

Diagnose und Behandlung

Um eine Mischinkontinenz wirksam zu behandeln, ist es wichtig bei einer Untersuchung festzustellen, welche der beiden Formen die dominantere ist. In der Regel wird zuerst die Inkontinenzform behandelt, die die größeren Beschwerden verursacht. Daher fällt die Therapie individuell unterschiedlich aus.

Um eine genaue Diagnose stellen zu können, führt der Patient ein so genanntes Miktionstagebuch. Darin notiert er einen Monat lang mehrmals in der Woche seine Trinkmengen sowie seine Toilettengänge. Zumeist genügt es, die Einträge zweimal in der Woche vorzunehmen. Nachdem das Miktionstagebuch erstellt wurde und eine genaue Diagnose vorliegt, beginnt die eigentliche Behandlung der dominierenden Inkontinenzform.

Ist die Dranginkontinenz stärker, wird zunächst diese behandelt. Im umgekehrten Fall widmet man sich zunächst der Belastungsinkontinenz. Sind beide Inkontinenzformen gleichermaßen ausgeprägt, werden beide von Anfang an behandelt. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, die Behandlung einer Mischinkontinenz von einem Facharzt vornehmen zu lassen.

Als Behandlungsmaßnahme gegen eine Dranginkontinenz wird oftmals ein spezielles Training der Blase durchgeführt, dass dem Patienten dabei hilft, seinen Harndrang besser zu kontrollieren. Die Zeit zwischen den Toilettengängen lässt sich auf diese Weise verlängern.

Darüber hinaus verabreicht man dem Patienten Medikamente wie Anticholinergika, die die Aktivität der Harnblase verringern und zugleich ihr Fassungsvermögen steigern. Durch die Medikamente muss der Patient nicht mehr so häufig die Toilette aufsuchen.

Wird durch die Anticholinergika keine Besserung erzielt, kommt eine Injektion mit Botulinumtoxin A als Alternative infrage. Um eine Belastungsinkontinenz zu behandeln, versucht man eine Stärkung und Entlastung des Beckenbodens mithilfe eines speziellen Beckenbodentrainings, Vaginalkonen oder Elektrostimulationen.

Manchmal kann auch ein operativer Eingriff erforderlich sein, bei dem man ein Band als Stütze einsetzt. Ein solcher Eingriff lässt sich jedoch erst nach der Behandlung der Dranginkontinenz durchführen.

Quellenangaben

  • Bildnachweis: menschliche blase © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

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