Terraristik - Arten von Terrarien und passende Tiere

Braun gestreifte Schlange auf grünem Blatt

Je nach benötigter Landschaftsform lassen sich mehrere Terrarienarten unterscheiden - den Tieren sollten möglichst naturgetreue Lebensbedingungen geboten werden

Als Terrarium bezeichnet man einen Behälter, in dem unterschiedliche Tiere und Pflanzen gehalten werden. Doch welche Tierarten eignen sich für ein Terrarium?

Um spezielle Tiere oder Pflanzen zu halten, die in unseren Breitengraden nicht heimisch sind, sind in vielen Wohnungen Terrarien zu finden. Der Unterschied zwischen Terrarium und Aquarium liegt darin, dass beim Terrarium der Land- und Luftanteil überwiegt.

In den meisten Fällen bestehen Terrarien aus Kunststoff, Holz oder Glas. Im Inneren der Anlage bildet man den Lebensraum der Tiere, die man darin hält, auf kleinerem Raum so gut wie möglich nach.

Arten von Terrarien

Aufgrund der großen Vielfalt in der Terraristik unterscheidet man zwischen verschiedenen Terrarientypen.

Trockenterrarium

Unter Trockenterrarien versteht man alle trockenen und beheizten Terrarien. Je nachdem, welches Tier in der Anlage lebt, liegen die Temperaturen in einem Wüstenterrarium zwischen ungefähr 22–32 Grad Celsius am Tage und 20–22 Grad Celsius bei Nacht.

Dabei beträgt die Luftfeuchtigkeit etwa 45–60 Prozent. Einrichtung und Rückwandgestaltung sowie der Bodengrund des Wüstenterrariums werden an das jeweilige Tier angepasst. Man unterscheidet

  • Wüstenterrarium: die Nachbildung einer Wüste mit einer tiefen Sandschicht als Bodenbelag; es gibt maximal zwei Pflanzen, ein Kaktusskelett oder eine Wurzel
  • Steppenterrarium: die Nachbildung der Übergangszone zwischen Wüste und Savanne
  • Savannenterrarium: die Nachbildung einer weiten Ebene; typisch sind Holzer und Steine sowie widerstandsfähige Pflanzen, z.B. Feigenkaktusarten, Bogenhanf, Agavengewächse
  • Felsterrarium: Nachbildung einer Gesteinslandschaft

Freilandterrarium

Bei einem Freilandterrarium zielt man auf eine Haltung im Freien, mitunter teilweise, ab. Auch hier gibt es Untertypen:

  • Trockenlandschaften: die Nachbildung von Landschaften, in denen bestimmte Landschildkröten, Eidechsenarten sowie Kröten leben
  • Sumpflandschaften: die Nachbildung des Lebensraums von Kröten, Unken und Molche
  • Teichlandschaften: die Nachbildung des Lebensraums von Salamandern, Froschlurchen, Wasserschildkröten und Nattern

Regenwaldterrarium

Ein Regenwaldterrarium wird auch als Tropenterrarium oder Feuchtterrarium bezeichnet. Gehalten werden darin Tiere aus tropischen Gefilden. Der Wasserteil fällt hier relative klein aus.

Die Temperaturen in einem Regenwaldterrarium betragen bei Tag etwa 20–30 Grad Celsius und bei Nacht 20–22 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit erreicht bei Tage 80–90 Prozent, in der Nacht kann sie sogar bei 100 Prozent liegen. Genau wie beim Wüstenterrarium passt man auch beim Regenwaldterrarium Einrichtung, Gestaltung und den Bodengrund an das jeweilige Tier an.

Waldterrarium

In einem Waldterrarium werden halbtrockene oder halbfeuchte Waldlandschaften nachgebildet. Die Höhen der Luftfeuchtigkeit sowie Temperatur liegen zwischen denen des Trockenterrariums und Regenwaldterrariums.

Insektarium

Bei einem Insektarium handelt es sich um einen speziellen Terrariumtyp, in dem ausschließlich Insekten oder Spinnentiere gehalten werden. Im Gegensatz zu Reptilien und Amphibien können die Umweltbedingungen bei Insekten flexibler gehandhabt werden. Da die Tiere nur von geringer Größe sind, benutzt man für Insektarien zumeist nur kleine Behälter.

Formicarium

Unter einem Formicarium versteht man ein spezielles Terrarium für Ameisen. Zusammengesetzt wird ein Formicarium aus einem Nest, der so genannten Arena, in der sich die Ameisen ihre Nahrung besorgen können, Verbindungsröhren sowie einer Ausbruchssicherung, die die Ameisen daran hindert, das Terrarium zu verlassen.

Aquaterrarium

Als Aquaterrarium bezeichnet man eine Mischung aus Regenwaldterrarium und Aquarium. Ein Aquaterrarium eignet sich ausgezeichnet zur Haltung von wasserliebenden Reptilien und Amphibien.

Als Behälter verwendet man ein Konstrukt, das aus einem Aquarium und weiteren Glaswänden zusammengesetzt wird. Auch ein Terrarium, das über einen höheren Bodensteg verfügt, ist möglich.

Es gibt mehrere Unterformen. Die wichtigsten sind:

  • Paludarium: Nachbildung einer Sumpflandschaft, typisch sind viele Pflanzen bei einem recht kleinen und seichten Anteil von Wasser
  • Rivarium: Terrarium mit Nachbildung eines Bachlaufs
  • Riparium: Nachbildung einer Uferlandschaft, typisch ist ein größerer Wasseranteil als im Paludarium

Quarantäneterrarium

Das Quarantäneterrarium bildet eine Sonderform des Terrariums. Es dient der zeitlich befristeten Haltung von Tieren, um diese von anderen zu isolieren. Dies ist beispielsweise bei neu erworbenen Arten der Fall, aber auch bei kranken Tieren, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.

Welche Tiere werden im Terrarium gehalten?

Bewohnt werden Terrarien vor allem von

Was ist vor der Anschaffung eines Terrariums zu beachten?

Da in einem Terrarium in erster Linie exotische Tiere gehalten werden, bedeutet dies auch eine große Verantwortung. Bevor man sich also ein Terrarium anschafft, sollte man sich genauestens informieren, welche Tiere dafür geeignet sind und welche Lebensbedingungen sie benötigen. So muss das Terrarium dem Lebensraum des Tieres entsprechend angepasst werden.

Darüber hinaus sind auch die Größe sowie die Lebenserwartung des Terrariumbewohners zu berücksichtigen. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Kosten, denn neben den Anschaffungskosten müssen auch Folgekosten, die durch Pflege, Futter und Arztbesuche entstehen, mit einkalkuliert werden.

Beliebte Terrarienbewohner

Zu den Tieren, die sich für ein Terrarium eignen, gehören vor allem Reptilien wie

  • Leguane
  • Eidechsen
  • Chamäleons
  • Geckos
  • Warane oder
  • Schlangen.

Auch bei Schildkröten wird empfohlen, sie in einer passenden Umgebung zu halten, anstatt sie frei in der Wohnung herumlaufen zu lassen. Manche Schildkrötenarten benötigen im Sommer auch ein Freigehege.

Chamäleons und Warane sollten allerdings nur dann gehalten werden, wenn man bereits über die entsprechende Erfahrung verfügt. Das Gleiche gilt für giftige Schlangen.

Bei Riesenschlangen ist es ratsam, zu berücksichtigen, wie groß eine Schlange wird, wenn sie ausgewachsen ist. Hat man die Absicht, verschiedene Tiere in dem Terrarium zu halten, sollte man sich darüber informieren, welche Arten zusammenpassen und welche nicht, damit sich die Terrariumbewohner nicht gegenseitig auffressen.

Weitere geeignete Lebensformen für ein Terrarium sind Amphibien. Neben diversen Froscharten erfreuen sich Salamander und Molche großer Beliebtheit. Doch auch Insekten wie zum Beispiel Spinnen, Stabheuschrecken oder Gottesanbeterinnen werden gerne in einem Terrarium gehalten.

Am Anfang pflegeleichte Tiere wählen

Wenn man in Sachen Terraristik noch Anfänger ist, empfiehlt es sich, eine Tierart auszuwählen, die sich für Neueinsteiger eignet. Als ideal für Anfänger gelten pflegeleichte Tiere wie Geckos oder die Rotkehl-Anolis-Echse aus der Familie der Leguane.

Forscher entdecken extrem seltene Schildkrötenart

Nahaufnahme Schildkröte schaut unter ihrem Panzer hervor
Closeup of a bellied slider peeping out © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

In Vietnam haben US-amerikanische Forscher vor kurzem eine Riesenweichschildkröte (Rafetus swinhoei) entdeckt. Weltweit waren bislang nur drei lebende Exemplare dieser Schildkrötenart bekannt. Zwei davon leben in chinesischen Tierparks und eine in einem See in Hannoi. Der Fundort der vierten Schildkröte wird von den Forschern nicht bekannt gegeben, um das Tier zu schützen.

Weltweit sind Wissenschaftler seit rund drei Jahren auf der Suche nach weiteren Exemplaren dieser Schildkrötenart, die bis zu 136 Kilogramm auf die Waage bringen und bis zu 100 Jahre alt werden kann.

Unterschiedliche Spinnennetze hängen von dem Hunger der Spinnen ab

Spinnennetz an einem schmalen Ast in der Natur, ohne Spinne
Spinnennetz mit Morgentau :) © doris oberfrank-list - www.fotolia.de

Das Spinnennetz einer Spinne kann unterschiedlich sein, wie die amerikanische Biologin Jaquelyn Zevenbergen und ihre Kollegen im Fachjournal "Animal Behavior" berichten. So ist der Aufbau der Spinnennetzes abhängig davon, ob eine Spinne hungrig oder satt ist.

Die Wissenschaftler haben die "Westliche Witwe", die in Nordamerika heimisch ist und auch aus der Gattung wie die "schwarze Witwe" stammt, beobachtet, wobei sie einige täglich fütterten, die anderen aber hungern ließen. Das Netz der ersten Gruppe, die gut gefütterten, war dichter gesponnen als das zweite, das nur zwei Ebenen hatte, aber sehr viele Fangarme aufwies.

In der oberen Ebene wohnt die Spinne und kann sich dort sehr schnell bewegen, in der unteren befinden sich die Fangarme. Der zweite Netztyp sorgte für die Spinnen dadurch zu einem größeren Fangerfolg.

Neue Art der Schlankblindschlange entdeckt

In einem Waldstück auf Barbados hat der US-Evolutionsbiologe Blair Hedges die kleinste Schlange der Welt entdeckt.

Die auf der Karibikinsel aufgespürte Schlange trägt den Namen Leptotyphlops carlae und gehört zur Familie der Schlankblindschlangen. Mit einer Länge von rund zehn Zentimetern ähnelt mehr einem Regenwurm und ist auf Grund ihrer Art von Natur aus eher klein geraten. Blair Hedges berichtete in einer Fachzeitschrift ausgiebig über seinen Fund.

Nachdem eine gentetische Untersuchung durchgeführt wurde, konnte man bestätigen das es sich um eine neu entdeckte Art handelt. Unter falschem Namen waren bereits Exponate vorhanden.

Größte Spinnenart der Welt in Afrika entdeckt

Kreuzspinne hängt im Spinnennetz
Kreuzspinne wartet in ihrem Spinnennetz auf fette Beute © Andy Ilmberger - www.fotolia.de

Wissenschaftler haben in Afrika den absoluten Albtraum eines jeden Spinnenhassers entdeckt: die Nephila Komaci gilt als größte bis dato registrierte Netzspinnart der Welt. Die Beine der weiblichen Spinne haben eine Spannweite von bis zu 12 Zentimetern.

Die Netze, die sie spinnt, erreichen einen Durchmesser von gut einem Meter. Laut der Wissenschaftler aus Slowenien und aus den Vereinigten Staaten unterscheidet sich diese Art in einigen Punkten sehr stark von anderen Spinnenarten.

Gelbgepunkteter Laubfrosch doch nicht ausgestorben

Grüner Laubfrosch auf Stein
grüner laubfrosch © martin filzwieser - www.fotolia.de

30 Jahre lang wurde eine seltene Froschart aus Australien für ausgestorben gehalten. Ein Wissenschaftler, der ursprünglich auf der Suche nach einer gefährdeten Fischart war, hat nun aber zufällig eine Population des Gelbgepunkteten Laubfrosches entdeckt. Nun vermuten Wissenschaftler, dass auch weitere für ausgestorben geglaubte Tiere möglicherweise wieder auftauchen könnten.

Der Gelbgepunktete Laubfrosch ist immer noch großen Gefahren ausgesetzt. Insgesamt gelten 12 australische Froscharten als vom Aussterben bedroht.

Bei Eidechsen hängt es von der Größe des Vaters ab, ob männliche oder weibliche Nachkommen

Amerikanische Forscher entdeckten, dass die Eidechsenmütter aufgrund der Größe des Vaters das Geschlecht ihrer Nachkommen bestimmen. So kommen mehr männliche Eidechsen auf die Welt, wenn der Vater groß ist, ansonsten eben mehr weibliche. Die Forscher hatten bei ihrer Studie weibliche und männliche Eidechsen, es handelte sich um die Eidechsenart Bahamaanolis, in unterschiedlichen Größen zusammengebracht und analysierten dann den daraus entstandenen Nachwuchs. So fanden sie sich in ihrer Vermutung, ob Söhne oder Töchter, aufgrund der Größe der Erzeuger bestätigt.

Durch diese Entscheidung steigt auch die Chance des Überlebens bei den männlichen, aber auch bei den weiblichen Nachkommen, denn so werden jeweils die besten Gene weitergegeben. Schon Charles Darwin hat dies in seiner Evolutionstheorie unter dem Motto "Survival of the Fittest" (sinngemäß "nur die besten überleben") veröffentlicht.

Keine Meldepflicht: Giftige Tiere können im Internet zu Spottpreise erworben werden

Kauf von giftigen Tieren im Netz problemlos möglich, da Vertreiber keine Meldepflicht benötigen

Nahaufnahme Pythonschlange auf weißen Hintergrund
python schlange © Thomas Bedenk - www.fotolia.de

Zoo Zajac in Duisburg ist das weltgrößte Zoogeschäft. Auch giftige und gefährliche Tiere werden dort verkauft, jedoch nicht jedem. Jeder, der volljährig ist, kann legal eine Giftschlangen im Zoogeschäft kaufen, man benötigt nicht einmal eine behördliche Genehmigung. 15 Euro für eine Texas-Klapperschlange, knappe 100 Euro für eine Kobra.

Sehr verwunderlich ist der Mülheimer Fall mit der verschwundene Monokelkobra daher nicht. Denn in den Weiten des Internets oder auch auf Reptilien-Börsen, zum Beispiel der in Hamm stattfindenden "Terraristika", ist es überhaupt kein Problen, solche Tiere zu erstehen.

Auch bei artgerechter Haltung sollten Gefahren ernst genommen werden

Meldepflicht für den Vertrieb von giftigen Tieren und auch die Überprüfung und Kontrolle der Tierhalter wäre eine hilfreiche Maßnahme. Denn sogar wenn Kobra, Klapperschlange und Skorpione artgerecht gehalten werden, so sind es immer noch giftige Tiere, von denen eine Gefahr ausgeht.

Zoo Zajac verkauft daher nur an Kunden, die einen seriösen Eindruck machen und auch über Fachkenntnisse verfügen, und nicht etwa an unwissende, unvernünftig wirkende Menschen, die mit dem Besitz solcher Tiere nur ihre Umwelt schocken wollen.

Neue Tierart: Fliegender Mulu-Frosch auf indonesischem Archipel entdeckt

Grüner Frosch guckt zwischen zwei grünen Blättern hervor
Frog peeking out © Martin Valigursky - www.fotolia.de

Wissenschaftlern haben auf der Insel Borneo im Pazifischen Ozean eine sensationelle Entdeckung gemacht: sie entdeckten einen Frosch, der fliegen kann.

Der bisher unbekannte Mulu-Frosch hat Häute zwischen seinen beweglichen Gließmaßen. Im Gegensatz zu anderen Tieren wie Enten oder Otter, die diese Häute zum Schwimmen nutzen, nutzt der Mulu-Frosch sie für kurze Flüge. Die Amphibie ist tagsüber für gewöhnlich hellgrün, kann jedoch nachts ihre Farbe verändern und braun werden.

Der Naturschutzorganisation "World Wide Fund For Nature" (WWF) zufolge ist der Mulu-Frosch nur ein Beispiel für die insgesamt 123 Tierarten und Pflanzen, die in den letzten drei Jahren auf der Insel gefunden wurden. Der WWF weist angesichts dessen darauf hin, dass die Wälder auf Borneo stärker geschützt werden müssten. Sie gehören derzeit zu den am stärksten gefährdeten Wäldern weltweit.

Spinnennetze: Geheimnis der Spinnenfäden molekular entschlüsselt

Spinnenphobie - Aufgerissenes Auge, davor Spinne im Netz
arachnophobie © Maren Beßler - www.fotolia.de

Die Frage, wie es Spinnen gelingt, Fäden zu generieren, die dehnbar und zugfest zugleich sind, stellte Wissenschaftler seit Jahren vor ein Rätsel. Dass die Spinnenfäden nur schwer reißen, liegt molekular begründet im Aufbau der Eiweißketten, aus denen sie gemacht sind. Die Kombination aus losen und festen Molekülketten sorgt für die ausgezeichnete Dehnbarkeit der äußerst widerstandsfähigen Fäden.

Gelangt das Eiweiß von der Spinndrüse in den Spinnkanal nach außen, werden die Eiweißketten zusammengesetzt. "Molekulare Schalter", stabile Quervernetzungen und das richtige Timing sind dabei ausschlaggebend für das Gelingen der gesponnenen Eiweißfäden.

Dies haben Forscher mit Hilfe von modernsten technischen Geräten nun herausfinden können. Sie arbeiten derzeit an der Entwicklung eines Gerätes zur künstlichen Produktion der Proteinfäden. Sollte das Vorhaben gelingen, gäbe es unzählige Einsatzgebiete für Fäden in medizinischen, so wie technisch-mechanischen Bereichen.

Neu entdeckte Superspinnen erstaunen die Wissenschaft

Kleine Spinne im Spinnennetz, dahinter weit aufgerissener menschlicher Mund
araignee © Herwech - www.fotolia.de

Ein international besetztes Forscherteam von der University of Akron ist auf Madagaskar auf die Spur einer bislang unbekannten Spinnenart gestoßen. Zu Ehren des Charles Darwin wurde sie auf den Namen "Caerostris darwini" getauft.

Die fleißige Weberin gehört zur Familie der Radnetzspinnen und verfügt über gleich zwei verblüffende Eigenschaften. Erstens ist die von ihnen produzierte Spinnenseide das bislang stärkste bekannte biologische Material. Sie ist doppelt so stark wie jede andere Spinnenseide und absorbiert vor dem Reißen dreimal mehr Energie als Kevlar.

Das ist auch die Voraussetzung für ihr zweites erstaunliches Merkmal: ihre riesigen Netze. Ihr Radnetz ist vermutlich das Größte aller Spinnentiere und spannt sich über riesige Flüsse und andere Gewässer hinweg. Die Haltefäden sind bis zu 25 Meter lang.

Schlangenfans sollten sich vor dem Kauf eines Tieres sehr gut informieren

Knallgrüne Gewöhnliche Mamba auf einem dicken Ast im Terrarium
Gewöhnliche Mamba (Dendroaspis angusticeps) im Terrarium © bennytrapp - www.fotolia.de

Schlangen Zuhause zu halten ist längst zur Normalität geworden, doch viele Schlangenhalter kennen sich mit den Haltungs- und Lebensbedingungen von Schlangen garnicht oder nur wenig aus und können daher zuviel falsch machen, weiß Peter Bick, Mitarbeiter im Terrazoo Rheinberg.

Bevor man sich eine Schlange zulegt, sollte man sich über das Tier, welches man sich kaufen möchte, genau informieren. Nicht selten kommt es vor, dass sich ein Laie eine Giftschlange kauft, die ihm plötzlich ausbricht.

Zudem ist es bei Schlangen sehr schwer festzustellen, ob sie krank sind oder nicht, da sich die Reptilien - wenn überhaupt - nur sehr langsam bewegen. Auch der Terrazoo klärt unerfahrene Schlangenhalter und die, die es werden wollen gerne über die Haltungsbedingungen auf und wie sich feststellen lässt, ob die Schlange krank ist.

Skurriles Haustier mit viel Platzbedarf - Die Pantherschildkröte

Reptilienfans lieben die etwa 50 Zentimeter große Schildkröte, die nach dem hübschen gefleckten Muster auf ihrem Panzer benannt ist, das an Raubkatzen erinnert. Zwar braucht Stigmochelys pardalis, so ihr offizieller Name, nicht so viel Platz wie ein Panther und ist auch wesentlich leichter zu halten, doch ein großer Garten ist schon von Nöten um dem Tier genügend Auslauf bieten zu können.

Die Panzerschildkröte bringt bis zu 30 Kilogramm auf die Waage und sollte möglichst paarweise gehalten werden. Zusammen benötigen zwei Tiere ein etwa 100m² großes Areal im Garten mit vielen Verstecken, Klettermöglichkeiten und einem Rückzugsort für kalte Tage, z.B. ein Gewächshaus. Auch einen Badeplatz weiß sie zu schätzen. Da Panzerschildkröten keine Winterruhe halten, müssen sie im Winter in ein warmes mindestens 20m² großes Innengehege umsiedeln können, das auf tropische Wärme mit bis zu 30 Grad geheizt werden muss.

Im Sommer ernähren sich die ursprünglich aus Afrika stammenden Tiere vor allem von Gräsern und Wildkräutern im Garten, doch sie sind keineswegs Vegetarier, denn auch Regenwürmer und Schnecken verspeisen sie gerne. Im Winter können sie mit Heu, Salaten und Gemüse aus der Küche gefüttert werden. Tierfreunde sollten darauf achten, nur Jungschildkröten aus deutscher Nachzucht zu kaufen und keine afrikanischen Wildfänge aus geschützten Reservaten.

Seltene Haustiere: Panzergürtelschweife

Auf den ersten Blick sehen Panzergürtelschweife mit ihrem gezackten Rücken eher gefährlich aus, doch sind sie in Wirklichkeit sehr zahme Reptilien, die zwar selten, aber immer häufiger als Haustiere gehalten werden.

Sie stammen aus Südafrika und leben dort mit bis zu 60 Artgenossen zusammen. Wer Panzergürtelschweife zu Hause halten möchte, muss für eine artgerechte Haltung einiges beachten. Zunächst muss man sich die Haltung von der Naturschutzbehörde genehmigen lassen. Die Maße des Terrariums sollten mindestens 180x60x60 Zentimeter betragen und die Reptilien mindestens zu zweit gehalten werden.

Im Terrarium brauchen die Tiere Aufbauten aus Steinen, um sich verstecken zu können und auch eine UV-Beleuchtung sowie Sonnenplätze mit einer Temperatur zwischen 35 und 40 °C sind wichtig.

Die Nahrung besteht aus Insekten wie z.B. Grillen oder Heuschrecken sowie pflanzlichem Futter. Die Haltung von Panzergürtelschweifen hat ihren Preis, so zahlt man für ein Tier mindestens 1.000 Euro. Bei artgerechter Haltung und Pflege können die Reptilien 30 Jahre alt werden.

Unter ihren Zähnen sind Krokodile sensible Tiere

Wir greifen mit den Händen, deshalb sind unsere Fingerspitzen entsprechend sensibel.

Noch empfindlicher ist das Maul eines Krokodils. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht logisch erscheint, denn mit den ersten Blick sehen wir nur das unheimliche Gebiss. Doch darunter verbergen sich Sinneszellen, mit denen das Krokodil seinen Nachwuchs aus dem Ei schält.

Im Mund eines Krokodils gibt es hunderte von winzigen Tasthügeln. Diese Erhebungen wurden jetzt mit einem Rasterelektronenmikroskop untersucht und dabei festgestellt, dass sie bewegt werden können und weich in einer ringförmigen Vertiefung liegen.

Eine Untersuchung mit einem Haar zeigte, dass Krokodile zuschnappen, wenn sie so etwas Feines wie ein Haar fühlen. Der sensible Mund führt die Krokodile schnell zu etwas Essbarem und ist somit für die Tiere lebenswichtig.

Ein besonderer Hingucker: der Tigersalamander

Auf den ersten Blick erinnert er an die berühmte Tigerente von Janosch: der Tigersalamander. Dabei handelt es sich um einen Lurch, der sich als sehr geselliger und freundlicher Mitbewohner erweist, wenn man über die richtige Haltungsweise Bescheid weiß.

Der Tigersalamander, der bis zu 30 Zentimeter lang werden kann, benötigt ein spezielles Aqua-Terrarium. Sie lieben es zu schwimmen, ein großes Wasserbecken ist daher sehr wichtig. Der Bodenteil sollte mit Torferde belegt und das Schwimmbecken mit Kieselsteinen bedeckt sein.

Das Wasser sollte mit einem speziellen Filter gereinigt werden. Auch Pflanzen mögen die Tigersalamander gerne. Als Licht ist eine Glühbirne mit 40 Watt ausreichend; die Lurche bevorzugen Zimmertemperatur und somit muss das Terrarium nicht zusätzlich beheizt werden. Gefüttert werden die Tiere beispielsweise mit Grillen, Regenwürmern oder kleinen Fischen.

Sie sind sehr zahm und lassen sich auch problemlos auf die Hand nehmen. Für ein Paar muss man etwa 100 Euro zahlen. Tigersalamander können bis zu 30 Jahre alt werden, man hat also lange Freude an diesen Mitbewohnern.

Leguane als Lifestyle-Haustiere: Tierheime müssen anbauen

In den letzten Jahren stieg die Zahl der Reptilien, die als Haustiere gehalten werden, stetig an. Doch viele Tierliebhaber merken erst später, dass sie mit der Haltung überfordert sind, wenn die niedlichen kleinen Echsen aus der Tierhandlung später die ganze Badewanne füllen oder sich die winzige Jungschlange zum Drei-Meter-Monster auswächst.

Die Folge: Den Tierheimen in Deutschland geht der Platz für Reptilien aus, die von ihren Besitzern abgegeben werden. Mehrere Tierheime in Deutschland mussten schon spezielle Reptilienstationen anbauen oder die vorhandenen Kapazitäten ausbauen, um die Nachfrage zu decken. Dazu kommt die hohe Dunkelziffer an ausgesetzten Tieren.

Nur wenige Fälle, zum Beispiel bei entwischten großen Schlangen oder Echsen, werden publik gemacht, viele kleinere Tiere verschwinden unerkannt in der Natur, wo sie keine Überlebenschancen haben.

Tierschützer appellieren an Tierfreunde, Reptilien nicht als "Lifestyle-Haustiere" an Anfänger zu verschenken, die nicht wissen, wie exotische Schlangen, Leguane oder gar geschützte Spezies artengerecht gehalten werden. Auf den ersten Blick wirken sie wie anspruchslose Haustiere, die wenig Futter oder Auslauf brauchen, doch dafür bringen Exoten viele andere Ansprüche an die artengerechte Haltung mit.

Der Anakonda auf der Spur - die Riesenschlange im Fokus

Es weben sich im wieder geheimnisvolle Geschichten um die Anakonda. Diese Schlangenart soll eine der größten weltweit sein. Es gibt Gerüchte, nach denen eine Länge von bis zu 20 Metern gesichtet wurde. Auch das mögliche Gewicht der Anakonda ist beeindruckend. Bis zu 100 Kilo Körpergewicht werden durch Wissenschaftler vermutet. Leider ist die Art noch recht unbekannt, da nicht viele Untersuchungen in freier Wildbahn stattfanden.

Beheimatet ist die Schlange in Südamerika in feuchten Fluss- und Sumpfgebieten. Es handelt sich um eine Art aus der Familie der Boas, also um eine Würgeschlange. Die größte Variante ist die Große Anakonda, die in der Natur eigentlich keine Feinde hat. Geräuschlos nähert sich die Schlange der Beute, packt zu und erwürgt das Opfer in sehr kurzer Zeit.

Die Anakonda ist in der Lage, den Kiefer auszuhängen und verschlingt dann die Beute am Stück. Ihr Jagdgebiet ist das Gebiet des Amazonas. Beutetiere sind in der Regel Wasserschweine, Ziegen, Vögel und Echsen. Die Schlange ist im Wasser ausgesprochen wendig und geschickt.

Es liegen noch sehr wenige Informationen zum Paarungsverhalten der Anakonda vor. Bis zu 12 Männchen finden auf ungeklärte Weise zu einem Weibchen und verschlingen sich zu einem Schlangenknäuel, das auch Reproduktionsknoten genannt wird. Die Männchen versuchen Konkurrenten fortzuschieben. Die Verbindung bleibt zwischen 14 und 28 Tagen bestehen. Die Wissenschaftler möchte außerdem noch herausfinden, ob ein Männchen mehrere Weibchen beglücken kann.

Biologen gewinnen durch Markierungssystem Einblicke in die Sozialstrukturen von Ameisenvölkern

Grafische Darstellung des Königreichs der Ameisen (Ameisenhaufen) mit vier vergrößerten Ausschnitten
Das Koenigreich der Ameisen © Henrie - www.fotolia.de

Die Leistungsfähigkeit eines Ameisenvolkes ist durch deren clevere Regelsysteme unglaublich und erstaunlich. Bis heute rätselt die Wissenschaft, wer in solche einem Volk für die Prozesse verantwortlich ist und wann, wo und was macht.

Einem Team von Biologen der Universität Lausanne ist es nun durch ein spezielles Überwachungs- und Markierungssystem erstmals gelungen, einen tieferen Einblick in die Sozialstrukturen von Ameisenvölkern zu bekommen. Demnach sind die jungen Ameisen für die Brutpflege verantwortlich, während sie anschließend putzen und im höheren Alter auf Nahrungssuche gehen.

Anhand der Studie stellten die Forscher fest, dass die Ameisen dabei gewisse Teile des Nestareals durchstreifen, untereinander teilweise wenig Kontakt haben und auch keine Informationen austauschen.

Farbgeckos als exotische und zahme Heimtiere

Für Reptilien-Freunde sind Farbgeckos das absolute Nonplusultra wenn es um die Heimtierhaltung geht. Ihre leuchtend grellen Farben machen sie zum Blickfang in jeder Wohnung und im Gegensatz zu vielen anderen Reptilien werden die kleinen Echsen zudem schnell zahm und sogar stubenrein.

Die Farbgeckos gibt es in allen erdenklichen Farbkombinationen, von Gelb mit orangenem Schwanz bis hin zu seltenen Farbgebungen wie Pink und Lavendel mit roten und blauen Augen. Je nach Farbe kosten die Echsen zwischen 30 und 500 Euro.

Damit man auch lange Freude an seinen bunten Hausgenossen hat, ist die artgerechte Haltung wichtig. Am besten hält man Farbgeckos paarweise in einem ausreichend großen Terrarium. Die Idealtemperatur liegt bei durchschnittlich 27 Grad. Als Untergrund eignet sich eine Mischung aus Humus und Sand, da die Geckos liebend gerne buddeln, wobei einige Steine und Hölzer als Versteckmöglichkeiten vorhanden sein sollten.

Forscher aus Arizona haben den bislang kleinsten Frosch der Welt entdeckt

Hellgrüner Frosch mit roten Augen auf grünem Blatt
frog on a leaf © Sascha Burkard - www.fotolia.de

Forscher der Universität von Arizona haben eine neue Art von Fröschen entdeckt, die gerade einmal bis zu sieben Millimeter groß werden. Der Paedophryne amauensis ist damit aktuell der kleinste Frosch der Welt. Gefunden wurde der Winzling im Regenwald von Papua-Neuguinea.

Der Universität zufolge gibt es schätzungsweise bis zu zwölf Millionen verschiedene Tierarten auf der Erde, von denen rund zehn Millionen noch immer nicht bekannt sind. Ziel sei es hinsichtlich des schnell fortschreitenden Artenverlusts diese unbekannten Arten bis etwa 2065 zu entdecken, so die Universität.

Grundinformationen und Hinweise zur Terraristik

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Northern Water Snake (nerodia sipedon) climbing in a tree © Steve Byland - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Gumprecht's green pitviper (Trimeresurus gumprechti ) © mgkuijpers - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Young Chameleon Furcifer Pardalis - Nosy Be(7 months) © Eric Isselée - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Dangerous rattlesnake on a stone in zoo © Cristian Kerekes - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: grünes reptil versteckt sich © Stefan Redel - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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