Der Allergiepass (Allergieausweis) - Funktion und Aufbau

Allergiker sollten ihren Allergieausweis bzw. Allergiepass immer bei sich tragen. Hier sind Stoffe und mitunter auch spezielle Produkte aufgelistet, gegen die sie allergisch sind. Besonders bei Insekten- und Medikamentenallergien sollten Ärzte im Notfall stets Bescheid wissen. Lesen Sie, wie ein Allergiepass aufgebaut ist, und welchen Nutzen er hat.

Im Notfall kann der Allergieausweis dank schneller Handlungsmöglichkeit Leben retten

Funktion und Nutzen

Für Allergiker ist es hilfreich, einen Allergiepass mit sich zu führen, da er Angaben über die vorliegenden Allergien enthält und somit im Notfall, gerade bei Allergien gegen Medikamente und Insektengifte, äußerst wichtig sein kann. Damit falsche Behandlungen vermieden werden können und die eventuelle Ursache bei Notfällen rechtzeitig erkannt wird, zeigt ein Allergiepass dem

schnell, unter welchen Unverträglichkeiten der Betroffene leidet. Somit ist ein Allergiepass ein anerkanntes und medizinisches Dokument.

Verwendungsbereiche

Nicht nur bei ernsthaften bzw. lebensbedrohlichen Allergien, wie bei Insektengiften oder Medikamenten, sondern auch bei Kontakt-, Nahrungsmittel- oder Pollenallergien ist es sinnvoll, einen Allergiepass zu besitzen und diesen stets mitzuführen.

Form

Einen verbindlichen oder einheitlichen Standard gibt es bei Allergiepässen nicht. Man kann ihn bei Arzneimittelherstellern oder beim Ärzteverband anfordern. Auch bekommt man ihn in der Regel direkt bei seinem Allergologen.

Die Formen und Aufmachungen können unterschiedlich ausfallen; auch gibt es zum Teil kostenpflichtige Pässe für die Patienten. Im Internet erhält man mittlerweile auch Allergieausweise zum Runterladen und Ausdrucken. Es ist unerheblich, woher man ihn bekommt; in erster Linie ist entscheidend, dass der Pass knapp, übersichtlich und richtig ausgefüllt ist.

Aufbau: Angaben im Allergiepass

Ein Allergiepass wird in der Regel von einem Arzt ausgefüllt. Generell gehören in den Allergiepass

  • die Kontaktdaten
  • eine im Notfall zu benachrichtigende Person
  • eine Ausweisnummer
  • das Ausstellungsland
  • eine mögliche Medikamenteneinnahme
  • die Blutgruppe
  • bekannte Allergien bzw. Allergene
  • Testergebnisse (solang ernsthafte Gefahr bei Kontakt mit Allergen besteht) sowie
  • der Ablauf einer allergischen Reaktion.

Die schwerwiegenden und gefährlichen Allergien sollten dabei ganz oben stehen, worauf die weniger schweren Allergien folgen.

Allergene

Aufgeführt werden sollten alle Substanzen (Allergene), auf die der Allergiker reagiert, sowie teils auch Produkte, die diese Substanzen enthalten. Allergene können in verschiedene Gesichtspunkte eingeteilt werden, wobei die Allergenquelle (z.B. Pollenallergene, Tierhaarallergene oder Hausstaubmilbenallergene) und die Art des Kontakts mit den Umweltstoffen (z.B. Nahrungsmittelallergene, Inhalationsallergene) am wichtigsten sind.

Bei Kreuzallergien können die IgE-Antikörper (Immunoglobulin E), die gegen ein spezielles Allergen ankämpfen, auch andere Allergene aus anderen Quellen erkennen, was zu weiteren allergischen Reaktionen führen kann. All dies sollte bei der Eintragung im Pass berücksichtigt werden.

Testergebnisse und Ausprägungsformen

Sollte ein eintragungspflichtiges Testergebnis vorliegen, welches auf eine ernsthafte Gefahr für den Patienten hinweist, wird auch dieses in den Pass eingetragen. Ebenfalls sollte eingetragen werden, inwiefern die allergische Reaktion abläuft. Schweregrad und direkte oder verzögerte Reaktion auf das Allergen sind dabei von großer Bedeutung.

Die Beschwerden können mild bis schwerwiegend und in besonders schlimmen Fällen auch akut lebensbedrohlich sein. Des Weiteren können Allergiker an nur einer Krankheitsform oder aber auch an so genannten Mischformen leiden, die sich zum einen durch akut auftretende allergische Symptome (z.B. Asthma) und zum anderen durch Symptome mit einem langsameren und konstanten Verlauf (z.B. atopische Dermatitis) kennzeichnen lassen.

Solche Angaben sind im Falle des Falles sehr wichtige Informationen. In den Allergiepass gehören allerdings keine Details zu den einzelnen Allergenen, woher sie kommen oder wie sie vermieden werden können.

Bei Reisen ins Ausland sollten Allergiker einen internationalen Allergiepass mitführen, da man sich nie darauf verlassen kann, dass der behandelnde Arzt Deutsch spricht. Dieser Ausweis ist in der Regel viersprachig (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch) aufgebaut; es gibt ihn aber auch auf Dänisch, Türkisch, Finnisch, Griechisch, Portugiesisch, Kroatisch oder Italienisch.

Quellen:

  • Axel Trautmann, Jörg Kleine-Tebbe: Allergologie in Klinik und Praxis: Allergene - Diagnostik - Therapie, Thieme Verlagsgruppe, 2017, ISBN 9783131421838
  • Imke Reese, Christiane Schäfer, Thomas Werfel, Margitta Worm: Diätetik in der Allergologie, Dustri-Verlag Dr. Karl Feistle GmbH & Co., 2017, ISBN 3871855197
  • U. Darsow, U. Raap: Allergologie kompakt, Dustri-Verlag Dr. Karl Feistle GmbH & Co., 2016, ISBN 3871854832
  • Tilo Biedermann, Werner Heppt, Harald Renz, Martin Röcken: Allergologie, Springer Medizin Verlag, 2016, ISBN 9783642372025
  • Joachim Saloga, Ludger Klimek, Jürgen Knop, Roland Buhl, Wolf Jürgen Mann: Allergologie-Handbuch: Grundlagen und klinische Praxis Mit Handouts zum Download, Schattauer, 2011, ISBN 3794527291
  • Gerhard Grevers, Martin Röcken: Taschenatlas Allergologie: Grundlagen - Klinik - Therapie, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 3131175524

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