Bibliotheken - Arten, Nutzung und Organisation

Das älteste Medium, über das Informationen detailliert und lückenlos weitergegeben werden konnten, ist das Buch. In einer Bibliothek oder Bücherei wird dieses Besuchern zum Lesen oder Ausleihen zur Verfügung gestellt. Heute gibt es Bibliotheken, in denen mehr Bücher stehen, als man im Laufe seines Lebens zählen könnte. Die Organisation einer solchen Einrichtung erfordert daher einiges an Know-How und Gewissenhaftigkeit. Lernen Sie die unterschiedlichen Bibliotheksarten kennen und erfahren Sie alles Wissenswerte über deren Leistungen und Nutzungsmöglichkeiten.

Was Büchereien heutzutage leisten, welche Arten von Bibliotheken es gibt und wie eine solche Bücherei aufgebaut ist

Bei einer Bibliothek oder Bücherei handelt es sich um eine Einrichtung, die ihren Besuchern Medien zur Verfügung stellt. Die Finanzierung der meisten Einrichtungen erfolgt mit Steuergeldern. Es gibt aber auch Bibliotheken, die von Unternehmen sowie privaten, kirchlichen oder öffentlich-rechtlichen Organisationen unterhalten werden.

Angebote und Arten

In der Regel ist der Zutritt zu einer Bücherei kostenlos. Gegen einen geringen Betrag kann man sich die dortigen Angebote ausleihen. In erster Linie sind dies Bücher und Zeitschriften, doch auch CDs, DVDs, Computerspiele etc. gehören mittlerweile zum Angebot.

Die Dauer der Leihgabe ist auf einen gewissen Zeitraum beschränkt, beispielsweise einen Monat. Handelt es sich um eine Präsenzbibliothek, dürfen die Medien nur in deren Räumlichkeiten genutzt, nicht jedoch ausgeliehen werden.

Neben der hauptsächlichen Bereitstellung der Medien gibt es auch Einrichtungen, die bei der Veröffentlichung eigener Texte helfen. Auch die Leseförderung oder das Lehren von Informationskompetenz gehört teils zum Angebot.

Bibliotheken bieten eine Informationsplattform auch in Form von Ausleihen von Büchern
Bibliotheken bieten eine Informationsplattform auch in Form von Ausleihen von Büchern

Man unterscheidet unterschiedliche Bibliotheksarten. Unterteilt nach Funktionsstufen wären dies:

  • Stufe 1: Grundbedarf - kleinere und mittelgroße öffentliche Bibliotheken
  • Stufe 2: gehobener Bedarf - Zentralbibliotheken in großen Städten
  • Stufe 3: spezialisierter Bedarf - z.B. Hochschulbibliotheken, Spezialbibliotheken, Landesbibliotheken
  • Stufe 4: hochspezialisierter Bedarf - Sondersammelgebiete, Deutsche Nationalbibliothek, Zentrale Fachbibliotheken

Gängigste Einteilung ist die in die Öffentliche Bibliothek und Wissenschaftliche Bibliothek. Beide Typen wenden sich an die breite Bevölkerung, die zweite Art jedoch speziell an Wissenschaftler und Studenten.

Weitere Differenzierungsmöglichkeiten sind der Sammelschwerpunkt, wie zum Beispiel bei einer Musikbibliothek, die Größe (z.B. Ein-Mann-Bibliothek), die Funktion (Stadtbibliothek, Nationalbibliothek) oder der Unterhaltungsträger (Stiftsbibliothek, Firmenbibliothek).

Leistungen einer Bibliothek

Die Aufgaben innerhalb einer Bibliothek sind vielfältig. Dazu gehören Erwerb und Sortierung von Medien, deren Katalogisierung sowie beispielsweise die Tätigkeiten, die in der Leihstelle anfallen.

Ordnungssystem pflegen

Selbst in einer kleinen Stadtbücherei gibt es einiges zu tun. Das Ordnungssystem muss beispielsweise stets in Takt bleiben, sonst wird es irgendwann unmöglich, ein bestimmtes Buch aufzufinden. Die Mitarbeiter müssen daher stets Sorge dafür tragen, dass jedes Exemplar am richtigen Fleck steht.

Soziale Komponente

Solche kleinen Büchereien leisten jedoch auch sehr viel auf menschlicher Ebene. Sie stellen Sprachführer und Kurse bereit, um verschiedene Kulturen enger zusammenzubringen.

Außerdem engagieren sie sich auch stark für die jüngeren Leser, veranstalten Bastelnachmittage und richten kindgerechte Leseecken ein, um der Jugend das Buch näher zu bringen. Moderne Stadtbüchereien beschränken sich jedoch schon lange nicht mehr nur auf Bücher, sie verleihen auch andere Medien wie CDs, DVDs und Zeitschriften.

Recherche

Das EDV-System einer Bibliothek kann auch von Besuchern genutzt werden, um herauszufinden, an welchem Standort sich ein ganz bestimmtes Exemplar befindet. Schließlich hat in einer modernen Bibliothek kein Mitarbeiter mehr eine Ahnung davon, wo genau welches Buch steht.

Aufbau und Organisation

Eine Stadtbücherei ist in der Regel in einer Art Verbund organisiert. Gibt es ein bestimmtes Exemplar in der einen Zweigstelle nicht, so kann es von einer anderen Stelle angefordert werden.

Diese Zusammenarbeit ist nur durch ein ausgeklügeltes EDV-System möglich. Der Bestand einer jeden Bücherei wird als Datensatz veröffentlicht, damit andere Stellen ebenfalls darauf zugreifen können. So wissen die Bibliothekare stets, welche Bücher sich in den anderen Filialen befinden.

Universitätsbibliotheken

Richtig interessant werden solche Netze jedoch erst, wenn es um größere Bibliotheken geht. In Universitäten gibt es beispielsweise verschiedene Teilbibliotheken, die jeweils einem bestimmten Fachgebiet gewidmet sind. Da diese einzelnen Einrichtungen alle miteinander zur Uni-Bibliothek gehören, müssen sie ebenfalls schnell und effizient miteinander kommunizieren können. Ist ein Buch in keiner der Teilbibliotheken vorhanden, so kann es über Nacht von einer anderen Universität oder auch einer staatlichen Bibliothek bestellt werden.

Nutzungsmöglichkeiten

Abgesehen von manch einer privaten Bibliothek eines Unternehmens oder auch einer Spezialbibliothek einer anderen Institution sind Bibliotheken in der Regel frei zugänglich. Für das Ausleihen eines Mediums wird eine Gebühr erhoben, die meist in Form eines geringen Jahresbeitrags zu zahlen ist.

Als Magazinbestand werden die Medien einer Bücherei bezeichnet, die gänzlich oder teils in Magazinen zu finden sind und lediglich von Mitarbeitern der Einrichtung betreten werden dürfen. Möchte man solche Medien ansehen oder ausleihen, so ist eine vorherige Bestellung notwendig.

Der Bereich, der für die Benutzer frei zugänglich ist, und in dem Medien nur vor Ort genutzt und durchgesehen werden, wird als Präsenzbestand bezeichnet. Hierzu zählen neben Tageszeitungen und Nachschlagewerken auch sehr wertvolle Medien.

Zu den weiteren Angeboten zählen

  • Lesesäle
  • Computerarbeitsplätze
  • Kopierer und Scanner sowie
  • Wiedergabegeräte für DVDs und CDs.

Manche Bibliotheken sind für ihre besonders berühmten Sammlungen bekannt und können besichtigt werden - Informationen zu solchen bekannten Einrichtungen finden Sie hier.

Quellen:

  • Lionel Casson: Bibliotheken in der Antike, Artemis & Winkler, 2002, ISBN 3538071349
  • Guillaume de Laubier und Jacques Bosser: Die schönsten Bibliotheken der Welt, Knesebeck, 2004, ISBN 3896601806

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Bildnachweise:
  • University student in library © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Round bookshelf in public library © connel_design - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema