EU-Sicherheitsbestimmungen für Medikamente im Handgepäck

Rückansicht Gang im Innenraum eines Flugzeuges, mehrere Menschen in Sitzreihen

Für Flugreisende stellt sich die Frage, ob und welche Medikamente mit an Bord dürfen

Die EU-Sicherheitsbestimmungen für Handgepäck gelten an sich für alle europäischen Flughäfen, dennoch entstehen häufig Missverständnisse in Zusammenhang mit Medikamenten. Dürfen alle Arzneimittel im Bordgepäck verstaut werden oder gibt es Probleme bei der Sicherheitskontrolle?

Die Europäische Union hat insbesondere die Regelungen für Handgepäck im Flugzeug überarbeitet. Zum Schutz vor Terroranschlägen wurden die Sicherheitsbestimmungen bei Flugreisen verschärft. Das betrifft insbesondere die Mitnahme von Flüssigkeiten, zu denen zum Beispiel auch Creme, Deodorant, Shampoo, Zahnpasta, Öl oder Wimperntusche gehören.

Nach dem Erlass der EU-Sicherheitsneuregelungen im November 2006 dürfen Reisende nur noch geringe Flüssigkeitsmengen mit an Bord nehmen. Pro Fluggast ist ein wiederverschließbarer, transparenter 1-Liter-Beutel für Flüssigkeiten in Behältern mit einem Fassungsvermögen von maximal 100 Millilitern erlaubt. Diese Bestimmungen gelten an allen EU-Flughäfen, für alle Inlandsflüge sowie für Flüge in die Schweiz und nach Norwegen. Ebenso haben Länder wie die USA und Asien ihre Sicherheitsbestimmungen für den Transport von Handgepäck angepasst.

Stress beim Einchecken vermeiden

Um Stress beim Einchecken zu vermeiden, sollten nach Möglichkeit alle Behälter mit Flüssigkeiten im Koffer untergebracht werden. Ins Handgepäck gehören ausschließlich wichtige Utensilien, die unverzichtbar sind. Zu den unverzichtbaren Dingen zählen neben Babynahrung auch Arzneimittel. Letztere dürfen auch ohne Plastikbeutel im Handgepäck verstaut werden, müssen allerdings beim Security-Check vorgelegt werden.

Jeder Fluggast sollte das Sicherheitspersonal auf die Medikamentenmitnahme hinweisen. Die Medikamentenschachteln werden vom Kontrollpersonal mittels Röntgengerät untersucht. Sinnvoll ist die Vorlage eines Rezepts. Wer unsicher ist, kann sich einige Tage vor Abflug bei der Airline über die Handgepäck-Sicherheitsregeln erkundigen.

Medikamentenpackungen mit Namen und Dosierung beschriften

Da es bei Flügen immer zu Verzögerungen kommen kann, sollten Fluggäste immer genügend Medikamente parat haben und Arzneimittel auf verschiedene Handgepäckstücke verteilen. Wer auf Nummer sicher gehen will, packt die doppelte Medikamentenration ins Handgebäck. Alle Umverpackungen sollten schlag- und bruchfest sein.

Besonders wichtig ist die Kennzeichnung der Medikamentenpackungen mit Namen und Dosierungshöhe. Das Kennzeichnen der Packungen erfolgt in der Regel bereits in der Apotheke.

Für verschreibungspflichtige Arzneien ist das Mitführen eines Medikamentenpasses sinnvoll. Im Pass sind nochmals Name des Patienten, Dosierung und Zusammensetzung angegeben.

Fallen Medikamente unter das Betäubungsmittelgesetz, muss der Arzt ein Formular ausfüllen, unterschreiben und abstempeln, das vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte herausgegeben werden.

Besonders wichtig für Diabetes-Patienten: Zeitverschiebungen beachten

Diabetiker dürfen flüssiges Insulin und Diabetikernahrung im Handgepäck mit an Bord nehmen und sind von der 100-Milliliter-Bestimmung ausgenommen.

Doch gerade bei Fernreisen kann es zu Schwierigkeiten kommen, denn Zeitverschiebungen nehmen Einfluss auf die Insulindosierung. Diabetiker sollten deshalb immer genügend Vorrat an Bord eines Flugzeugs parat haben. Bei Flugreisen Richtung Westen ist der Tag länger, entsprechend höhere Insulingaben sind nötig. Beträgt die Zeitverschiebung 6 Stunden innerhalb eines 24-Stundentages, erhöht sich die Insulinmenge um 25 Prozent, bei Flügen Richtung Osten verringert sich die Dosis.

Sinnvoll ist zudem die Mitnahme eines zusätzlichen Blutzuckermessgeräts inklusive Zubehör, eines Hypoglykämie-Notfall-Sets sowie einer größeren Ration Traubenzucker. Befinden sich Spritzen und Kanülen im Handgepäck, sollten sich Passagiere ein ärztliches Attest besorgen, das die Notwendigkeit des Medizinprodukts zur persönlichen Versorgung bestätigt.

Schwierigkeiten vermeiden

Um Schwierigkeiten beim Mitführen von Arzneimitteln im Handgepäck zu vermeiden, ist es immer sinnvoll, sich unaufgefordert beim Check-in zu melden. Arzneien, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen wie Methadon oder Morphine, dürfen nach den Richtlinien der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) grenzüberschreitend zur Deckung des persönlichen Bedarfs im Handgepäck mitgeführt werden.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: interior of a plane © Ivan Hafizov - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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