Risse in der Wand reparieren

Beim Entdecken von Wandrissen in Haus oder Wohnung sollte versucht werden, ihre Ursache festzustellen. Danach richten sich letztendlich Art und Umfang der Reparatur. Die Reparatur von rissigen Wänden reicht vom einfachen Spachteln bis hin zum Auftragen eines neuen Innenputzes. Lesen Sie, wie Sie Risse in der Wand erkennen und reparieren bzw. schließen können.

Tipps zur Reparatur von rissigen Wänden

Wandrisse können der Anlass zum Renovieren sein, sie können aber auch anlässlich einer Renovierung als solche entdeckt werden. Das ist vorwiegend dann der Fall, wenn die Zimmerwand mit einer Strukturtapete tapeziert ist. Sie ist dann, im Gegensatz zur einfachen und unifarben weiß gestrichenen Raufasertapete, buchstäblich blickdicht.

Ursachen feststellen

In beiden, aber auch allen anderen Fällen gilt es, vor einem Reparieren zunächst die Ursache für die Wandrisse festzustellen. Das Wort "Riss" wird vom althochdeutschen "Riz" abgeleitet und steht für "Furche" oder "Strich".

Die feinadrigen Wandrisse sind am ehesten mit einem Strich zu vergleichen. Sie verlaufen strichförmig und haben unterschiedliche Gründe. Die reichen

  • von der Statik des Gebäudes
  • über ein erstes Materialversagen oder eine dauerhafte Feuchtigkeit
  • bis hin zu Putzrissen.

Der Eigentümer ist bestrebt, die Substanz seiner Immobilie zu erhalten - er wird die auftretenden Wandrisse beim ersten Erkennen beseitigen. Der Wohnungsmieter ist gut beraten, seinen Vermieter unverzüglich über erkannte beziehungsweise aufgetretene Wandrisse zu informieren.

Wandrisse richtig schließen

Wandrisse sind Öffnungen im Mauerwerk, die repariert, sprich geschlossen werden müssen. Die Innenwände sind verputzt, so dass es sich, genau ausgedrückt, um Risse am Innenputz handelt. Bei unverputzten Außenwänden sind es Wandrisse im Mauerwerk.

Kleine Wandrisse werden auch als Haarrisse bezeichnet. Sie werden mit einer Spachtelmasse gefüllt und glatt verstrichen. Die ist in Baumärkten und im Fachhandel sowohl als fertig angerührte Spachtelmasse als auch in Pulverform erhältlich.

Mit einem Stielspachtel, auch Malerspachtel genannt, wird die vorgefertigte oder angerührte Spachtelmasse aufgetragen. Dabei ist etwas mehr Spachtelmasse besser als zu wenig. Der Überschuss wird anschließend mit Schleifpapier abgeschliffen, so dass die reparierten Wandrisse ebenso glatt sind wie die Wandfläche um sie herum.

Vorgehensweise bei großflächigen Wandrissen

Wenn der Putz im wahrsten Sinne des Wortes von der Decke oder Wand bröckelt, dann verläuft die Reparatur deutlich aufwändiger. Sie kann mit einer größeren Zahnbehandlung und dem damit verbundenen großflächigen Plombieren des Zahns verglichen werden.

Zunächst gilt es, Ursache und Ausmaß der Wandrisse festzustellen. Ist es Feuchtigkeit, ein Schimmelbefall oder ein baulich bedingter Schaden. Auf jeden Fall muss um die Schadstelle herum der Putz weitflächig entfernt, sprich abgeklopft oder abgefräst werden.

Entscheidend ist für den Erfolg der Reparatur, dass die Schadensursache erkannt und beseitigt wird. Anschließend wird die betreffende Wandfläche entstaubt und neu grundiert.

Zu den Grundierungsstoffen gehören Putze aus

  • Gips
  • Kalk
  • Lehm oder
  • Zement.

Als letztes wird die betreffende Wandfläche neu verputzt. Für den Unterputz sowie für den äußerlichen Feinputz werden unterschiedliche Körnungen verwendet.

Beim Feinputz sollte in Alt- oder Mittelbauten darauf geachtet werden, dass er so weit wie möglich mit dem bisher verwendeten Putz korrespondiert - der Unterschied zwischen Alt und Neu sollte also möglichst gering sein. Das eingearbeitete Netz- oder Gewebeband kann die zukünftige Haftfestigkeit der verputzten Stellen in den Wandrissen deutlich verbessern.

An solche Reparaturen von Wandrissen sollten sich nur geübte und routinierte Heimwerker heranwagen. Zu den notwendigen Handwerkszeugen gehören

  • Mörtelquirl
  • Kelle
  • Spachtel
  • Bohrmaschine und
  • Mörtelwanne.

Vorgehensweise bei feinen Wandrissen

Acryl

Bei kleinen, so genannten feinen Wandrissen kann es ausreichen, ein wenig Acryl aus einer Kartusche einzustreichen. Nach dem Trockenvorgang wird kurz übergespachtelt.

Acryl ist ein vielfach und vielseitig verwendeter Werkstoff, der im Baubereich als Fugenmasse verwendet wird. Es ist geruchsneutral und kann problemlos übergestrichen werden.

Acryl ist nicht allzu wasserabweisend. Es eignet sich nur für Wandrisse an trockenen Wänden, also nicht im Sanitärbereich oder in der Küche.

Montageschaum

Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Montageschaum, auch Bauschaum, Isolierschaum oder Füllschaum genannt. Mit einem Ausschäumen können besonders kleinere und kleinste Wandrisse einfach sowie kostengünstig repariert werden. Im Handel ist der Füllschaum als PUR-Schaum geläufig, abstammend von Polyurethan als seinem Basisstoff.

Hinweise zur Reparatur mit Fugenfüllbändern

Bei kleineren Rissen ist auch eine dauerelastische Verfugung möglich. Diese gelingt mithilfe von Fugenfüllband, PU-Schaum sowie Acrylmasse.

Zu diesem Zweck wird der Mauerriss ausgemessen; das Fugenfüllprofil wird abhängig von der Risslänge gewählt. In der Regel ist ein Durchmesser von 5 Millimeter ausreichend. Da wo das Fugenprofil nicht passt, wird der Riss mit einem Winkelschleifer geweitet.

Der Winkelschleifer wird vorsichtig angesetzt; wenn man die gewünschte Breite erzielt hat, reinigt man den Riss mithilfe einer Bürste. Dann wird der PU-Schaum aufgetragen. Das Fugenfüllprofil drückt man hinauf.

Nun klebt man die Ränder ab und trägt anschließend den Haftgrund auf. Auf diese Weise verhindert man, dass dieser auf die Fassade gelangt. Beim Auftragen sollte man darauf achten, alle betroffenen Stellen zu bedecken, bis dass das Mittel kaum noch aufgesogen werden kann.

Nun gilt es, die Fugen abzudichten. Dies gelingt am besten mit Acryl. Im Sanitärbereich wird häufiger zu Silikon gegriffen. Zu guter Letzt streicht man die Fuge mit einem Fugenglätter ab. Nachdem die Acrylmasse getrocknet ist, lässt sie sich überstreichen.

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