12. Januar 2009
Archäologen haben unter dem Magdeburger Dom gut erhaltene Funde des Magdeburger Kaiserdoms aus der Zeit Otto dem Großen gefunden. Dieser Kaiserdom war 90 Meter lang und die massiven Mauern von einer Breite bis zu 1,80 Metern, sowie mächtige Fundamente und mehrere Quadratmeter Fußbodenziegel, Wandputz und zahlreiche Gräber zeigen ein eindrucksvolles Bild des ehemaligen Doms aus dem 10. bis 12. Jahrhundert.
Damals wurde im Jahr 1207 der Kaiserdom St. Mauritius, der ab 968 der Sitz der Erzbischöfe von Magdeburg war, durch einen Stadtbrand zerstört. Danach wurde an dieser Stelle der heutige Dom (1209-1520) gebaut, der in Deutschland der älteste gotische Dom ist. Der Leiter der Ausgrabungen Rainer Kuhn von der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt berichtet, dass man im letzten Sommer bereits Teile des Südwestturms fand, jetzt befindet man sich bei dem Nordwestturm der alten Kathedrale, so dass der alte Dom wenigstens 25 Meter breit war, eventuell auch 35 Meter, aber bisher fand man noch nicht die Außenmauern der Westtürme.
Fest steht aber, dass der Dom damals auf jeden Fall eines der größten Gotteshäuser nördlich der Alpen war. Schon in den Jahren 2001 bis 2004 fand man nur 50 Meter entfernt die Reste einer anderen Kirche aus dem gleichen Jahrhundert, so dass es sich um eine riesige Doppelkirchenanlage auf dem Domhügel handelt. Weitere interessante Funde erhofft man sich in den nächsten Monaten. Nähere Informationen über die bisherigen Ausgrabungen findet man auch im Internet unter "www.domgrabungen-md.de.
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