Was tun, wenn die Familie den Partner oder die Partnerin nicht akzeptiert?

Jeder hat das Bedürfnis, in Frieden und harmonischem Miteinander zu leben. Doch was soll man tun, wenn die eigene Familie den Partner nicht akzeptieren will oder kann? Die eigene Familie hat häufig einen großen Einfluss auf die Partnerschaft. Das muss aber nicht immer die sprichwörtlich "böse Schwiegermutter" sein, die eine glückliche Beziehung auseinanderbringen kann. Informieren Sie sich, was Sie tun können, wenn Ihre Familie Ihren Partner bzw. Ihre Partnerin nicht akzeptiert.

Wie man seine Eltern und Kinder vom gewählten Partner überzeugen kann und wie die Beziehung durch die Familie oder die eigene Vergangenheit beeinflusst wird

Mögliche Einflüsse der eigenen Familie auf das Leben in einer Partnerschaft

Eine Beziehung kann noch so glücklich sein - wenn die Familie von ihr oder ihm nicht mit der neuen Partnerin oder dem neuen Partner zufrieden ist, so wirft dies ein negatives Licht auf die Partnerschaft. Beide müssen sich dann schon sehr lieben und fest zueinander halten, dass ihnen dies nichts anhaben kann.

Besonders schlimm ist es natürlich, wenn man nah bei den eigenen Eltern wohnt; so bekommen diese natürlich mehr vom eigenen Leben mit, als wenn hunderte von Kilometern dazwischen liegen. Gibt es bei jedem Treffen Streit, so fühlt sich der Partner bei den "Schwiegereltern in spe" natürlich auch nicht wohl. Auch zu Hause wird dieser Streit wieder Gesprächsthema sein.

Prägung durch die Kindheit

Unabhängig davon verhält man sich in einer Partnerschaft häufig aber auch so, wie es die eigenen Eltern vorgelebt haben. Kinder aus Scheidungsfamilien lassen sich später ebenfalls häufig scheiden.

Wer jedoch in einer intakten Familie aufwachsen konnte, neigt auch später in der eigenen Partnerschaft nicht sofort dazu, den Schlussstrich zu ziehen. Männer oder Frauen, deren Eltern sich scheiden ließen, als sie noch ein Kind waren, tun sich später statistisch gesehen auch relativ schwer, sich lebenslang auf einen einzigen Partner einzulassen. Sie wechseln häufiger den bzw. die PartnerIn.

Die eigene Kindheit prägt entscheidened den Umgang in späteren Beziehungen
Die eigene Kindheit prägt entscheidened den Umgang in späteren Beziehungen

Die Fehler der Eltern nicht wiederholen und Ängste überwinden lernen

Missbrauchsopfer werden nicht selten später zu Tätern oder haben in jeder Beziehung Angst
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Umgekehrt gibt es aber auch Männer und Frauen, die es genau anders als die Eltern machen möchten und sich keinesfalls sofort scheiden lassen würden, so wie es die Eltern getan haben. Die Kindheit hat in jedem Fall einen positiven bzw. negativen Einfluss auf das spätere Leben eines Menschen.

Wurde ein Kind regelmäßig geschlagen oder missbraucht, so wird der Erwachsene auch später in der Partnerschaft Angst davor haben. Diese Angst kann jedoch überwunden werden, wenn beide Partner offen zueinander sind und dieses Probleme - vielleicht mit professioneller Hilfe - angehen.

Fazit

Gerade weil man vielleicht nicht so aufwachsen konnte, wie man es gewollt hätte, können diese Menschen auch sehr gut an sich arbeiten und den eigenen Kindern die Kindheit bieten, die sie sich auch für sich selbst gewünscht hätten.

Wenn Eltern nicht mit dem Partner leben können

Die Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind. Daher kommt es leider nicht selten vor, dass der Partner bzw. die Partnerin in den Augen der Eltern nicht gut genug für ihr Kind ist. Sei es, weil:

  • er bzw. sie zu wenig verdient
  • er/sie Ausländer ist
  • der Altersunterschied aus Sicht der Eltern zu groß ist
  • die Eltern mit der Vergangenheit des Partners/der Partnerin nicht leben wollen oder können
  • die Harmonie zwischen den eigenen Eltern und dem Partner/der Partnerin nicht stimmt

Das Gespräch suchen

Ein Erfolgsrezept, wie (wieder) Harmonie in der Familie eingekehrt, gibt es leider nicht. Grundsätzlich ist erst einmal der beste Weg, offen miteinander zu sprechen.

Dazu sollten sich alle Beteiligten in gemütlicher Runde zusammensetzen. Jeder sollte seine Probleme ansprechen und vor allem auch aussprechen dürfen.

Dabei sollte man sich bemühen, möglichst ruhig zu bleiben, auch wenn dies schwer fällt. Nur so kann man erreichen, dass sich die Fronten nicht noch mehr verhärten. Wenn offen miteinander gesprochen wird, klären sich die Probleme in vielen Fällen ganz einfach.

Ein offenes Gespräch in gemütlicher Runde ist das beste Mittel um verhärtete Fronten aufzulösen
Ein offenes Gespräch in gemütlicher Runde ist das beste Mittel um verhärtete Fronten aufzulösen

Alleine das Gespräch mit den Schwiegereltern suchen

Hilfreich kann es auch sein, wenn der "ungeliebte" Partner bzw. die nicht akzeptierte Partnerin das Gespräch mit den Schwiegereltern (in spe) sucht, ohne dass deren Sohn oder Tochter dabei ist. Derartige Gespräche kosten sicher Überwindung, trotzdem merken die Eltern, dass der Partner bzw. die Partnerin ihres Kindes es ernst meint und sich in die Familie integrieren möchte.

Sich eine Auszeit nehmen

Leider ist dies aber nicht immer der Fall. Wenn die Eltern den Partner oder die Partnerin ihres Kindes trotzdem nicht akzeptieren, kann auch eine Auszeit zwischen den Parteien hilfreich sein. Wenn es einen aktuellen Streit gab, wächst nach einigen Wochen vielleicht Gras über die die Sache und alles sieht nicht mehr so schlimm aus, wie es ursprünglich schien.

Fazit

All diese Tipps fruchten leider nicht immer. Wenn man selbst die Kraft dazu hat, sollte man immer wieder das Gespräch mit den Eltern suchen, irgendwann sind diese vielleicht doch einsichtig und akzeptieren das Glück ihres Kindes.

Neben den Eltern sind es in vielen Fällen auch die Kinder einer früheren Beziehung, die den neuen Partner nicht akzeptieren wollen...

Kindern helfen, den neuen Partner zu akzeptieren

Wenn sich die Eltern trennen, ist das für Kinder oftmals nur schwer zu verkraften. Wenn dann auch noch ein neuer Partner an Mamas oder Papas Seite tritt, sorgt das für zusätzliche Verunsicherung. Wir zeigen, wie man die ungewohnte Lebenssituation für alle Seiten deutlich leichter machen kann.

Die Angst, weniger geliebt zu werden

Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob Trennung bzw. Scheidung schon länger zurückliegen oder nicht. Viele Kinder haben Probleme mit Veränderungen, insbesondere im so empfindlichen Familiengebilde.

Häufig sind diese Umstürze mit zahlreichen Ängsten und Sorgen verbunden:

  • Haben Mama oder Papa mich noch lieb?

  • Will der neue Mann/die neue Frau sich in mein Leben einmischen?

  • Will der neue Partner/die neue Partnerin meinen Papa/meine Mama ersetzen?

  • Bin ich Schuld an der Trennung?

Betroffene Eltern sollten die Ängste ihrer Kinder in dieser schwierigen Phase besonders ernst nehmen und sie einfühlsam beantworten. Das ist übrigens nicht immer ganz einfach, schließlich können sich Angst und Unsicherheit schnell in bockigem, ablehnenden oder gar aufsässigem Verhalten widerspiegeln.

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es auch in diesen Phasen keinen Liebesentzug befürchten muss und dass es nach wie vor an erster Stelle steht! So fallen anfängliche Eifersüchteleien deutlich weniger dramatisch aus.

Die Angst, er/sie könnte die Vater- bzw. Mutterrole übernehmen

Neben der Sorge um die elterliche Liebe bewegt viele Kinder eine weitere Angst: Sie fürchten, dass der neue Partner, die neue Partnerin eine Vater- bzw. Mutterrolle einnimmt, die ihm oder ihr einfach nicht zusteht. Um diese Ängste zu entkräftigen, sollte man frühzeitig auch den neuen Partner mit einbeziehen - unter vier Augen, versteht sich.

Ganz im Vertrauen kann man dann besprechen, welche "Erziehungsmaßnahmen" schon als Einmischung verstanden werden und was zum normalen Zusammenleben einfach dazu gehört. Grundsätzlich sollten Eltern nicht mit der Tür ins Haus fallen und ein behutsames Kennenlernen mit dem neuen Partner ermöglichen.

Durch die vielen Ängste und Sorgen der Kinder kann es sehr schwierig werden den Partner zu akzeptier
Durch die vielen Ängste und Sorgen der Kinder kann es sehr schwierig werden den neuen Partner zu akzeptieren

Sich auf neutralem Boden kennenlernen

Idealerweise lernt man sich erst einmal auf "neutralem Boden" kennen, wo das Kind den neuen Lebenspartner weniger als potentiellen Eindringling wahrnimmt. Schöne Programmpunkte wie ein Ausflug in den Zoo oder ein Essen in der Eisdiele lockern die Atmosphäre auf und sorgen dafür, dass der erste Kontakt in guter Erinnerung bleibt. So kann sich nach und nach eine möglichst ungezwungene Beziehung zwischen Kind und Lebenspartner aufbauen.

Hilfreiche Tipps für die Vorstellung des neuen Partners

Wann ist der beste Zeitpunkt, um seinen Kindern den neuen Partner an seiner Seite vorzustellen? Wie lange wartet man damit am besten? Hier muss man darauf achten, wie sehr der Nachwuchs unter der Trennung der Eltern gelitten hat und wie lange diese bereits her ist.

Für die meisten Kinder kommt mit dem neuen Partner der Mutter oder des Vaters der Schock: die Beziehung der Eltern ist endgültig vorbei. Dies ist besonders für die Kleineren oftmals ein großes Problem. Zudem spielt die Eifersucht auf den Partner eine mitunter sehr große Rolle, die nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Fingerspitzengefühl ist hier besonders wichtig. Je älter der Nachwuchs, desto leichter wird es in der Regel sein, das potentiell neue Familienmitglied vorzustellen.

Neue Liebe niemals vor den Kindern verstecken

Bei aller Vorsicht sollten betroffene Eltern ihre neue Liebe übrigens nicht verstecken: Geheimnisse machen Kinder erst recht misstrauisch, und eine glückliche, selbstbewusste Mama bzw. ein zufriedener Papa tun den Kids langfristig betrachtet auch gut.

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Quellenangaben
  • paper chain © AGphotographer - www.fotolia.de
  • Family running on beach holding hands smiling © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Portrait of sad little girl standing near stone wall © altanaka - www.fotolia.de
  • Familie beim Mittagessen zu Hause im Sommer © Robert Kneschke - www.fotolia.de
  • happy family hugging outdoors © Syda Productions - www.fotolia.de

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