11. August 2011
Karthago liegt etwa zehn Kilometer von der tunesischen Hauptstadt Tunis entfernt. Wo einst prächtige Bauten standen, findet man heute nur noch Ruinen. Trotzdem vermittelt ein Besuch der Ausgrabungsstätte ein gutes Stück tunesische Geschichte und auch einen Einblick in mythische Welten.
Karthago wurde etwa im achten beziehungsweise neunten Jahrhundert vor Christus erbaut. Punische Abgesandte hatten das Fleckchen Erde gewählt, um dort eine prunkvolle Stadt zu erschaffen. Sie errichteten daher nicht nur für die damalige Zeit große und luxuriöse Wohnanlagen, sie gaben Karthago auch eine Akropolis sowie zahlreiche Tempel. Lange Zeit wuchs und florierte Karthago, bis zum Jahr 149 vor Christus. In diesem Jahr gaben die römischen Machthaber dem Anliegen Cato Censorius nach, der immer wieder vehement die Zerstörung Karthagos gefördert hatte. So begann der dritte punische Krieg, während dem Karthago völlig zerstört wurde. Die Stadt wurde regelrecht überrannt, so dass kaum noch etwas von den punischen Bauten übrig blieb.
Etwa ein Jahrhundert lang lag das Gelände brach, bis sich die Römer dazu entschieden, die Stadt nach ihren Vorstellungen neu zu errichten. Auch unter ihnen erhielt das neue Karthago einen schillernden Charakter. Stadt gewöhnlicher Häuser errichtete man Villen, zudem wurden zahlreiche römische Thermalbäder und ein riesiges Amphitheater gebaut. Das Theater soll der Überlieferung nach Platz für mehr als 50.000 Zuschauer geboten haben.
Etwa im elften Jahrhundert wurde Karthago von einem Nomadenstamm teilweise zerstört. Einige Bauten sind jedoch noch gut erhalten und sind heute ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Leider liegen die Ausgrabungsstätten weit auseinander, so dass man gut zu Fuß sein und viel Zeit mitbringen sollte. Besonders eindrucksvoll sind die Ruinen der römischen Thermen sowie die Überreste des Amphitheaters.
Fans der dunkleren Seite der tunesischen Geschichte finden in der Kultstätte von Tophet ein interessantes Ausflugsziel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte man hier einige grausame Funde, die seitdem zahlreiche Forscher und Autoren in ihren Bann ziehen. Die Stätte wurde ihrer Zeit von den Karthagern genutzt, um den Göttern Opfer zu bringen und sie damit gütig zu stimmen. Das Erschütternde an dieser Gegebenheit ist die Tatsache, dass hierfür Kinder geopfert wurden. Funde von Skeletten und Urnen auf dem Gelände der Stätte bestätigen diese Überlieferungen.
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