7. Oktober 2009
Eine Wochenendbeziehung ist eine vergleichsweise neue Lebensform, die noch vor wenigen Jahrzehnten gesellschaftlich nahezu unvorstellbar war. In Zeiten wachsender Mobilität und flexiblerer Arbeitsplatzgestaltung sind jedoch heute bereits viele Paare dazu gezwungen, unter der Woche an weit entfernten Arbeitsplätzen zu sein und sich nur am Wochenende zu treffen. Diese Wochenendbeziehungen haben sowohl Vor- als auch Nachteile, über die man sich im klaren sein sollte, bevor man sich darauf einlässt.
Eine Wochenendbeziehung setzt viel gegenseitiges Vertrauen voraus, denn der Partner ist unter der Woche weit weg an einem fremden Ort. Idealerweise gelingt es ihm auch dort, sich einen Freundeskreis aufzubauen und gemeinsam mit diesen Freunden Dinge zu unternehmen. Nicht immer jedoch ist es ganz einfach, die beiden so entstehenden Freundeskreise dann wieder unter einen Hut zu bringen. Es besteht die Gefahr, dass sich das Paar an den Wochenenden dann zu sehr auf sich selbst konzentriert und keinen gemeinsamen Freundeskreis entwickeln kann. Deshalb sollte man darüber sprechen, wie man die beiden Freundeskreise so einbeziehen kann, dass man zwar nicht immer alles gemeinsam unternehmen muss, aber dass der Partner den jeweils anderen Freundeskreis zumindest kennt.
In manchen Beziehungen spielt das Thema Treue eine wichtige Rolle. Wer allerdings zur Eifersucht neigt, der braucht keine Wochenendbeziehung zu führen, um einen Grund für seine Eifersüchteleien zu finden. Im Umkehrschluss: Wenn Sie sich auf Ihren Partner nicht voll verlassen können, dann macht es keinen Unterschied, ob Sie eine Wochenendbeziehung führen oder nicht. Der Eifersucht vorbeugen können beide Partner dadurch, dass sie von ihrem Leben unter der Woche viel erzählen und keine Geheimnisse darum machen, mit wem sie sich wann und warum treffen oder verabreden.
Geklärt werden sollte möglichst auch, in wessen Wohnung die verbleibenden gemeinsamen Wochenenden verbracht werden oder ob man sich dabei abwechseln möchte. Eine Beziehung hat dann mehr Chancen auf Erfolg, wenn sie in beiden Wohnungen abwechselnd gelebt wird, da sich sonst einer der Partner immer auf Besuch fühlen wird, und der eine Partner womöglich nie wirklich am Leben des anderen teilnimmt. Dabei ist es wichtig, die wenige gemeinsame Zeit sinnvoll und effektiv für die Partnerschaft zu nutzen. Eine weitere Falle sind zu hohe Erwartungshaltungen an das Wochenende. Auch das Wochenende sollte zum Alltag und zur Gewohnheit werden.
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