7. Februar 2012
Über Sympathie und Unsympathie entscheidet unser Unterbewusstsein innerhalb von Sekunden. Dies bedeutet, dass der alte Spruch "Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck" durchaus seine Berechtigung hat. Noch bevor der Kopf anfängt zu rationalisieren, hat das Bauchgefühl bereits die nonverbalen Signale des Gegenübers, also seine Kleidung und Frisur, seine Körpersprache, seine Gestik und Mimik ausgewertet und in eine entsprechende Schublade sortiert.
Die Fähigkeit, innerhalb von Sekunden über Freund oder Feind zu entscheiden, war für das Überleben der Menschheit essenziell. Und auch heute noch stellt sich heraus, dass man meistens den richtigen "Riecher" hatte, wenn es darum geht, eine Person zu beurteilen. Manchmal hört man nicht auf seine innere Stimme, weil man einfach will, dass einem das Gegenüber sympathisch ist, oder – seien wir ganz ehrlich – weil man von sozialen Statussymbolen geblendet wird. Jemandem, der einem in der ersten Minute erzählt, er sei Arzt, wird man wohlwollender beurteilen als jemanden, der einem verrät, dass er seit zwei Jahren arbeitslos ist.
Am Bauchgefühl des Gegenübers beim Speed-Dating kann man selbst nichts ändern. Wichtig ist es, so authentisch wie möglich "rüberzukommen", sich also weder zu verkleiden noch zu verstellen, um dem Gegenüber die realistische Chance zu geben, die eigene Person kennen zu lernen. Umgekehrt gilt, sich möglichst nicht von den eigenen Erwartungen ("Ich bin jetzt schon so lange allein, heute muss ich einen Partner finden") beeinflussen zu lassen und dem Gespür für das Gegenüber Raum zu geben.
Ein guter Test ist es, herauszufinden, wie das Gegenüber auf unerwartete Fragen reagiert. "Wie alt bis du?" oder "Was machst du beruflich?" fragt jeder. Will man wirklich etwas über die Leidenschaften des Gegenübers erfahren und ein Stückchen hinter seine Maske blicken, kann man zum Beispiel fragen: "Welches Buch hat dich in der letzten Zeit fasziniert und warum?" oder "Wie sieht für dich ein rundum gelungenes Wochenende aus?".
Da einem im Eifer des Gefechts aufschlussreiche Fragen nur selten einfallen, ist es legitim, sie sich vorher zurechtzulegen. Am besten man überlegt sich, welcher Aspekt des Lebens einem selbst am wichtigsten ist und fragt nach diesem. So findet man schnell heraus, ob man das Gegenüber wiedersehen möchte – und das ist schließlich das Ziel des Speed-Datings.
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