Reiseportale - Merkmale, Funktion und Nutzungshinweise

Blondes Mädchen liegt auf dem Bauch vor einem Laptop, zeigt auf den Bildschirm und hat den Mund geöffnet

Reiseplanung im Internet - seriöse Reiseportale erkennen

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Reiseportale bezeichnet man Online-Reisebüros. Sie bieten Reisen, Flüge und Ferienunterkünfte im Internet an. Als Nutzer stehen einem zahlreiche unterschiedliche Auswahlkriterien an, sodass man nach wenigen Klicks eine große Auswahl passender Reiseangebote finden sollte. Bei der Wahl des Anbieters sollte man auf dessen Seriosität achten. Informieren Sie sich über die Merkmale und Funktion von Reiseportalen und lesen Sie, worauf bei Auswahl und Nutzung geachtet werden sollte.

Reiseportale: Merkmale und Funktion

Bei Reiseportalen handelt es sich gewissermaßen um virtuelle Reisebüros im Internet. Genau wie herkömmliche Reisebüros bieten sie die unterschiedlichsten Reisen, Flüge und Feriendomizile an.

Ihre Offerten stellen die Reiseportale aus den verfügbaren Angeboten von Reiseveranstaltern, Hotels, Fluggesellschaften sowie anderen Reiseportalen zusammen. Von den eigentlichen Anbietern der Reisen erhält das Online-Reisebüro eine Vermittlerprovision.

Vorzüge

Immer mehr Menschen nutzen bei ihrer Urlaubsplanung Online-Reiseportale im Internet. Der Vorteil eines Online-Reisebüros besteht vor allem darin, dass man es auch am Wochenende oder nach Feierabend nutzen kann.

Bequem von zuhause aus und per Mausklick kann der Kunde nach dem geeigneten Urlaubsziel suchen und wenn er fündig geworden ist, die Reise gleich buchen. Darüber hinaus gehören auch

  • ausführliche Informationen
  • Ausflugstipps und
  • Hotelbewertungen

zu den Angeboten von Reiseportalen. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass man das Portal vor allem auch dann nutzen kann, wenn man sich in Sachen Reiseplanung noch gar nicht sicher ist. Man bekommt die Möglichkeit, unzählige Angebote zu vergleichen. Weiß man beispielsweise lediglich, dass man in ein bestimmtes Land reisen möchte, aber nicht, welche Region oder Unterkunft es sein soll, kann man sich beispielsweise von den Angeboten, die man anhand der bekannten Informationen bekommen hat, inspirieren lassen.

Des Weiteren kann man die Liste an Angeboten nach eigenen Wünschen sotrieren, um beispielsweise

  • die zentralste Lage
  • die günstigste Unterkunft
  • die passendste Flugzeit oder
  • das am besten bewertete Hotel

zu wählen. Zudem kann man sich anhand zahlreicher Fotos einen guten Überblick darüber verschaffen, was einen am Reiseziel erwartet. Es stehen einem deutlich mehr Auswahlkriterien zur Verfügung, als im Reisebüro. Auch gibt es immer wieder Sparangebote, beispielsweise bestimmte Tage, an denen man etwa Flüge günstiger bekommt als sonst, oder Sofortrabatte etc.

Auch Individualreisen, bei denen man diverse Unterkünfte buchen möchte, bucht man über ein solches Reiseportal schnell und unproblematisch. Besonders zu erwähnen ist die Möglichkeit, bei vielen Anbietern von Unterkünften spontan kostenlos zu stornieren oder erst vor Ort zu bezahlen.

Blind Booking – so funktioniert der neue Reisetrend

Frau tippt auf einem Laptop, daneben eine Kaffeetasse
Woman hands typing in a laptop in a coffee shop © Antonioguillem - www.fotolia.de

Blind Booking ist ein neuer Trend, mit dem Schnäppchenjäger an günstige Hotelzimmer kommen. Auf Portalen wie "Surprice-Hotels" buchen sie zu Sonderpreisen. Zunächst sind nur Lage und Ausstattung des Hotels bekannt, erst beim Bestätigungsklick lüftet sich das Geheimnis um die Unterkunft.

Was auf den ersten Blick wie ein riskanter Deal aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als attraktives Konzept – sowohl für Gäste als auch für Hoteliers. Während die Gastgeber anonym ihre leerstehenden Zimmer vermieten können, bekommen die Nutzer ihre Übernachtung rund 60 Prozent billiger.

Um nicht ganz ins Ungewisse zu reisen, können Gäste vor der Buchung eine Auswahl treffen. Eine Karte zeigt an, wo die Hotels liegen. Außerdem lassen sich die Angebote nach Tagespreis, Bewertung und Hotelkategorie filtern. Lediglich der Name des Hotels bleibt verborgen, bis die Buchung bestätigt ist.

Nutzungshinweise

Besucht man die Seite eines solchen Reiseportals, gilt es zunächst, die Auswahl an möglichen Reisearten einzugrenzen. Oftmals findet man auf der Startseite eine Auswahl an "Topangeboten", solche also, die sich besonders gut verkaufen und dementsprechend oft gebucht werden, weil zum Beispiel ein gutes Preisleistungsverhältnis gegeben ist oder das jeweilige Ziel zum aktuellen Zeitpunkt am meisten bieten kann etc.

Wer sich lieber auf seine eigenen Suchkriterien stützen möchte, wird zunächst einmal anklicken, ob es sich um

  • eine Pauschalreise inklusive Verpflegung
  • lediglich einen Flug
  • lediglich eine Unterkunft oder
  • Flug und Unterkunft ohne Verpflegung

handeln soll. Als nächstes muss man das gewünschte Reiseziel eintippen. Bei vielen Anbietern kann man das entsprechende Feld auch leer lassen, wenn man sich nicht sicher ist oder diesbezüglich keine Präferenz hat.

Die richtige Nutzung des Reiseportals ist auschlaggebend für den Buchungserfolg
Die richtige Nutzung des Reiseportals ist auschlaggebend für den Buchungserfolg

Nun geht zum Reisezeitpunkt. Dabei gibt man in der Regel die früheste Anreise sowie die späteste Abreise, welche sich im möglichen Zeitrahmen befinden, an. Nun kann anhand der Zeitspanne ein Angebot mit freien Unterkünften/Sitzplätzen im Flugzeug etc. gefunden werden. Bei der Reisedauer stehen einem verschiedene Auswahlmöglichkeiten offen - von einem Tag bis hin zu mehreren Monaten.

Ebenfalls auswählbar ist

  • der gewünschte Abflughafen
  • die Art der Unterkunft
  • bei Hotels: die Anzahl der Sterne, bestimmte Ausstattungsmerkmale, Freizeitangebote
  • die gewünschten Aktivitäten, z.B. Wandern, Strandurlaub, Ausgehen, Kultur etc.

und Vieles mehr. Je mehr Angaben man dabei machen kann, desto eher wird man ein Angebot passen, das einen in sämtlichen Bereichen überzeugen kann. Natürlich lässt sich auch eine Preisspanne angeben. Hat man sich für ein Angebot entschieden, kann man die Buchung mit ein paar Klicks abschließen. Schließlich bekommt man noch die Zahlungs- und Stornierungsbedingungen mitgeteilt.

Tipps für die Suche eines seriösen Anbieters

Reiseportale im Internet gibt es mittlerweile in großer Zahl. Doch woran lässt sich ein seriöses Portal erkennen? Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie, doch an einigen Punkten kann der Kunde ersehen, ob er es mit einem vertrauenswürdigen Online-Reisebüro zu tun hat oder nicht.

So sollte das Reiseportal stets auch telefonisch erreichbar sein und seine Zahlungsmodalitäten den allgemein üblichen Richtlinien entsprechen. Außerdem ist es sinnvoll, sich zu vergewissern, mit wem man es zu tun hat. Dazu kann man einen Blick auf das Impressum oder die Kontaktseite werfen.

Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) vorhanden sind. Diese sollten gründlich gelesen oder ausgedruckt werden.

Ratsam ist zudem, Anschrift und Telefonnummer des Portals zu notieren, um mit dem Anbieter bei Bedarf Kontakt aufnehmen zu können. Weist ein Portal überdurchschnittlich viele Rechtschreibfehler oder inhaltliche Mängel auf, sollte man lieber die Finger davon lassen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, hat die Möglichkeit im Internet zu recherchieren. Dazu sucht man mithilfe der Suchmaschinen nach Erfahrungen anderer Nutzer mit dem betreffenden Reiseportal.

Wird eine Pauschalreise gebucht, sendet ein seriöses Online-Reisebüro dem Kunden unmittelbar nach Bezahlung der Reisekosten einen Reisesicherungsschein zu. Auf diese Weise verfügt der Reisende über ein Dokument, dass ihm Sicherheit gewährleistet.

Bucht man jedoch nur einzelne Leistungen, erhält man diesen Schein nicht. Grundsätzlich wird empfohlen verschiedene Reiseportale miteinander zu vergleichen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Reiseportale im Test - Wo kann man am besten seinen Urlaub buchen?

Die besten Reiseportale: Vor- und Nachteile der Online-Buchung

Tafel mit Ankunft und Abflug von Flugzeugen in Flughafen, Flugziele
airport © flucas - www.fotolia.de

Der Trend bei Reisebuchungen geht immer weiter weg von Reisebüros hin zu online Reiseportalen. Davon gibt es mittlerweile eine ganze Menge und man weiß oft garnicht bei welchem Anbieter man seine Reise buchen soll. Das Deutsche Institut für Servicequalität hat die Leistungen von 24 Reiseportalen im Internet getestet. Untersucht wurden die Internetpräsentation, Zahlungsbedingungen und Kontaktaufnahme.

Expedia, Travelscout und Travelchannel belegen die ersten Plätze

Expedia.de belegte beim Test den ersten Platz. Das Reiseportal bietet günstige Konditionen an und bearbeitet Anfragen von Kunden sehr schnell. Auf dem zweiten Platz liegt Travelscout24.de, die ihren Kunden unter der kostenlosen Hotline eine kompetente Auskunft am Telefon bieten.

Travelchannel.de steht an dritter Stelle, konnte den besten Kundenservice vorweisen und überzeugte mit einer informativen Internetpräsenz. Erhebliche Unterschiede stellte man bei den Preisen fest, die besten Preisangebote hatte ebookers.com.

Kritikpunkte

Negativ beurteilte das Institut die Voreinstellungen bei vielen Buchungen. Dort waren sehr häufig schon Reiseversicherungen angeklickt, was man bei der Buchung leicht übersehen kann und so zahlt der Kunde am Ende drauf, obwohl er vielleicht garkeine Versicherung dazubuchen wollte.

Auch die Kontaktaufnahme ließ bei den meisten Anbietern zu wünschen übrig. Bei der Telefonberatung mangelte es dem Personal oft an Freundlichkeit und die Reaktion auf E-Mailanfragen kam bei vielen mit einiger Verzögerung oder blieb ganz aus.

Urlaub über Internet buchen ist nicht immer preiswert

Online-Reiseanbieter - Beim Buchen im Internet Preise, Konditionen und Service genau überprüfen

Mini-Sonnenliege auf Sand, daneben Gelscheine - Urlaubsgeld
Urlaubsgeld © Andre Bonn - www.fotolia.de

Eine Studie des Deutschen Instituts für Service und Qualität (DISQ) über Urlaubsbuchung über das Internet, die der Nachrichtensender n-tv in Auftrag gab, ergab, dass die meisten Reiseportale nicht benutzerfreundlich sind, so dass dadurch oftmals die Reise auch teurer wird.

Preise und Service wurden bei Online-Reiseanbietern getestet

So stellten die Tester bei allen 27 untersuchten Online-Reiseanbietern fest, dass die Transparenz über die Preise mangelhaft war. Bei über 50 Prozent erhöhte sich der Reisepreis während der jeweiligen Auswahl und manche boten Reisen an, die schon ausgebucht waren. Unter den getesteten Unternehmen waren 17 Reisevermittler und zehn Reiseveranstalter und man untersuchte neben der Preise auch den Service bei den Mitarbeitern in den Call-Centern.

Den ersten Platz belegte Reisevermittler Otto-Reisen.de, der in allen Belangen die Tester überzeugen konnte. Auf den nächsten Platzen mit einer guten Bewertung kamen travelchannel.de, weg.de sowie start.de. Die renommierten Reiseveranstalter ITS.de, TUI.com, Jahnreisen.de und auch Tjaereborg.de landeten nur auf den hinteren Rängen.

Der Service ist meist mangelhaft

Aber grundsätzlich lässt der Service bei den Mitarbeitern generell zu wünschen übrig, mit Ausnahme von dem Online-Portal Alltours.de. Die schwächste Antwort eines Mitarbeiters in einem Call-Center war bei einer Visum-Frage für Fernost, Singapur, Malaysia und Indonesien, der glaubt, dass für einen Aufenthalt unter drei Monaten der Reisepass ausreichen würde. So wird ein Visum bei einer Einreise gebührenpflichtig erteilt.

Unterschiede bei Preisen und Konditionen

Aber auch bei gleichen Terminen und Konditionen gibt es große Preisunterschiede bei den Anbietern, so dass bei einer Reise nach Korfu die Pauschalreise bei einem Anbieter doppelt so teuer war wie beim Günstigsten. Aber vor allem muss man bei der Buchung aufpassen, denn dort werden oft einige Zusatzprodukte angeboten, beziehungsweise vorgemerkt, welche man aber gar nicht haben möchte, beispielsweise irgendwelche Zusatzversicherungen.

Vorsicht bei der Urlaubsbuchung im Internet

Tipps zum Buchen von Urlaubsreisen im Internet

Grafik gelbes Schild mit Sonne und "Urlaub" darauf unter blauem Himmel
auf in den Urlaub © DeVIce - www.fotolia.de

Wer online einkauft und Geld ausgibt, sollte immer besondere Vorsicht walten lassen. Dies gilt auch und gerade bei Urlaubsbuchungen im Internet. Der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) hat einige Empfehlungen herausgegeben, die die Sicherheit beim Abschließen einer Reise erhöhen.

Tipps für Urlaubsbuchungen im Internet

Auf einer Webseite darf das Impressum nicht fehlen. Unternehmenssitz, Rechtsform und Angaben zur Geschäftsführung müssen eindeutig erkennbar sein. Die Nummer im Handelsregister und auch die AGB zeigen potentiellen Kunden, dass sie es mit einem seriösen Anbieter zu tun haben. Bei einer Postfachadresse und einer 0900er-Telefonnummer sollte man unbedingt die Finger von diesem Unternehmen lassen.

Um Preise vernünftig vergleichen zu können, müssen dieselben Kategorien angegeben sein. Sonst ist es unmöglich, das günstigste Angebot zu finden. Ob Reisetermin, Transfer zum Flughafen oder die Hotelkategorie, alle Kriterien müssen übereinstimmen.

Persönliche Daten sollten über verschlüsselte Seiten übermittelt werden

Die Übermittlung persönlicher Daten erfolgen bei einem seriösen Anbieter immer über eine verschlüsselte Seite. Erkennbar ist dies an der Angabe "https" vor der Internetadresse. Wichtig ist der Buchstabe "s". Kunden sollten auch darauf achten, ob das Online-Unternehmen ein Zertifikat eines unabhängigen Prüfers, wie beispielsweise dem TÜV, angegeben hat.

Wer diese Ratschläge beherzigt, kann ruhigen Gewissens seinen nächsten Urlaub online buchen.

Online-Reisebüros im Test: Lediglich drei Portale wurden mit "Gut" bewertet

Reiseportale im Internet lassen einiges zu wünschen übrig: Zu diesem Ergebnis kam die Stiftung Warentest, die insgesamt neun bekannte Vermittler von Pauschalreisen im Internet unter die Lupe nahm. Lediglich drei von ihnen wurden mit "Gut" bewertet und selbst bei diesen konnte der Kundendienst nicht immer überzeugen.

Einzig die Seite Travelscout24 konnte ihr Versprechen erfüllen, eine schnelle und sachgerechte Beratung anzubieten, so die Prüfer von Stiftung Warentest, die bei jedem Portal fünf unterschiedliche Beratungsfragen stellten und fünf unterschiedliche Reisen buchten.

Besonders viel Ärger widerfuhr einem Tester bei ab-in-den-urlaub.de: Hier waren 17 Anrufe nötig um überhaupt durchzukommen, ehe er dann noch 11 Minuten in der Warteschleife verbrachte.

Minuspunkte gab es auch, wenn der Kauf einer Reiseversicherung bereits voreingestellt war.

Dabei ist der Kundenservice eines der wenigen Felder, mit denen Portale wirklich punkten könnten: Die Preise sind fast überall gleich, da alle Portale mit der gleichen Software arbeiten. Unterschiede gibt es nur, wenn verschiedene Module genutzt werden oder bestimmte Portale zusätzliche kleinere Reiseanbieter im Programm haben.

Mit "Gut" wurden schließlich neben Travelscout24 ledliglich noch Lastminute.de und Travelchannel.de bewertet. Große Portale wie weg.de, Opodo, Expedia und Holidaycheck mussten sich wie ab-in-den-urlaub.de mit "Befriedigend" begnügen.

Große Leistungsunterschiede bei Hotelportalen

Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat vor kurzem neun große Hotelportale unter die Lupe genommen und teils große Leistungsunterschiede festgestellt. Obwohl in dem Test lediglich umsatzstarke und große Hotelketten im Fokus standen, waren nicht alle angefragten Hotels auf allen Hotelportalen zu finden.

Die Tester stellten außerdem große Preisunterschiede zwischen den einzelnen Portalen fest, sodass die Kunden in einigen Fällen für dasselbe Hotel fast doppelt so viel wie bei dem günstigsten Anbieter zahlen müssen. Somit sollten Verbraucher bei der Suche nach dem günstigsten Hotel immer die Preise von mehreren Portalen miteinander vergleichen.

"Bestes Hotelportal 2013" wurde bei der Studie "ehotel", da dieser Anbieter die beste E-Mail-Bearbeitung sowie einen guten Telefonservice hatte. Zudem findet der Verbraucher auf diesem Portal bei der Hotelsuche schon in der Angebotsübersicht weitere Informationen zu der Lage des Hotels und zur Verpflegung.

Auf der Suche nach Reise-Schnäppchen – Blogs und Apps starten durch

Urlauber mit Strohhut auf Sonnenliege unter Palmen mit Aussicht auf das Meer
heaven on earth © Christian Wheatley - www.fotolia.de

Nach Budapest für sechs Euro, inklusive Hotel? Was unglaublich klingt, machen Schnäppchen-Blogs möglich. Sie durchforsten Reiseportale, Webseiten von Fluggesellschaften und Hotels nach billigen Angeboten und präsentieren ihre Funde sofort im Internet. Der Trend geht zur App – damit Nutzer auch unterwegs schnell zugreifen können.

Klassische Reisebüros beobachten die Online-Aktivitäten mit Argwohn. Bereits die Vergleichsportale für Reisen haben ihnen viele Kunden abspenstig gemacht. Blogs wie Urlaubspiraten, Urlaubsguru oder Reisetiger locken noch mehr Reiselustige ins Netz.

Größte Schnäppchen lassen sich mit befristeten Sonderaktionen und "Errorfares" schlagen

Im Januar meldete der Urlaubsguru etwa 17,4 Millionen Nutzer der App, die Internetseite besuchten 3,5 Millionen Preisfüchse. Die größten Schnäppchen machen Kunden mit befristeten Sonderaktionen und sogenannten Errorfares - fehlerhaft eingegebene Preise in der Buchungssoftware. Sobald die Veranstalter ihren Irrtum bemerken, nehmen sie die Billigreisen vom Markt. Wer rasch gebucht hat, kann aber fast zum Nulltarif verreisen.

Die Zeit für einen genauen Blick auf die Konditionen sollte man sich aber nehmen. Denn die Tiger, Gurus und Piraten weisen kaum auf die Schwachstellen ihrer Fundstücke hin. Oft liegen die Hotels weitab vom Schuss, die Flüge starten zu nachtschlafener Zeit oder zum Reisetermin herrscht am Zielort regelmäßig Hurrikan-Alarm. Die Kundenfreundlichkeit kann also noch besser werden – einige Blogs arbeiten auch bereits daran.

Flugbuchung bei Online-Portalen - Vorsicht vor hohen Gebühren und Zusatzversicherungen

Viele Flugportale im Internet werben damit, immer den günstigsten Preis herauszufinden. Dies ist nach Meinung von Verbraucherschützern jedoch häufig nicht der Fall. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass auf Kunden in der Regel versteckte Kosten lauern, die den Flug erheblich verteuern.

Zusätzliche Gebühren fallen oft bei der Bezahlung mit gängigen Kreditkarten und für Zusatzversicherungen an. Zudem gibt es Aufschläge für Gepäck oder den Wunschsitzplatz. Doch nicht nur bei Flugpreis-Vergleichsportalen sollten Nutzer aufpassen, sondern auch bei Online-Reisebüros oder den Fluggesellschaften selbst. Koffer sowie Getränke und Snacks, der Wunschsitzplatz oder ein Sitz mit mehr Beinfreiheit sind nicht immer im Preis inbegriffen.

Auch wenn die Werbung es verspricht: Bei keinem der 20 getesteten Portale gelang es, ausnahmslos alle Flugreisen tatsächlich zu dem günstigsten Preis zu buchen, der zunächst angezeigt wurde. Innereuropäische Flüge waren im Schnitt durch Zusatzgebühren letztlich um bis zu 30 Prozent teurer, Fernreisen um bis zu zehn Prozent.

Achtung bei Reisebewertungen im Internet: Auf Fotos besser verzichten

Blonde Frau liegt auf einem weißen Kissen und nutzt einen grauen Laptop
Woman with laptop lies in bed © Karin & Uwe Annas - www.fotolia.de

Ungeziefer im Hotelzimmer, Bauarbeiten direkt vor der Tür, schlecht vorbereitete Reiseführer: Mancher Urlaub hält nicht das, was der Veranstalter versprochen hat. Wer nun im Internet eine schlechte Bewertung erteilt, um andere Nutzer zu warnen, muss jedoch aufpassen. So gilt es einiges zu bedenken, um sich nicht strafbar zu machen.

Was verboten ist

Fotos, auf denen Hotelangestellte oder andere Gäste zu sehen sind, sind aus Rechten am eigenen Bild nicht gestattet. Bilder der Unterkunft sind meist durch das Hausrecht verboten. Dazu zählen auch Terrasse und Pool. Auch das Nennen von Namen ist aufgrund des Bundesdatenschutzgesetzes untersagt.

Behauptete Tatsachen müssen auch wirklich welche sein. Angebliche Fakten oder Gerüchte, die Urlauber nur vom Hörensagen kennen, dürfen Urlauber nicht in ihre Bewertung einfließen lassen. Sonst droht eine Unterlassungserklärung.

Polemische Schmähkritik ist durch das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht gedeckt, allerdings sind die Grenzen fließend. Satirische Anmerkungen sind durchaus erlaubt. Wer sachlich bleibt, ist auf der sicheren Seite. Damit vermeidet man eine Strafanzeige, die teuer werden kann.

Bundeskartellamt mahnt Hotel-Buchungsportal Booking.com wegen der Bestpreisklausel ab

Laut Kartellamt hätten es neue Wettbewerber durch die Konditionen von Booking.com schwer, sich am Markt zu etablieren

Schild an der Seite eines Hauses mit Laterne, Aufschrift "HOTEL" und zwei Sterne
hotel © Tom Davison - www.fotolia.de

Das Bundeskartellamt hat das Hotelbuchungsportal Booking.com abgemahnt. Die Behörde kritisiert die verwendete Bestpreisgarantie als Einschränkung des fairen Wettbewerbs. Das Portal hat sich bislang von seinen Partnerhotels den jeweils

  • günstigsten Hotelpreis,
  • die größtmögliche Zimmerverfügbarkeit und
  • die günstigsten Buchungs- und Stornierungskonditionen

im Internet garantieren lassen. Neue Wettbewerber hätten es so schwerer, sich am Markt zu etablieren, teilte das Kartellamt mit.

Weitere Hotelportale im Visier des Bundeskartellamtes

Bereits bei der Konkurrentin HRS hat die Behörde ähnliche Klauseln beanstandet. Das Unternehmen war anschließend gezwungen, diese aus seinen Verträgen zu streichen. Auch gegen das Hotelportal Expedia läuft beim Bundeskartellamt ein Verfahren.

Mit einer Abmahnung beabsichtigt das Bundeskartellamt, Streitigkeiten auf direktem und billigem Weg ohne Einschaltung eines Gerichts beizulegen. In den meisten Fällen werden Streitigkeiten im Wettbewerbsrecht auf diese Weise beendet.

Grundinformationen und Hinweise zu Reiseportalen

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Quellenangaben

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  • Bildnachweis: Smiling young woman using a laptop at home © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

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