18. Mai 2010
Als Hoden bezeichnet man die Geschlechtsdrüsen des Mannes. Das paarig angelegte Organ befindet sich im Hodensack.
Die Hoden (Testis) sind die Keimdrüsen (Gonaden) des Mannes. Sie sind paarig angelegt und liegen zusammen mit den Nebenhoden, Teilen des Samenleiters und dem Ende des Samenstrangs in einer Hauttasche, die als Hodensack (Skrotum) bezeichnet wird.
In der Regel ist jeder gesunde Mann mit zwei Hoden ausgestattet, die bereits bei neugeborenen Jungen vorhanden sind. Die Hoden, die sich während der Schwangerschaft im Körper des Babys befinden, bewegen sich nach dem Geburtsvorgang in den Hodensack. Die Länge eines eiförmigen oder rundlichen Hodens liegt bei etwa vier bis fünf Zentimetern. Er erreicht eine Breite und Dicke von je drei Zentimetern und wiegt ca. 25 bis 30 Gramm. Aufgehängt wird der Hoden am Samenstrang (Funiculus spermaticus). Zumeist fällt der linke Hoden, der tiefer im Hodensack liegt, ein wenig größer aus als der rechte. Das Kopfende des Hodens bezeichnet man als Extremitas capitata und das kaudale Ende als Extremitas caudata oder Schwanzende. Am diesem Schwanzende ist oftmals ein warzenförmiges Rudiment des Müller-Ganges vorhanden. Dieses Rudiment, das keine besondere Funktion hat, bezeichnet man als Hodenanhang (Appendix testis). Der Rand, der zum Nebenhoden zeigt, wird Nebenhodenrand (Margo epididymalis) genannt. Gegenüberliegend befindet sich der Margo Liber, der freie Rand. Im Zwischenraum dieser beiden Ränder, liegen zwei Flächen, die Facies medialis und die Facies lateral.
Umgeben wird der Hoden von einer serösen Haut, die aus zwei Blättern besteht und als Tunica vaginalis testis bezeichnet wird. Während das Wandblatt (Periorchium oder Lamina parietalis) das Innere des Hodensacks auskleidet, dient das Eingeweideblatt (Epiorchium oder Lamina visceralis) als Überzug des Hodens. Zwischen dem Wandblatt und dem Eingeweideblatt liegt das Casum vaginale, ein enger Spaltraum, durch den die Beweglichkeit des Hodens im Hodensack gewährleistet wird. Für die Befestigung des Hodens im Skrotum sorgt das Hodengekröse (Mesorchium), das auch die Verbindungsstelle zwischen den beiden Blättern ist. Darüber hinaus verbindet ein kurzes Band am Schwanzende, das man als Hodeneigenband bezeichnet, den Hoden mit dem Nebenhoden (Epididymis). Dieser ist ein vier bis sechs Meter langes, enges gewundenes Röhrensystem und dient zur Lagerung und Reifung von Spermien.
Für die arterielle Versorgung der Hoden ist die Arteria testicularis verantwortlich, während das venöse Blut über den Plexus pampiniformis abgeleitet wird.
Umhüllt wird der Hoden von einer festen Organkapsel aus Bindegewebe, die man als Tunica albuginea oder Hodenkapsel bezeichnet. Das Innere des Hodens wird in etwa 250-300 Hodenläppchen (Lobuli testis) unterteilt, die mit ein bis vier Samenkanälchen (Tuboli seminiferi) ausgestattet sind.
Zu den Aufgaben der Hoden gehört die Produktion von Sperma und dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron. So stellen die Hoden etwa 2.500 Spermien pro Sekunde her. Testosteron ist ein wichtiges Geschlechtshormon, durch das sekundäre männliche Geschlechtsmerkmale wie Bartwuchs, Stimmlage, Körperbehaarung, Knochenbildung und Muskelaufbau entstehen. Darüber hinaus wird auch die Samenproduktion vom Testosteron geregelt. Das Heranreifen der Spermien erfolgt in den Hodenläppchen.
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