Erzählform: Merkmale von Filmkomödie und Filmmelodram

Filme können sowohl lustig als auch dramatisch sein. Zur Geltung kommen diese Merkmale in Filmkomödien und Filmmelodramen. Es handelt sich um Filmgenres der Erzählform. Aus der Filmkomödie, den humorvollen Spielfilmen, haben sich mit der Zeit viele Subgenres entwickelt. Typisch für das Melodram ist die Auseinandersetzung mit emotionalen und seelischen Konflikten. Informieren Sie sich über die Merkmale der Filmgenres Komödie und Melodram.

Filmkomödien möchten die Zuschauer zum Lachen bewegen, während das Melodram vor allem auch einen rührenden Charakter aufweist

Filmkomödie

Der Begriff "Komödie" stammt aus dem alten Griechenland. In der heutigen Zeit sind mit Komödien Lustspiele gemeint.

Unter Filmkomödien versteht man wiederum humorvolle Spielfilme. Ihr Ziel ist es, die Zuschauer durch lustige Handlungen zum Lachen zu bringen.

Merkmale und Subgenres

Zu den typischen Merkmalen von Filmkomödien zählen ein heiterer, mitunter auch absurder Handlungsablauf sowie ein glückliches oder witziges Ende. Die Komik steht also im Zentrum des Geschehens.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus der Filmkomödie zahlreiche Subgenres wie

  • schwarze Komödien
  • Krimikomödien
  • Slapstick-Komödien
  • Actionkomödien
  • Verwechslungskomödien
  • Tragikomödien
  • Science-Fiction-Komödien
  • Fantasykomödien
  • Horrorkomödien oder
  • Liebeskomödien.

Die schwarze Komödie zeichnet sich dadurch aus, dass sie Themen, die man im Normalfall ernsthaft darstellen würde - Krankheit oder Tod zum Beispiel - bewusst verharmlost oder sie satirisch behandelt. Bei einer Krimikomödie steht zwar wie in einem gängigen Kriminalfilm ein Verbrechen im Mittelpunkt des Geschehens; dabei werden aber die Mittel einer Komödie verwendet.

Slapstick-Komödien zeichnen sich durch Komik, welche keine Worte benötigt, aus. Hier zählen körperbezogene Handlungen.

Actionkomödien zeigen sich besonders oft in Form von Buddy-Filmen, solchen also, in denen zwei Hauptcharaktere gleichen Geschlechts auftreten. Action und Humor werden miteinander vermischt.

Besonders beliebt sind auch Verwechslungskomödien. In diesen humorvolle Filmkomödien kommt es aufgrund von ähnlichem Aussehen oder bestimmten Handlungen zu Verwechslungen von Personen.

Bei Tragikomödien handelt es sich um ein Drama, welches sich aber auch durch komische Ereignisse auszeichnet. Komödien mit Elementen des Komödie mit Elementen des Science-Fiction-Films bezeichnet man als Science-Fiction-Komödien, solche mit Fantasyelementen als Fantasykomödien.

Auch eine Horrorkomödie kommt nicht ohne humorvolle Ansätze aus. Bei Liebeskomödien oder auch romantischen Komödien geht es um romantische Beziehungen, Verwicklungen sowie Hindernisse.

Entwicklung

Filmkomödien genossen bereits in der Stummfilmzeit große Popularität. Da es noch keinen Ton gab, betonte man in erster Linie den visuellen Humor mithilfe von Slapstick-Einlagen. Zu den bekanntesten Vertretern der Stummfilmzeit gehörten Charlie Chaplin (1889-1977), Buster Keaton (1895-1966) und Harold Lloyd (1893-1971).

Mit der Einführung des Tonfilms gelang den Filmkomödien ein weiter Beliebtheitsschub. So zeichneten sich die Komödien nun durch Sprachwitz und lustige Dialoge aus. Besondere Popularität erlangte das Duo Stan Laurel (1890-1965) und Oliver Hardy (1892-1957) mit seinen Filmen.

Grundstimmung von Filmkomödien

Ein typisches Merkmal von Komödien ist, dass menschliche Charakterzüge und Schwächen übertrieben dargestellt werden. Dabei soll der Zuschauer sich entweder mit den Protagonisten identifizieren oder sich über sie lustig machen. Es gibt aber auch durchaus Komödien mit kritischen Zügen.

Komödien und Melodramas eigenen sich gut für entspannte Filmabende mit der Freundin oder dem Partner
Komödien und Melodramas eigenen sich gut für entspannte Filmabende mit der besten Freundin oder dem Partner

Filmmelodram

Melodramen setzen sich inhaltlich mit emotionalen und seelischen Konflikten auseinander. Typische Beispiele für erfolgreiche Melodramen sind die Filme "Vom Winde verweht" aus dem Jahre 1939 und "Jenseits von Eden" von 1955.

Auch der Begriff "Melodram" stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "Handlung mit Musik". Im Unterschied zu anderen Filmgenres widmet sich das Melodram ausgiebig den Widersprüchen des Lebens. So sind die Probleme in Melodramen ebenso groß wie die Gefühle der Protagonisten.

Typische Merkmale

Oft verhindern bestimmte Umstände wie

dass zwei liebende Menschen zueinander finden können. So bleibt den Hauptcharakteren die Erfüllung ihrer Bedürfnisse meist versagt, sodass es kein Happy-End gibt.

Ein typisches Stilmittel des Melodrams ist den Zuschauer derart zu rühren, dass er sich mit der Hauptfigur identifizieren kann. Zu den Melodramen zählt man auch Liebesfilme mit unglücklichem Ende.

Die Liebe, damit verbundene schmerzhafte Erfahrungen sowie Leidenschaften sind typische Themen. Grundsätzlich spricht es eher die weibliche Zielgruppe an, kann dabei allerdings auch gesellschaftskritisch werden, beispielsweise, indem es Kritik an der "typischen Männergesellschaft" mit Elementen wie

  • Geld
  • Macht
  • Erfolg
  • Klassenschranken
  • Krieg oder
  • Politik

ausübt. Gefühle, Vorstellungen und Sehnsüchte treten in den Vordergrund, reale Begebenheiten in den Hintergrund. Häufig geht es um Frauen in der Mittelschicht; diese sind unzufrieden mit den Grenzen, welche ihnen in den Weg gestellt werden und versuchen, sofern sie die Möglichkeiten haben, aus diesem System auszubrechen.

Diese Versuche, sich gegen

  • Struktur
  • Familie und
  • Gesellschaft

stellen, scheitern in der Regel. Der Druck, der sich im Inneren einer Person aufbaut, treibt die Geschehnisse voran.

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  • Couple in living room watching television © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Two women in living room watching television eating chocolates s © Monkey Business - www.fotolia.de

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