26. August 2010
Für Liebhaber von nostalgischen Bahnreisen ist eine Fahrt mit dem legendären Orient-Express zu empfehlen. Dieser bietet die Atmosphäre längst vergangener Zeiten.
Als Orient-Express bezeichnete man unterschiedliche Bahnverbindungen, die u.a. von Paris nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul führten. In der heutigen Zeit gibt es ihn nur noch in Form von Touristikzügen.
Da Bahnreisen im 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Reisearten gehörten, wurden seinerzeit immer mehr Bahnlinien errichtet. Dazu zählte auch der Orient-Express, der zum ersten Mal im Jahr 1883 von Paris nach Osten fuhr und als Luxuszug nach englischem Vorbild fungierte. Zu seinen Stationen gehörten zunächst Paris, Straßburg, Wien sowie Budapest. Ein paar Jahre später folgten Belgrad, Sofia und Konstantinopel. Aufgrund der beiden Weltkriege kam es zu häufigen Änderungen der Reiseroute. Nach dem 2. Weltkrieg reisten immer mehr Menschen per Flugzeug, wodurch der Orient-Express im Laufe der Zeit zunehmend in Schwierigkeiten geriet. Im Jahr 1977 musste er wegen zu hohem Kostenaufwand und zu wenig Reisenden eingestellt werden. Von Straßburg nach Wien fuhr bis Ende 2009 noch einmal ein Zug unter dem Namen Orient-Express, aber auch diese Verbindung wurde schließlich gestrichen.
In Form von Touristikzügen lebt der Mythos des Orient-Express jedoch weiter. So gibt es verschiedene Züge, die unter dem Namen Orient-Express für Schienenkreuzfahrten im Einsatz sind. Dazu gehörte auch der NIOE (Nostalgie Istanbul Orient Express), der sogar mit den originalen Waggons aus den 20er und 30er Jahren fuhr. Aufgrund von Rechtsstreitigkeiten wurde der Betrieb 2007 jedoch eingestellt. So bleiben noch der VSOE (Venice Simplon Orient Express), der zum Teil über modernisierte ehemalige Waggons des Original Orient Express verfügt, sowie der POE (Pullman Orient Express), der innerhalb von Frankreich verkehrt.
Eine Fahrt im Venice Simplon Orient Express auf der historischen Route Paris – Istanbul dauert sechs Tage. Jedem Fahrgast steht ein eigenes Abteil zur Verfügung, das in der Nacht als Schlafkabine dient. Da es so Originalgetreu wie möglich zugeht, wird jedoch auf Duschen verzichtet. Stattdessen verfügt das Abteil über einen Originalwaschtisch. Die Hauptmahlzeiten sind im Reisepreis inbegriffen. Für Menüs a la Carte ist jedoch ein Aufpreis zu entrichten, was auch für die meisten Getränke gilt. Neben dem Speisewagen gehören auch noch eine Bar sowie eine kleine Reiseboutique zum Angebot.
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